Siegelstempel Siegelstempel des Kollegiatstifts St. Viktor in Dülmen mit Darstellung des hl. Vikators als Ritter, 14. Jahrhundert, Inv.Nr.SI-21

Siegelsammlung

Über 200 Siegelstempel aus der Zeit vom 12. bis zum 20. Jahrhundert bilden die Siegelsammlung des LWL-Landesmuseums. Siegel gab es bereits im Alten Orient, im antiken Griechenland und bei den Römern. In Mittelalter und früher Neuzeit dienten Siegel der Beurkundung von Schriftstücken, denn mit einem aufgedrückten oder anhängenden Siegelabdruck wurde diesen eine höhere Authentizität zugebilligt. Siegelstempel hoheitlicher Stellen wurden sorgfältig verwahrt, um Missbrauch auszuschließen. Als Material des Abdrucks wurde zunächst Wachs, später auch roter oder schwarzer Siegellack verwendet. In der Neuzeit wurden Siegel auch von Privatpersonen benutzt, etwa um die Unversehrtheit verschlossener Briefe nachzuweisen.

Der Verein für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens trug seit seinen Anfängen auch Siegelstempel und Siegelabdrücke zusammen. Durch die politischen Umwandlungen der Jahre um 1800 waren zahlreiche Siegel kirchlicher Institutionen, d.h. Klöster, Stifte und Domkapiteln, seltener auch von Pfarreien, in Privatbesitz gelangt. Bereits 1840 zeigte der Verein in einer Ausstellung von Altertümern solche Siegelstempel. Nach 1908 setzte das Provinzialmuseum und spätere Landesmuseum die Sammeltätigkeit fort. So wurden 1968 die Siegel erworben, die sich auf dem Schloss Schwarzenraben im westfälischen Lippstadt-Bökenförde befanden, z. T. aber aus anderen westfälischen Schlössern stammten und durch Heirat und Erbschaft dorthin gelangt waren.

Weitere Bestände von westfälischen Siegelstempeln befinden sich im Landesarchiv NRW sowie im Bistumsarchiv Münster.
 

Siegelstempel des Cabinetts des westphälischen Königs Siegelstempel des Cabinetts des westphälischen Königs Jérôme Napoelon, Inv.Nr.SI-161
Gemmensiegel Gemmensiegel 12./13. Jahrhundert, Inv.Nr.SI-105