Münzsammlung Prägestempel für den Pfennig der Stadt Dülmen 1625, Eisen, Oberfläche gestählt, Inv. Nr. TG 529 LM, Foto: LWL

Münzstempel und Münzprägemaschine

 

Als wahre Rarität gelten die Gegenstände, mit denen Münzen und Medaillen hergestellt werden konnten, also Prägestempel und Prägemaschinen. Schon im frühen 19. Jahrhundert konnte der Verein für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens aus dem Alteisen-Handel eine große Anzahl von Prägestempeln des Fürstbistums Münster aus dem 15. und 16. Jahrhundert erwerben. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Typen: Bei ersterem wird ein Unterstempel über einen spitzen vierkantigen Dorn in einen Amboss eingelassen. Beim zweiten Typ wurde ein Oberstempel mit der Hand über ein Münzplättchen gehalten und dann mit einem Hammerschlag manuell aufgepresst.
Auch finden sich Prägestempel des 17. Jahrhunderts aus den münsterländischen Landstädten Bocholt, Dülmen und Warendorf in der Sammlung des LWL-Landesmuseums. Eine Besonderheit und zugleich ein technikgeschichtliches Denkmal ist das um 1690 für die Stadt Warendorf hergestellte „Taschenwerk“. Bei diesem Typ einer Münzprägemaschine, wie sie im 16. und 17. Jahrhundert gebräuchlich war, wurden in einem starken Eisenrahmen zwei abgerundete Prägestempel gegeneinander gedreht. Die Stempel wurden dabei in die von einem Zahnradwerk bewegten „Taschen“ eingesetzt – daher der Name Taschenwerk. Mehr über das Warendorfer Taschenwerk erfahren Sie hier:

Münzstempel Prägestempel für den Pfennig der Stadt Dülmen 1625, Eisen, Oberfläche gestählt, Inv. Nr. TG 529 LM, Foto: LWL