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Abbildung der CD-Box
Zwei westfälische Poeten im Dialog
Ein Hörporträt Hans Dieter Schwarzes
über den Dichtervaganten Peter Hille


T-CD-005
14,90 Euro

Peter Hille und Hans Dieter Schwarze – zwei Schriftsteller, die auf den ersten Blick nur ihre westfälische Herkunft miteinander verbindet. Hille wurde 1854 als Sohn eines Lehrers in Erwitzen bei Nieheim im Kreis Höxter geboren und starb nach einem rätselhaft unsteten Künstlerleben 1904 in Berlin. Der gebürtige Münsteraner Hans Dieter Schwarze (1926-1994), war ein Multitalent – Schriftsteller, Dramaturg, Schauspieler und Hörfunkautor. Zeitlebens hegte er ein besonderes Faible für sonderbare, närrische Käuze. Kein Wunder, dass ihn auch der "gammelnde Poet" Hille faszinierte. So schuf Schwarze 1984 ein 110-minütiges Hörporträt über den Dichtervaganten, das im Südfunk Stuttgart in neun Sendefolgen ausgestrahlt wurde. Dieses Hörporträt hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) jetzt unter dem Titel "Lieber täppisch als durchtrieben" in der Reihe „Tonzeugnisse zur Westfälischen Literatur“ neu herausgebracht.

 
Porträt: Hans Dieter Schwarze, um 1983
Hans Dieter Schwarze, um 1983
Foto: Karin von Wangenheim
"Man hört Hans Dieter Schwarze (1926–1994) gern zu, wenn er über Peter Hille (1854–1904) spricht oder besser: plaudert. Seine kleinen Hille-Lektionen gleichen einem intimen Zwiegespräch unter Freunden, Gleichge-
sinnten. Schwarze unternimmt gar nicht erst den Versuch, seinem Gegenstand durch plakatives Wortgeklingel und hohen rhetorischen Aufwand neuen Glanz aufzubürden. Er wählt die angenehmere, unange-
strengte, unaufdringliche Variante", so führt Dr. Walter Gödden, Geschäftsführer der LWL-Literaturkommisson, im CD-Booklet in das Verhältnis der beiden Dichter ein.

 
Gödden weiter: „Der Gegenstand – das ist sein Dichterkollege Peter Hille. Hille ist längst in Vergessenheit geraten, trotz Hille-Gesellschaft, Hörbüchern und vielen Bemühungen um eine sorgfältige Edition seiner Werke. Der im ostwestfälischen Erwitzen geborene Lehrersohn hat eben nicht jenen großen Roman oder jenes einzigartige Gedicht geschrieben, das ihn in der Literaturgeschichte unsterblich gemacht hätte. Statt dessen hat er sich buchstäblich verzettelt. Seine Manuskripte trug er in Säcken mit sich herum, ließ sie als Pfand an Bahnhöfen zurück oder bei Vermietern, denen er Zahlungen schuldig war – und schuldig blieb.“

In der ersten von insgesamt neun Folgen berichtet Schwarze über die Gründung der Hille-Vereinigung am 11. September 1983 im Örtchen Erwitzen bei Nieheim. An diesem Tag versammelten sich an die hundert Bürger und Hille-Freunde, um das Haus des Heimatdichters vor dem Verfall zu bewahren und ein Museum einzurichten. Auch Schwarze selbst war damals anwesend und so manches Mitglied der Peter-Hille-Gesellschaft erinnert sich auch heute noch gut an den stattlichen Mann mit dem breitkrempigen Hut und der besonderen Ausstrahlung.

"Lieber täppisch als durchtrieben" Ein Hörporträt Hans Dieter Schwarzes über den Dichtervaganten Peter Hille
Erschienen in der Reihe „Tonzeugnisse zur Westfälischen Literatur“
der Literaturkommission für Westfalen und des Westfälischen Landesmedienzentrums
Hörbuch auf einer Doppel-CD, 120 Minuten, 14,90 Euro (zzgl. 2,60 Euro Versand)
Bezug: Westfälisches Landesmedienzentrum, medienzentrum@lwl.org, Tel: 0251 591-3902