Bild des Monats: April 2003
Wer die Wahl hat, hat die Qual! – Glückwünsche per Internet
Das Angebot der Grußkarten (E-Cards) im Internet ist groß. Viele Anbieter von Suchmaschinen stellen dem Internetnutzer auf ihren Web-Sites auch kostenlose Grußkarten zur Verfügung. Es gibt sogar Portale, wie „Grußkarten. info – Ihr lustiges Postamt!“, die ausschließlich für den Versand von Grußkarten ausgelegt sind. Die Karten aller Anbieter haben zum größten Teil einen humorvollen Charakter; viele sind grafisch animiert oder auch mit Musik oder anderen akustischen Mitteln versehen.
Zu der E-Card-Themenliste, die zum Beispiel Yahoo-Deutschland über das Internet anbietet, gehören Kategorien wie „Geburtstag“, „Ereignisse“, „Wünsche“ und „Gedanken“, „Liebe“, „Feiertage“ und „Verschiedenes“. Wie groß die Palette der einzelnen Untergruppen ist, zeigt sich bei den Feiertagen. Hier finden sich neben Weihnachten und Ostern auch das jüdische Chanukka-Fest, Kartengrüße zum Ramadan oder dem chinesischen Neujahrsfest. Hier spiegeln sich die Bedürfnisse einer globalen Nutzerschaft, die sich aus dem World-Wide-Web bedient.
Das Angebot der Grußkarten umfasst für jede der genannten Bereiche eine Vielzahl von Motiven. Allein für den Valentinstag zeigte Yahoo-Deutschland im Februar 2003 genau 325 Vorschläge an. Um den Kunden die Suche nach der geeigneten Karte zu erleichtern, erstellen viele Provider Listen mit den Top-Ten E-Cards der Woche. Motivreich, konfessions- und länderübergreifend stellt sich die Grußkartenauswahl im Internet dar.
Trotz der großen Vielfalt an Glückwunschanlässen und Motiven, durch die sich die E-Card-Portale von den Glückwunschkartenangeboten der herkömmlichen Verlage unterscheiden, bleiben bestimmte Themen im Internet nahezu unberührt. Dabei handelt es sich um Karten mit religiösem Inhalt, wie Glückwünsche zur Kommunion/Konfirmation und Trauerkarten christlichen Charakters. Es scheinen Ereignisse zu sein, die sich nicht für ein „lustiges Postamt“ eignen und bei denen seitens der Internetnutzer keine Nachfrage besteht. Die Gründe dafür könnten im Medium selbst liegen. Die konventionellen Postkarten haben mit dem längeren Weg der Beschaffung, dem handschriftlichen Text und dem Versand durch die Post eine wesentlich persönlichere Note. Demgegenüber haftet der E-Card etwas „Flüchtiges“ an; eben noch auf dem Bildschirm, ist sie im nächsten Moment - durch einen einzigen Mausklick - im Internet verschwunden.
Jutta Nunes Matias
Benutzte Internetseiten:
http://de.greetings.yahoo.de.com/
http://www.grusskarten.info/werbung.html