Viele der Museen sind in alten, zum Teil noch aus dem Mittelalter stammenden Rathäusern eingerichtet, wie zum Beispiel das Kreisheimatmuseum im gotischen Rathaus von Attendorn. Stadt- und regionalgeschichtlich bedeutsame Ereignisse liefern die Themenschwerpunkte.
Andere Museen wiederum sind eindrucksvoll in alten Wehranlagen, Burgen und Schlössern beheimatet. Umfangreiche Militariasammlungen, u. a. historische Waffen und Uniformen, gehören zu den wichtigen Beständen, so zum Beispiel im Osthofentor-Museum in Soest.
Eine weitere bedeutsame Gruppe stellen die Museen in alten Wohnbauten dar. Die oftmals aus historischen Burgenbauten hervorgegangenen Schlösser und Herrensitze adeliger Familien wie auch die fürstbischöflichen Residenzen des 17. und 18. Jahrhunderts spiegeln das höfische Leben und den prunkvollen Reichtum des gehobenen Adels und Klerus wider. Als Beispiele hierfür seien das Wasserschlob Anholt, Sitz der Fürsten zu Salm, und das Fürstliche Residenzschlob der Grafen und Fürsten zur Lippe in Detmold genannt.
Die Vielzahl der in den Vorburgen und Gesindehäusern der Schlösser wie auch auf bäuerlichen Höfen, in ländlichen Wohnhäusern und in ganzen historischen Dorfgemeinschaften eingerichteten heimatgeschichtlichen Museen dokumentieren in eindrucksvoller Weise die Geschichte des bäuerlichen Wohn- und Arbeitsalltags der Landbevölkerung.
Daneben wird in den historischen Wohnbauten des Bürgertums vom frühen Patrizierbau des 16. Jahrhunderts, wie etwa dem Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo, bis zur Bürgervilla eines Industriellen im 19. Jahrhundert, z. B. dem Haus Kupferhammer in Warstein, die Entwicklung der bürgerlichen Lebenswelt dargestellt.
Verleichsweise selten ist die Einrichtung von Museen in ehemals sakralen Gebäuden wie Klöstern, Kirchen und Kapellen. Die Gründung zahlreicher Heimatmuseen ist eingebunden in den Kontext des Historismus an der Wende vom 19. zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Die intensive Deutung der nationalen wie regionalen Gegenwart durch die Geschichte ist ein wesentliches Merkmal dieser Zeit.
Nach einer gewissen
"Geschichtsmüdigkeit" als Folge der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges ist die jüngste "Gründungswelle" kulturhistorischer Museen dem seit Beginn der siebziger Jahre und bis heute anhaltenden Geschichtsbewubtseins- und Interesse der Bürger zu verdanken.