Lambertussingen. Münster - Hoppegarten, 17.09.1970. Bildarchiv der Volkskundlichen Kommission für Westfalen (LWL)
Bild des Monats: September 2001
Lambertus (17. September)
Im Münsterland feiert man am 17. September das Lambertusfest. In den Tagen davor ziehen Kinder bei einbrechender Dunkelheit mit erleuchteten Laternen singend durch die Straßen. Mit dem Ruflied "Kinder, kommt runter, Lambertus ist munter" werden alle Kinder zusammengerufen. Die Laternen stecken sie in eine mit Grün geschmückte Pyramide, die zuvor von den Eltern auf einem Platz aufgestellt wurde. Um diesen erleuchteten
Mittelpunkt finden dann Kreisspiele statt. Als Höhepunkt und Abschluss des Kinderfestes wird das Spiellied " O Buer, wat kost' dein Hai..." gesungen. Dabei wählt sich ein als Bauer verkleideter Mann sein Gefolge in Reihenfolge der Strophen (Frau, Kind, Knecht usw.) aus. Am Ende bekommt er einen Schups und alle fallen über ihn her.
Der erste Bericht aus dem Jahr 1791 belegt, dass das Fest - zu dieser Zeit auch von Erwachsenen begangen - ein Höhepunkt im Wechsel der Jahreszeiten war und bis spät in die Nacht dauerte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Fest in Münster zeitweise verboten, da größtenteils Dienstpersonal und Handwerksleute lautstark und raufend durch die Straßen zogen.
Es folgte der Rückzug des Festes vom öffentlichen Bereich. Das Bürgerschützen-Corps nahm sich daraufhin dieses Festes an und organisierte jedes Jahr auf dem privaten Schützenhofgelände für die Kinder der Stadt ein Lambertusspiel.
Nun ein harmloses Kinderfest mit heimatlichen Charakter wurde es von den städtischen Behörden wieder geduldet. Als sichtbares Zeichen für diese Neubewertung des Festes wurde im Jahr 1909 der Lambertibrunnen am Prinzipalmarkt errichtet. Um 1900 wurde das Lambertusfest nicht nur in Münster gefeiert, sondern auch in Altenberge, Greven, Coesfeld und Rheine - hier unter dem Namen "Käsken" - sowie in Ahaus, Ascheberg, Dülmen, Emsdetten und Sendenhorst.
Christine Gottschalk