Chor Derick Baegert, Anbetung des Kindes (Detail), 1480, Tempera auf Eichenholz, 116,8 x 94,3 cm, Inv.Nr. 58 WKV, Dauerleihgabe des Westfälischen Kunstvereins

Aufgemischt? Hingehört!

Chorkonzert mit dem Ensemble CONTRAPUNTO mit anschließender Kuratorinnenführung
Sonntag, 17. Juli 2011, 11 Uhr

In der Sammlungspräsentation  Aufgemischt. Meisterwerke der Sammlung im Dialog sind Hauptwerke aus rund einem Jahrtausend europäischer Kunstgeschichte epochenübergreifend nach thematischen Gemeinsamkeiten gruppiert. Abstrakte und eher positiv aufgeladene Aspekte wie „Paradies und Naturerfahrung“ oder die „Farbe Blau“ treffen auf negativ konnotierte oder auch ambivalente Themen wie „Verwundung und Trost“ oder „Konflikte und Helden“.
Das Chorensemble CONTRAPUNTO hat zu diesem Spektrum ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm an geistlichen und weltlichen Liedern quer durch die europäische Musiktradition zusammengestellt. Die thematischen Sektionen von Aufgemischt werden gefühl- und lustvoll in die Sprache der Musik übertragen.
Im Anschluss an das Konzert findet ein Rundgang durch die Aufgemischt-Präsentation mit den Kuratorinnen Dr. Angelika Lorenz und Dr. Petra Marx statt.

CONTRAPUNTO ist ein gemischter münsterischer Chor mit 25 Sängern und Sängerinnen mit einem Repertoire von geistlichen Liedern, Madrigalen, Werken der Romantik über Volkslieder bis hin zu Popstücken. Seit 2006 steht CONTRAPUNTO unter Leitung des gebürtigen Wieners Werner Marihart, der an der Wiener Musikakademie (Hochschule für Musik) seine Studien in Klavier, Instrumental- und Vokalbegleitung sowie eine Kapellmeisterausbildung abschloss.

 

Ort: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

 

Veranstaltungssaal im 2. OG,

 

Eintritt 7 €, ermäßigt 5 €

plakat Jong Kommunisten (Jugendorganisation der KP Belgiens?), Angela Davis, 1970/ 71, Foto: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Von den „'68ern“ zur globalen Protestkultur

 

Die weltweiten Revolten im Spiegel der Plakatszene    

 

Dr. Jürgen Krause
Donnerstag, 7. Juli 2011, 19 Uhr

Die Protestkultur der sogenannten '68er war alles andere als ein isoliertes, auf Deutschland beschränktes Phänomen. In einer Vorwegnahme der Globalisierung wehte der Zeitgeist jener Jahre die Lust am Protest über alle Grenzen hinweg quer durch die Welt. Ob es der Pariser Mai 68 war, die Proteste gegen den Vietnamkrieg, die Solidarität mit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und den Befreiungsbewegungen in Lateinamerika – die ideologische und bildstrategische Vernetzung der linksalternativen Szenen ist nicht zu übersehen.

Diese heute kaum noch vorstellbare Protestkultur in der Bundesrepublik jener Jahre suchte den engen Schulterschluss mit der Plakatproduktion in der Dritten Welt, für die das Cuba Fidel Castros und Che Guevaras zum Vorbild wurde.
Anhand der rund 100 neu hinzugekommenen Exponate des 2. Teils der „Visuellen Revolten“ schärft sich der Blick für globale grafische Trends und Parallelen, aber auch für nationale und regionale Bildtraditionen und Besonderheiten.

toiletten Hans-Peter Feldmann, WC-Anlage am Domplatz, skulptur projekte Münster 2007, Foto: Roman Mensing / artdoc.de

Kunst zum Verlieben

Führung für Singles mit anschließendem Dinner à la Carte
Donnerstag, 7 Juli, 18:30 Uhr

Man findet sie überall in der Stadt: Werke, die nach Skulptur.Projekte 77 bis 07 für Münster erworben wurden. Seit 1977 sind sie immer wieder Anlass für eine anregende Auseinandersetzung über Kunst im öffentlichen Raum. Denn „Giant Pool Balls“, Kirsche und „3 rotierende Quadrate“ polarisieren.

 

Bei diesem Abendspaziergang durch die Stadt können Kunstinteressierte als wechselndes Duo den Spaß an der Gegenwartskunst in lockerer Atmosphäre und unter fachkundiger Moderation mit anderen teilen. Anschließend sind Plätze in einem Restaurant reserviert.

 

Achtung: Bitte wetterfest anziehen! Nur wenn es stark regnen sollte, weichen wir in die ständige Sammlung aus!

 

Anmeldung bitte bis Mittwoch, 6. Juli  (13 Uhr) im Besucherbüro unter 0251 5907-201 oder besucherbuero@lwl.org

 

Teilnahmegebühr: 2 Euro (zzgl. Eintritt bei Museumsbesuch)

Archiv Kulturprogramm "PALERMO"

 

Flipper - Tagtraum - Schmetterling: Die Kunst Palermos

Vortrag von Dr. Erich Franz (Münster)

Donnerstag, 3. März, 19 Uhr

Der Kuratorenvortrag reicht über die Thematik der laufenden Ausstellung hinaus und charakterisiert das Gesamtwerk dieses deutschen Ausnahmekünstlers. Palermos herausragende künstlerische Leistung wird im Kontext seiner Zeitgenossen Gerhard Richter und Imi Knoebel und seiner Vorbilder Barnett Newman und Joseph Beuys dargestellt.
Palermo prägte eine neue Auffassung von der Ganzheit des künstlerischen Werks:
Es bestand nicht mehr in einem geschlossenen Bild, Objekt oder Konzept, sondern im offenen Dialog zwischen ganz unterschiedlichen Sichtweisen. Diese künstlerische Aussage wirkt bei jeder Begegnung unmittelbar, undogmatisch, radikal und mit immer neuer sinnlicher Intensität.

Erich Franz war bis 2009 Referent für die Kunst der Moderne und stellvertretender Direktor des LWL-Landesmuseums und ist Kurator der Ausstellung „PALERMO - Who knows the beginning and who knows the end“.
 

Palermo - anders gesehen

Ein Gespräch zwischen Gislind Nabakowski und Erich Franz
Donnerstag, 12. Mai, 19 Uhr


Die Beuys-Schülerin und Kunsthistorikerin Dr. Gislind Nabakowski führte 1973 das einzige Interview, das Palermo jemals zu seiner Kunst gab. Das Gespräch mit Dr. Erich Franz, dem Kurator der Ausstellung, behandelt Palermos Aussagen von damals, sein Verhältnis zur Literatur und Musik, zur Kunstszene sowie zu Joseph Beuys und dessen Aussage, jeder Mensch sei ein Künstler.

Ort: Veranstaltungssaal innerhalb der Ausstellung
Eintritt: 5 €, erm. 3.50 € (inkl. Ausstellungseintritt)
 

 

lange nacht

Am Internationalen Museumstag und letzten Tag der Ausstellung "PALERMO - Who knows the beginning and who knows the end" ist der Eintritt frei!

Programm:

11 Uhr: "MAL so MAL so"-Matinee mit dem DiT-Studio für Tanzkunst von Ruth und Uli Trautmann


Als bewegten Abschluss der Ausstellung nähern sich die Tänzer und Tänzerinnen des DiT-Studios den Arbeitstechniken und Ideen Palermos. Altersübergreifend und integrativ setzen sie den Zeitgeist der 1960er und 1970er in Szene.

15 Uhr: Letzte öffentliche Führung zu "PALERMO"

16 Uhr: Führung Sonntagsaussichten in "Aufgemischt"

plakat Unbekannter Entwerfer / Druckwerkstatt in der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: Ich bin zu jedem Gespräch bereit!, 1969, Foto: LWL

Kein Summer of Love

Die Studentenrevolte in Münster im Spiegel der Plakatszene um 1968

Vortrag von Dr. Jürgen Krause
Donnerstag, 7. April, 19 Uhr     


Auch wenn ihre vehementesten Konflikte in Berlin oder Frankfurt stattfanden: In der der sog. 68er Zeit und den Studentenunruhen war Münster mehr als ein Nebenschauplatz. Die mentale Aufbruchsstimmung der Metropolen war ungebremst nach Westfalen hinübergeschwappt, die großen Themen wie Bildungsnotstand, NS-Vergangenheit und Notstandsgesetze wurden genauso hitzig diskutiert, und auch hier gingen die verbalen Konfrontationen mit dem „Establishment“ zuweilen ins Handgreifliche über.

Der Vortrag des Kurators der Ausstellung, der zugleich Zeitzeuge jener Jahre ist, wird den vielgestaltigen, visuellen Widerhall dieser Epoche in der Plakatkunst schildern, die als noch nicht kanonisierte Kunstgattung besonders dankbar dem Bedürfnis nach neuen, „tabulosen“ Diskussionsformen entsprach, und die grafische Aufnahme politischer Inhalte zeit- und kulturgeschichtlich kommentieren. Er wird eine erste Bilanz der Eröffnungssequenz der „Visuellen Revolten“ ziehen und ihre Inhalte mit den folgenden beiden Staffeln dieses Langzeitprojekts verknüpfen.


Jürgen Krause ist Referent u.a. für Design und Plakatkunst am LWL-Landesmuseum und verantwortlich für die Ausstellung „Visuelle Revolten. Schnitte durch die Plakatszene um 1968“.


Ort: Veranstaltungssaal innerhalb der Ausstellung

Der Eintritt ist frei.