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Spannende Reise in die Steinzeit

Wenn ihr einmal an euch herunterguckt“, fragt Rebecca Kocks in die Kinderrunde, „was denkt ihr, würden Menschen in tausend Jahren von euch finden?“ „Zähne“, ruft Johann, „Knochen“, „Anziehsachen“, prasseln die Antworten nur so auf die 28-Jährige ein. „Und was ist mit deiner Uhr?“, fragt sie ein Mädchen. „Jaja, die ist auch aus Metall, aber die würde bestimmt nicht mehr gehen“, antwortet die Kleine. Vor allem aber würde man Schmuck in der Erde entdecken, finden die Kinder heraus, aus Gold, Silber, Bronze oder anderen Metallen. Und Schmuck ist auch das Thema des heutigen Tages, das wird den Nachwuchsarchäologinnen und -archäologen schnell klar.

Die elf Freundinnen und Freunde feiern im LWL-Museum für Archäologie in Herne den achten Geburtstag von Merle – die spannende „Reise in die Steinzeit“, die die Sieben- und Achtjährigen aus Bochum unternehmen, ist Teil des museumspädagogischen Programms. Verantwortlich für den großen Spaß, den die Kinder an diesem Tag im Museum haben, ist Rebecca Kocks. Sie ist studierte Historikerin und in Herne eine von 16 freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Museumspädagogik. „Wir versuchen immer, den Kindern die Ausstellungen näherzubringen, indem sie unter anderem etwas ausprobieren und selbermachen können“, sagt sie und versammelt die aufgeregte Schar erst einmal an einem Tisch. Die Kinder singen ein Geburtstagslied für Merle, sie darf Kerzen ausblasen.

Hinein in die Archäologie. In der Ausstellung teilt Rebecca Kocks die Kinder in Gruppen auf. Mit einer Aufgabe: Jede Gruppe bekommt einen Zettel, auf dem ein Exponat abgebildet ist, das sie suchen soll. Im Laufschritt geht es los, durch die ganze Ausstellung, vorbei an alten Knochen, Speerspitzen, Tontöpfen. Aber, so einfach ist es nicht. „Unser Schatz ist rund, was kann das nur sein?“, fragt Merle ihre Freundinnen Lea, Celia und Ida, die mit ihr losgerannt sind. Die Mädchen schauen in Vitrinen, „das ist schwierig“. Rebecca Kocks hilft: „Guckt mal hier, in diesem Bereich“. „Da, in dem Glaskasten, das ist ganz aus Gold“, ruft Lea. Gefunden. Es ist eine goldene Kegelfibel aus der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts aus Minden, die man damals zum Zusammenstecken der Kleidung nutzte. Die Kinder überlegen sich, wem die wohl gehörte, „einem König“, „einem Kaiser“, „einem ganz reichen Mann“.

Alle Geburtstagsgäste trudeln schließlich wieder am Anfangspunkt ein, gemeinsam spazieren sie den Zeitstrahl entlang zu den Funden der Gruppen. Eine Taubenfibel aus dem Jahr 800, die den Heiligen Geist symbolisiert, schauen sich die Kinder an, Fingerringe aus einem Römerlager, Schmuckstücke in einer riesigen Vitrine aus der Steinzeit. „So etwas machen wir gleich selbst“, verrät Rebecca Kocks. „Wir fertigen Schmuck an, wie es die Menschen vor Tausenden von Jahren taten.“

Aber erst einmal gibt es eine Stärkung, nach einer Stunde sind alle erschöpft. Merles Mutter verteilt im Museumspädagogik-Raum Waffeln, Muffins, Schokolade und Saft – und Merle darf endlich ihre Geschenke auspacken. Rebecca Kocks hat unterdessen die Schmuckutensilien vorbereitet, bunte Federn, Perlen und Muscheln. Die Kinder schnappen sich die Materialien, jedes sucht sich eine Aufgabe aus. Johann und Nils kratzen Muscheln über Steine, um durch stetes Schaben ein Loch in die feste Schale zu bekommen. Es dauert, aber es klappt. Die erste Muschel wird aufgefädelt.

Die Mädchen um Merle beschäftigen sich mit Federn, Papa Rolf hilft bei den Muscheln. „Das war ganz schön viel Arbeit“, sagt Merle und hängt sich ihr Amulett um den Hals. Aber nach Hause wollen sie und ihre Freunde nicht. „Wir möchten noch mal ins Museum“, rufen sie. Rebecca Kocks schaut auf die Uhr, na gut, eine halbe Stunde ist drin – nach zweieinhalb Stunden ist der Kindergeburtstag aber wirklich vorbei.

Lernen im Museum

Die LWL-Museen bieten zahlreiche museumspädagogische Programme für alle Altersgruppen. Kinder und Jugendliche können dabei Natur, Kunst und Geschichte spielerisch und aktiv entdecken. Spannende Programme gibt es sowohl für Schulklassen als auch für Kindergeburtstage. Und in den Schulferien bieten viele Museen spezielle Kinderaktionen an.

LWL-Museum für Archäologie in Herne
02323 94628-0
www.landesmuseum-herne.de

LWL-Römermuseum Haltern
02364 9376-0
www.roemermuseum-haltern.de


Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn
05251 1051-10
www.kaiserpfalz-paderborn.de


Stiftung Kloster Dalheim
05292 9319-0
www.kloster-dalheim.de


LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster
0251 5907-201
www.landesmuseum-muenster.de


LWL-Museum für Naturkunde mit Planetarium in Münster
0251 591-6050
www.naturkundemuseum-muenster.de


LWL-Freilichtmuseum Detmold
05231 706-104
www.freilichtmuseum-detmold.de


LWL-Freilichtmuseum Hagen
02331 7807-0
www.freilichtmuseum-hagen.de


Zeche Zollern in Dortmund
0231 6961-111
www.zeche-zollern.de


Zeche Nachtigall in Witten
02302 93664-0
www.zeche-nachtigall.de


Zeche Hannover in Bochum
0234 6100-874
www.zeche-hannover.de


Henrichshütte in Hattingen
02324 9247-140
www.henrichshuette.de


Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop
02363 9707-0
www.schiffshebewerk-henrichenburg.de


Textilmuseum in Bocholt
02871 21611-0
www.textilmuseum-bocholt.de


Ziegeleimuseum in Lage
05232 9490-0
www.ziegelei-lage.de


Glashütte Gernheim
05707 9311-0
www.glashuette-gernheim.de

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