Museumspädagogik auf Reisen

Das LWL-Museumsamt für Westfalen bietet ihnen die Möglichkeit, museumspädagogische Programme auszuleihen. Dazu werden die benötigten Arbeitsgeräte und ein schriftlich verfasster Vorschlag für den Programmverlauf zur Verfügung gestellt. Die Durchführung liegt in der Verantwortung der Einrichtungen, die Materialien müssen beim Museumsamt in Münster abgeholt werden. Die Leihdauer kann mit dem LWL - Museumsamt abgesprochen werden. Einführungen in die Programme werden angeboten.


Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam

Die Verarbeitung von Flachs zu Leinen war in vielen Regionen Westfalens Einkommensgrundlage für einen Großteil der Bevölkerung. Deshalb gibt es in zahlreichen Museen eine Ausstellung zur Flachsverarbeitung. Das LWL-Museumsamt hat die wichtigsten Verarbeitungsgeräte nachbauen lassen, so dass mit Riffel, Breche, Schwinge und Hechel gerösteter Flachs zu verspinnbaren Fasern verarbeitet werden kann. Weitere didaktische Materialien wurden in einer Kiste zusammengestellt. Kinder ab der 2. Klasse können so aus Flachsstroh selbst verspinnbare Fasern herstellen. Zur Einführung in das Programm gibt es einen altersgerechten Film mit dem Titel „Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam“.

Papierherstellung

Jedes Museum hat Exponate aus Papier und anderen Beschreibstoffen. Aber warum war das heutige Massenprodukt einmal so wertvoll? In diesem Programm, das bereits für Vorschulkinder, aber auch bis zur Sekundarstufe I einsetzbar ist, wird die Bedeutung der Erfindung des Papiers als Träger von Informationen verdeutlicht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Herrichten einer Bütte und die eigenständige Herstellung von handgeschöpftem Papier mit einem Sieb und einer Presse. Die Materialkiste enthält neben den Arbeitsmaterialien u.a. verschiedene Beschreibstoffe sowie Abbildungen zur Geschichte dieser Erfindung. Umweltaspekte wie die Bedeutung des Altpapiers als Rohstoff können in das Programm integriert werden.

Der Zigarrenmacher

Die Herstellung von Zigarren war vor allem in Ostwestfalen weit verbreitet. In vielen Museen und Heimatstuben gibt es deshalb Ausstellungen zu diesem Thema. Wie man aus dem Rohtabak zunächst einen Wickel herstellt und diesen mit einem Deckblatt einrollt, lernen Schüler ab Klasse 3 in diesem Programm. Als Ersatzstoffe für Tabak werden Papier und Pappe verwendet. Eine geeignete Wickelform ist in der Materialkiste vorhanden, so dass jeder Schüler eine eigene „Zigarre“ mitnehmen kann.

EISzeit

Funde aus der Eiszeit haben Museumsbesucher schon immer fasziniert, selbst wenn nur wenige Relikte von Mammut oder Höhlenbär ausgestellt sind. Mit dem Film Ice Age wurde das Thema auch für Kinder besonders spannend.

In diesem Programm erfahren die Kinder, wie sich die verschiedenen Kalt- und Warmzeiten in Westfalen ausgewirkt haben, welche Tiere und Pflanzen damals hier existierten und woher wir wissen, wie Mammut, Wollhaarnashorn oder Höhlenbär ausgesehen haben. Mit Hilfe von Riesenpuzzles setzen sie Skelettzeichnungen der Tiere, von denen Fragmente in der Ausstellung zu sehen sind, zusammen. Dabei erfahren sie einiges über die Lebensbedingungen im Quartär. Anschließend können sie Anhand von Höhlenmalereien erfahren, wie Steinzeitmenschen die Tiere gesehen haben und eigene Zeichnungen anfertigen.

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