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Kurt Gerstein
Der Christ, das Gas und der Tod
Ein Film von Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis

D 123/2007
14,90 Euro (nur in NRW) bzw.
45,00 Euro (mit öffentl. Vorführ- und Verleihrecht in NRW)
Vertrieb außerhalb NRW:
www.matthias-film.de


Eine der merkwürdigsten, widersprüchlichsten und auch unheimlichsten Figuren des Widerstands im Dritten Reich“ hat der Schauspieler Ulrich Tukur Kurt Gerstein genannt. In der Tat entzieht sich der 1905 in Münster geborene Westfale den gängigen Kategorisierungen der nationalsozialistischen Zeitgeschichte.

Der studierte Bergbauingenieur und engagierte evangelische Christ wird 1933, auf Wunsch der Familie und aus beruflichen Gründen, Mitglied der NSDAP, äußert aber zugleich immer wieder Kritik am NS-Regime, das seinen christlichen Wertvorstellungen nicht gerecht wird. Diese kritische Haltung führt 1936 zu seinem Ausschluss aus der Partei; es folgen mehrere Verhaftungen, KZ-Haft und ein Berufsverbot.

Der gleiche Gerstein tritt 1941 freiwillig in die SS ein, um hinter die Kulissen des Terrorregimes, in die „Feuerofen des Bösen“ zu schauen. Im Hygiene-Institut der Waffen-SS macht er rasch Karriere. Als Chef der Abteilung „Gesundheitstechnik“ gelangt er schließlich in die Vernichtungslager Belzec und Treblinka, wo er Augenzeuge der Massenvergasung von Juden wird. Sein Gerstein-Bericht, den er im April und Mai 1945 in französischer Internierung verfasst, ist einer der frühesten und erschütterndsten Augenzeugenberichte über den Holocaust. Im Juli 1945 stirbt Kurt Gerstein in seiner Zelle im Pariser Militärgefängnis Cherche-Midi, wahrscheinlich durch Selbstmord.

Trotz seiner offiziellen Rehabilitation im Jahre 1965 lässt seine erstaunliche Biografie immer noch viele Fragen offen. Der Film „Kurt Gerstein, der Christ, das Gas und der Tod“ von Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis eröffnet die Möglichkeit, sich ein eigenständiges und differenziertes Bild von der Persönlichkeit und dem Wirken Gersteins zu machen. Das im Auftrag des WDR produzierte Filmporträt schildert anhand von historischen Dokumenten, Zeitzeugenaussagen und aktuellen Interviews - u.a. mit dem Theaterregisseur Rolf Hochhuth sowie dem Schauspieler und Gerstein-Darsteller Ulrich Tukur - das wechselvolle Leben Kurt Gersteins und seine Rezeption nach 1945.