Papiergeldsammlung
Die Sammlung von Zahlungsmitteln aus Papier verdankte ihre Entstehung den systematischen Bemühungen seitens des Landesmuseums, während des Ersten Weltkriegs die zeitgenössischen, oft simplen Notgeldscheine zu erwerben.
Wesentlich vergrößert wurde der Bestand in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert, als die Papiergeldsammlung Paul Weweler erworben werden konnte. Weweler war Textilkaufmann in Dortmund und beschäftigte sich besonders mit Münzen der Grafschaften Lippe und Schwalenberg. Seine Sammlung wurde 1995 in der Schweiz versteigert. Während des Ersten Weltkrieges sammelte auch er Kriegsnotgeld und zwar nicht nur aus Westfalen, sondern aus dem ganzen Deutschen Reich sowie aus den von Deutschland besetzten Gebieten und aus Österreich. Besonders bedeutend ist seine Sammlung für die Jahre 1920 bis 1923, als die Inflation zahlreiche Kreise, Kommunen, Banken und Privatfirmen zwang, aus Mangel an Wechselgeld und Geld für die Auszahlung von Löhnen Notgeldscheine auszugeben. Das rasante Tempo des Wertverlustes der Scheine führte zu kurzen Umlaufzeiten. Mit der Einführung der Rentenmark im Herbst 1923 hörte auch die Ausgabe lokaler und regionaler Banknoten auf.
Die Sammlung enthält auch einige Banknoten aus der Frühzeit des Papiergeldes, z. B. französische Ausgaben während der Belagerung von Mainz. Ausländisches Papiergeld enthielt die Sammlung Weweler nur in Belegstücken. Dieser Bereich ist in den letzten Jahren etwas durch Schenkungen erweitert worden, so dass heute Beispiele aus allen Kontinenten vorhanden sind. Der Gesamtbestand der Papiergeldsammlung beträgt rund 40.000 Objekte.
Zawierc (Polen), Towarczystwo Pozyczkowo-Oszczedno (Spar- und Darlehnsgenossenschaft), 50 Kopeken 1914, WLM Inv.Nr.C-19070LM
