Machtzentrum des Mittelalters
Hier grübelte vielleicht vor vielen Jahrhunderten der Bischof Meinwerk, wie man Paderborn architektonisch gestalten könnte. Und Karl der Große heckte gemeinsam mit seinen Militärstrategen neue Pläne aus, um die aufständischen Sachsen um Widukind endlich zu besiegen. Die Kaiserpfalz in Paderborn ist ein Ort mit einer wechselvollen Geschichte, die einem auf Schritt und Tritt begegnet. Schon vor dem Eingang des Museums stoßen Sie auf die Überreste der älteren Pfalzanlage.
Genau genommen haben wir es nämlich mit zwei Pfalzen zu tun: Die eine ist die karolingische Pfalz, als deren Gründer Karl der Große gilt und die im 8. Jahrhundert erbaut wurde. Die zweite Pfalz, die so genannte ottonisch-salische, geht zurück auf Bischof Meinwerk und König Heinrich ll. Im großen Saalbau dieser Pfalz, der relativ gut erhalten war, befindet sich seit 1978 das Museum. Lange Zeit war umstritten, ob es in Paderborn tatsächlich eine Pfalz gegeben hatte. Erst 1963 entdeckten Forscher bei Grabungen die Überreste der ottonisch-salischen Pfalz und konnten so endlich Beweise für Königsaufenthalte an der Pader liefern. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Bauten Meinwerks auf einer massiven Brand- und Zerstörungsschicht errichtet worden waren. Darunter fand man die Mauern eines großen Gebäudes, das sich als die „aula regia“, die Königshalle Karls des Großen entpuppte.
Die Pfalz war im Mittelalter für Könige und Kaiser Hotel, Konferenzraum und Rückzugsort in einem: auf Reisen konnten sie hier Pausen einlegen, aber auch Treffen mit Adligen, Gerichtsverhandlungen und kirchliche Feste standen auf dem Programm. Im 8. Jahrhundert diente die Pfalz Karl dem Großen auch als Stützpunkt, um von hier aus die Christianisierung der Sachsen voranzutreiben.
In der Dauerausstellung „Alltag in der Stadt“ spiegeln Wandmalereien, Glas- und Keramikfragmente und die detailliert ausgearbeitete Architektur den Prunk wider, in dem die Herrscher damals lebten.
Doch das Leben der normalen Bürger kommt nicht zu kurz: Archäologische Funde machen das Leben der Bürger rund um die Pfalz lebendig. So sind Alltagsgegenstände wie Tafelgeschirr und Porzellan erhalten geblieben, aber auch Schuhe, deren Vielfalt vom Kinderschuh über einfache Alltagsschuhe bis zu Schnabelschuhen mit extrem langer Spitze reicht. Tönerne Tabakpfeifen oder henkellose Kaffeetassen aus Porzellan verraten, dass neue Genussmittel dank des florierenden Übersee-Handels auch bei den Bürgern in Paderborn Anklang fanden. Hinter kleinen und großen Klappen verbergen sich diese vielfältigen Exponate, die spannende Geschichten aus dem Alltag der mittelalterlichen Stadtbewohner erzählen.
Anfahrt
mit Bus und Bahn
Ab Hauptbahnhof Paderborn circa 25 Minuten Fußweg oder mit den Buslinien 2, 4, 8, 9, Richtung „Innenstadt / Rathaus / Dom“.
Anschrift
Museum in der Kaiserpfalz
Am Ikenberg
33098 Paderborn
Telefon 05251 1051-10
lwl-kaiserpfalzmuseum@lwl.org
www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de
Öffnungszeiten
di bis so und feiertags .......... 10 bis 18 Uhr
jeden ersten Mi im Monat ..... 10 bis 20 Uhr
geschlossen ......................... 24. | 25. | 31.12.
Eintrittspreise
Preise bleiben gleich!
2,50 € Erwachsene
1,50 € Ermäßigt
1,50 € Kinder, Jugendliche (bis einschl.17 Jahre), Schüler
frei Kinder unter 6 Jahren
6,00 € Familien-Tageskarte
2,00 € Erwachsene in Gruppen ab 6 Personen (je Person)
frei Schüler (im Rahmen von Schulveranstaltungen und museumspädagogischen Programmen)