Die "Westfälischen Nachrichten" (Münster) drucken seit Anfang der 1990er Jahre Valentin-Grüße (WN vom 14.02.1997).
Bild des Monats: Februar 2003
Valentinstag – blumige Glückwünsche
Eine Werbekampagne der Floristen in den 1950er Jahren führte in Deutschland den Valentinstag ein. „Freundschaft und Liebe“ sollte an diesem Tag durch Blumengeschenke bekundet werden. Der Valentinstag konnte hier jedoch nicht die Popularität erreichen, die er zum Beispiel in England, Frankreich und Belgien hat. Dort ist er von größerer Bedeutung, und im Gegensatz zu Deutschland beruht er auf einer langen Tradition. Erste Belege stammen aus der Zeit des ausgehenden 14. Jahrhunderts, in der der Valentinstag als Tag der „offenen Herzen“ oder als „Love day“ erwähnt wird. In England bildeten sich am 14. Februar Valentins-Paare, die durch ausgeloste - mit Namen beschriftete - Zettel zusammenfanden. Der jeweilige „Valentin“ oder die „Valentine“ beschenkten sich gegenseitig mit kleinen Präsenten oder Gedichten.
Zurück zu führen ist der Valentinstag auf das Fest der Reinigung Mariens, das ursprünglich am 14. Februar gefeiert wurde. Zu diesem Tag ist ein Antiphon überliefert, das die Ankunft des Bräutigams Jesus Christus zur Himmlischen Hochzeit zum Thema hat. Obwohl das Fest Mariä Reinigung auf den 2. Februar verlegt wurde, hielten sich die Vorstellungen, dass der 14. Februar ein besonderer Tag für Verlobte und für eine gute Heirat sei. Benannt ist der Valentinstag nach dem heiligen Valentin, dessen Namenstag der 14. Februar ist und der als römischer Presbyter zum Märtyrer wurde. Ebenso wie sein Namensvetter, ein Bischof aus Umbrien, der im 3. Jahrhundert starb, wird der heilige Valentin als Schutzheiliger gegen Pest und Epilepsie (Fallsucht - „Fallentin“) verehrt. Er war zwar nie der Patron der Gärtner, hat aber den Floristen trotzdem ein blühendes Geschäft gebracht.
Literatur:
Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf. Graz, Wien, Köln 1993