Klappern auf Karfreitag, Beverungen 2000. Bildrechte: Christoph Reichardt, Beverungen
Bild des Monats: März 2002
Kinder im Kirchenjahr: Klappern in der Karwoche
Die katholische Liturgie verlangt, dass mit dem Gottesdienst am Gründonnerstag Orgel und Glocken verstummen. Erst in der Osternacht durften sie als Zeichen der Auferstehung Jesu Christi wieder erklingen. Den Kindern wird erzählt, alle Glocken würden nach Rom fliegen, um dort geschmiert und repariert oder von dem Papst geweiht zu werden.
In vielen Teilen Westfalens war bzw. ist es (siehe Foto) die Aufgabe der Kinder, die Gläubigen in dieser ‚glockenlosen Zeit’ mit Ratschen und Klappern zum Gottesdienst zu rufen. Diese einfachen Holzinstrumente erzeugen durch Bewegung Lärm, indem die einzelnen Teile aneinander schlagen. Sie sind bereits 1533 im Weltbuch von Sebastian Franck belegt.
Wenn die Kinder – häufig waren es die Ministranten - mit ihren Ratschen lärmend durch das Dorf oder die Nachbarschaft laufen, bleiben sie von Zeit zu Zeit stehen und singen oder sprechen einen frommen Spruch, z.B. das Ave Maria, gratia plena, Dominus Deus Jesus Christus, so grüßte der Engel die Jungfrau. Am Morgen und am Abend fügen sie noch den Spruch Es ist Zeit zur Kirche! Es ist Zeit zu dem Gotteshaus! hinzu.
Am Karsamstag ziehen die Kinder von Haus zu Haus und sammeln - gleichsam als ‚Belohnung’ für die Erfüllung ihrer Aufgabe - Eier, Süßigkeiten und Geld ein. Die Naturalien werden untereinander aufgeteilt, das Geldbeträge für einen guten Zweck gespendet.
Christine Gottschalk