Gärtnern in Gemeinschaft stellt für immer mehr Städter einen Anreiz dar. Dabei geht es den meisten Beteiligten um mehr als bloßes Freizeitvergnügen – sie haben den Garten als Medium für Integrationsprozesse, Umweltbildung und bürgerschaftliches Engagement entdeckt. In Interkulturellen Gärten können Migranten wie Deutsche über den eigenen Anbau von Obst und Gemüse Alltagskontakte knüpfen und praktizieren auf diese Weise Integration auf Augenhöhe. Manche Hobbygärtner wollen mit ihrem ökologischen Gemüseanbau auch ein politisches Statement setzen gegen die industrialisierte Nahrungsmittelindustrie und die Ausbeutung des Bodens; anderen Akteuren geht es vorrangig um die Weitergabe gärtnerischen Wissens an die nachfolgenden Generationen. So viel Eigeninitiative für Flächen des öffentlichen Raums erfordert von Seiten der Behörden ein Umdenken.
Da sich einige Gemeinschaftsgärten erst im Aufbau befinden, können wir diese Gartenprojekte von den ersten Spatenstichen an verfolgen und einen unmittelbaren Einblick in Vision und Wirklichkeit solcher Initiativen gewinnen.
Um die verschiedenen Facetten westfälischer Gemeinschaftsgärten, ihre kulturellen Hintergründe und Motive, zu erfassen und zu analysieren, wollen die Volkskundler des LWL sechs bis acht unterschiedliche Gartenprojekte dokumentarisch begleiten und die Forschungsergebnisse in Buchform veröffentlichen.