Museumsplakate aus Westfalen-Lippe

50 Jahre Ausstellungsplakate Westfälischer Museen

Ein Plakat, das für eine Ausstellung im Museum wirbt, hat sicher anderen Prinzipien zu folgen als eines, das für die Firmen-und Produktwerbung geschaffen wurde. Es soll "seriöser" wirken und dennoch Aufmerksamkeit auf sich lenken, damit es von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird in einem Umfeld, in dem unterschiedlichste Informationen die Blicke der Vorübergehenden einfangen möchten. Auf Plakatwänden und Litfaßsäulen muss es sich gegen arge Konkurrenz behaupten.

Viele Faktoren müssen bei der Gestaltung von Ausstellungsplakaten berücksichtigt werden. Neben der attraktiven und zugleich auffälligen Wirkung muss es viele Informationen aufnehmen, den Namen des Museums, die Adresse, Öffnungszeiten, Dauer der Ausstellung, Textmengen also, die nicht immer ganz einfach mit dem "Bild" - der Abbildung eines Exponates - und dem in deutlichen großen Lettern gesetzten Titel der Ausstellung in Einklang gebracht werden müssen.

Das Plakat als Informationsmöglichkeit für und Hinweis auf Museumsausstellungen war bis vor wenigen Jahren das wichtigste Medium, die Öffentlichkeit auf Aktivitäten aufmerksam zu machen. Es verliert nach und nach an Bedeutung, da die Nutzung des Internet auf bequeme Weise einen umfangreichen Überblick liefern kann.

Deshalb ist die Ausstellung des Westfälischen Museumsamtes "50 Jahre Ausstellungsplakate westfälischer Museen" zeitlich richtig platziert. Es geht nicht darum, nur Plakate für große und bedeutende Ausstellungen vorzustellen, sondern vielmehr soll die Auswahl einen knappen Überblick über die zeittypischen Designmerkmale von etwa 1950 bis 2000 geben. Und wenn es zutrifft, dass die Plakatwerbung über ihre unmittelbare Zweckbestimmung hinaus in der Summe immer auch ein Spiegelbild der jeweiligen Epoche liefert, ist die Ausstellung mehr als eine einfache Präsentation von 64 Plakaten.

An die Stelle von Lineal und Zeichenstift, aufwendigen Repro-Techniken, ist inzwischen der leistungsfähige Computer getreten. Mit den 1950er Jahren wird in eine Zeit zurückgeblendet, in der das Zeichnen können noch Voraussetzung für Gebrauchsgraphik war, ehe andere technische Möglichkeiten in der Photographie wie in Druckverfahren die Ergebnisse der Entwerfertätigkeiten beeinflussten.

Interessant ist ferner, dass auf einem großen Teil der Plakate ihre Entwerfer nicht vermerkt sind, offensichtlich Eigenkreationen der Museums-und Ausstellungsmacher. Es ist sicherlich auch ein Hinweis darauf, dass man hier ein Einsparungspotential für die Gesamtkosten sah. Nicht immer eine sinnvolle Vorgehensweise, auch wenn ein namhafter Designer oder eine Designerin keine absolute Garantie für die werbliche Wirkkraft bietet.

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