Paik Nam June Paik, Mongolian Tent, 1993

Lichthofinstallationen

Aus den Skulptur Projekten, die 1977 zum ersten Mal stattfanden, hat sich im LWL-Museum ein thematischer Schwerpunkt im Bereich von Skulptur und Installation entwickelt. Mit den emblematischen Lichthofinstallationen wurde das Prinzip des „work in progress“ und des ortsspezifischen Arbeitens, das mit den ersten Skulptur Projekten im Außenraum erprobt wurde, in den Innenraum des Museums geholt. Dabei ist die erste Lichthofinstallation – die damals noch nicht so hieß – aus dem Zufall geboren: Joseph Beuys hatte für die Skulptur Projekte 1977 eine Arbeit am Hindenburgplatz (heute Schlossplatz) geplant. An der Fußgängerunterführung wollte er einen großen Fettkeil platzieren. Doch das Gemisch aus Stearin und Rindertalg wurde nicht rechtzeitig fest und konnte daher nicht vor Ort installiert werden. Beuys entschloss sich also, den großen Keil in Blöcke zerschneiden zu lassen, die dann als Installation mit dem Titel „Unschlitt / Tallow (Wärmeskulptur auf Zeit hin angelegt)“ im Lichthof des Landesmuseums präsentiert wurden. Die Arbeit befindet sich heute im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin.

Seit den 1980er Jahren werden gezielt Künstler eingeladen, mit einer ortsspezifischen Arbeit auf den historistischen Raum zu reagieren. Häufig konnten international bekannte Künstler für diese Aufgabe gewonnen werden, darunter Carl Andre, Richard Serra, Daniel Buren und Ellsworth Kelly. Der repräsentativste Raum des Altbaus kann auf diese Weise immer wieder neu gesehen und erfahren werden.

Die Tradition der Lichthofinstallationen soll mit der Neueröffnung des LWL-Museums ab 2014 fortgesetzt werden.