sammlung engels Bruttium, Brettii, Bronze-Doppeleinheit, ca. 214-211 v. Chr. (Ares/Nike mit Tropaion), WLM Inv.-Nr. 6819 Mz

Sammlung Prof. Dr. Walter Engels

sammlung engels Bruttium, Brettii, Bronze-Doppeleinheit, ca. 214-211 v. Chr. (Ares/Nike mit Tropaion), WLM Inv.-Nr. 6819 Mz

Durch die Übernahme der Sammlung Engels verfügt das LWL-Landesuseum für Kunst und Kulturgeschichte über einen qualitätvollen und repräsentativen Querschnitt durch die Münzgeschichte des Altertums, des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Walter Engels verstand seine seit 1896 angelegte Sammlung explizit als Universalsammlung, und so achtete er auf eine breite Streuung der Sammelgebiete. Den größten Zuwachs hatte die Sammlung wohl in der Zeit vor dem 1.Weltkrieg. In den 1920er Jahren konnte er den Bereich antiker Münzen durch die Versteigerungen von Doubletten aus dem Münzkabinett in Berlin ergänzen. Er konnte die Unterlegzettel der Münzen aus Berlin übernehmen, so dass sich die Provenienz mancher Stücke bis heute weit zurückverfolgen lässt. Dies ist für die Forschung von ganz besonderem Wert.

Prof. Dr. Walter Engels, geboren 1871 bei Hamburg und gestorben 1938 in Bielefeld, arbeitete als Lehrer an der Städtischen Realschule in Bielefeld. Er war ein Großcousin des Philosophen Friedrich Engels und hatte selbst Geschichte, Erdkunde, Deutsch, Latein und Altertumskunde studiert. Seit 1900 engagierte er sich im Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg und 1913 gründete er zusammen mit acht weiteren engagierten Sammlern den Verein westfälischer Münzfreunde.

Sein Selbstverständnis als Sammler äußerte Walter Engels 1934 so:

„Meine beiden Münzsammlungen, die antike und die mittelalterliche und (anschließend) neuere, sind mehr als eine Liebhaberei für mich gewesen, vielmehr geistige Ablenkung und seelische Heilquelle, ihrem Aufbau und Einzelbestand nach aber der Niederschlag meiner und fremder Geschichts- und Kulturkenntnisse, die Aussprache der alten Länder und Zeiten und die stilistische und künstlerische Äußerung dem Menschen von heute gegenüber“.

Engels selbst wollte seine Sammlung noch zu seinen Lebzeiten einem Bielefelder Museum zukommen, jedoch ließ sich dies nicht realisieren. Nach seinem Tod blieb die Sammlung in der Familie, doch fand sich niemand, der sie aktiv fortsetzte oder pflegte. Durch den Kontakt des damaligen Leiters des münsterischen Münzkabinetts, Prof. Dr. Peter Berghaus, konnte die Sammlung durch etappenweisen Ankauf zwischen 1960 und 1976 für das Westfälische Landesmuseum gewonnen werden.
 

walter engels Walter Engels, 1937 (Foto: privat)

Am 20. Mai 1938 starb Walter Engels. Die Sammlung blieb in der Familie, wo sich indes niemand fand, der sie fortsetzte, so dass sie ein wenig in Unordnung geriet. Durch den Kontakt von Prof. Dr. Peter Berghaus, damaligem Kurator des Münzkabinetts, zur Familie, begann 1960 der Ankauf griechischer Münzen der Sammlung Engels für das Westfälische Landesmuseum. In Etappen folgten bis 1976 auch die anderen Sammlungsbestandteile. Durch die Übernahme der Sammlung Engels verfügt das Westfälische Landesmuseum über einen qualitätvollen repräsentativen Querschnitt durch die Münzgeschichte des Altertums, des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

mainz pfennig Mainz, Heinrich ll. als König 1002-1014, Pfennig, WLM Inv.-Nr. 38662 Mz
mainz pfennig2 Mainz, Heinrich ll. als König 1002-1014, Pfennig, WLM 38662 Mz