Schülerinnen beim museumspädagogischen Programm "Der Prozess".

Lernort Museum - Kunstvermittlung

"Der Prozess - Ein T-Shirt erklärt die Globalisierung"


Ein Baumwoll-T-Shirt kostet heute oft nicht mehr als 4,95 Euro. Ist der Kauf ein billiges Schnäppchen oder gar ein Verbrechen? Schließlich begleiten oft Billiglöhne, Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen in den sogenannten Entwicklungsländern, enorme Wasserverschwendung und hoher CO2-Ausstoß die Produktion eines Kleidungsstückes. Das museumspädagogische Programm „Der Prozess“ des TextilWerks Bocholt widmet sich diesem Thema. Der Titel nimmt zum einen Bezug auf den Entstehungsprozess eines T-Shirts und beschreibt auch die Methode: ein Rollenspiel in Form eines Gerichtsverfahrens. Die Schüler schlüpfen in die Rolle von Anklage, Verteidigern, Richtern. In der Ausstellung recherchieren sie an den „Tatorten“ alles Wissenswerte für ihre jeweilige Rolle. Sie sammeln Fakten zu den ökologischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Ursachen und Folgen der Baumwollverarbeitung. Die abschließende Gerichtsverhandlung macht auch deutlich, wie dieselben Daten und Fakten je nach Interessenslage und Position unterschiedlich interpretiert werden können.

Zur Vorbereitung auf den Besuch im LWL-Industriemuseum in Bocholt bietet ein „Baumwoll-Koffer“ vielfältige Begleitmaterialien zum Thema, darunter Baumwollzweige, Stoffe in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen und Baumwollsamen zum eigenen Anbau im Klassenzimmer. Das Programm dauert zwei Stunden und ist für den Erdkunde-Unterricht aller Schulformen der Klassen 7 bis 9 geeignet sowie in Anlehnung an die Unterrichtsfächer Geschichte und Politik auch für die Jahrgänge 10 bis 13.

LWL-Industriemuseum TextilWerk Bochold, Spinnerei

Infos und Anmeldung unter Telefon: 02871 21611-0.
www.lwl-industriemuseum.de

 

"Eintauchen in die Welt der Römer - Faszination Archäologie"

Etwas angerostet sieht es aus, das Kettenhemd der römischen Legionäre. Und mit ungefähr neun Kilo ist es ganz schön schwer. Im LWL-Römermuseum in Haltern am See kann man die Kopie bei geführten Rundgängen anprobieren und das Gewicht am eigenen Leibe spüren – oder erleben, wie fein sich das Korn mit einer römischen Handmühle mahlen ließ. Über 30 verschiedene Rundgänge und museumspädagogische Programme stehen für Schulklassen, Kindergärten, Familien sowie Erwachsenengruppen zur Wahl und vermitteln einen lebendigen Eindruck der Römerzeit. Wenn im Frühjahr 2013 die Ausgrabungen auf dem Gelände des künftigen „Römerparks Aliso“ hinter dem LWL-Römermuseum wieder beginnen, startet hier erstmals auch ein denkmalpädagogisches Programm. Genau am richtigen Ort, denn nach wie vor gilt der Satz: „Erst seit Haltern weiß man, dass nichts so dauerhaft ist wie ein Loch“ (R. Pörtner).

Mehrere Kubikmeter Erde, die professionelle Archäologen zuvor abtragen, warten dann darauf, akribisch durchsucht zu werden. Ziel ist es, archäologische Arbeit transparent zu machen. Unter fachkundiger Anleitung können die spannenden Tätigkeiten aktiv nachvollzogen werden. Fundbearbeitung und archäologisches Zeichnen stehen ebenso auf dem Programm. Dass dies direkt am Ort des Geschehens in unmittelbarer Nachbarschaft zu den dort forschenden Archäologen möglich ist, macht den besonderen Reiz dieses aktuellen Projektes aus. Das Angebot kann von Besuchergruppen, Erwachsenen wie Schulklassen ab der dritten Klasse, gebucht werden.

LWL-Römermuseum, Haltern am See

Infos und Anmeldung unter Telefon: 02364 9376-0.
www.lwl-roemermuseum-haltern.de