Das Münzkabinett am LWL-Landesmuseum hat keinen dynastischen, landesherrlichen Ursprung, sondern geht auf das "vaterländische" Interesse für Geschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Mit zu den ersten Aktivitäten des 1824 begründeten Vereins für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens gehörte die Anlage einer Sammlung von Altertümern. Hierzu gehörten in erster Linie Münzen, die der junge Verein von zahlreichen Spendern geschenkt erhielt.
Einen wesentlichen Aufschwung erlebte die Sammlung, nachdem der Goldschmied W. Wippo (1821-1892) sich ihrer als "Münzwart" annahm. Wippo verzeichnete die Zugänge regelmäßig, hatte auch einen gewissen Etat für Ankäufe und pflegte einen regen Tauschverkehr. Unter Wippo, der auch numismatisch-publizistisch in Erscheinung trat, konnten mehrere mittelalterliche Schatzfunde ganz oder teilweise erworben werden.
1908 wurden die münsterischen Sammlungen des Altertumsvereins dem neu begründeten Provinzialmuseum übertragen. Einen deutlichen Aufschwung wie auch eine intensive Neuordnung erfuhr das Münzkabinett seit 1949 durch Professor Berghaus, der die Sammlung bis 1977 betreute.
Der Schwerpunkt der Sammeltätigkeit liegt bei Münzen und Medaillen aus Westfalen sowie Münzfunden aus der Region. Nennenswerte Bestände hat das Münzkabinett auch an römischen Münzen und solchen aus der Zeit der Ottonen und Salier (10./11. Jahrhundert).