Der Spagat der Museen im 21. Jahrhundert und die Chancen des Neubaus
Dr. Hermann Arnhold (Münster)
Donnerstag, 16. Juni 2011, 19 Uhr
Für die Arbeit und das Selbstverständnis der Museen haben die letzten Jahrzehnte mit den leeren öffentlichen Kassen und dem Wandel im Ausstellungsbetrieb wie auch im Besucherverhalten drastische Veränderungen mit sich gebracht. Das Ideal von der "bildungsbürgerlichen Galerie" hat sich überlebt, die Beschränkung auf die musealen Kernaufgaben "Sammeln", "Bewahren", "Forschen" sowie "Ausstellen und Vermitteln" ist nicht mehr konkurrenzfähig. Gefordert ist der Spagat zwischen dem klassischen, nach wie vor wichtigen Bildungsauftrag auf der einen Seite und einem kreativen Umgang mit den immer drängenderen Herausforderungen des zeitgenössischen Kulturbetriebs auf der anderen Seite: In Zeiten von Internet, Sparmaßnahmen und Neustrukturierungen bestimmen die Drittmittelakquise, die Sucht nach publikumswirksamen Blockbuster-Ausstellungen mit Event-Charakter, die Notwendigkeit individueller Profilschärfung und der Wettlauf um mediale Beachtung das Alltagsgeschäft eines Museums.
Der Vortrag des Direktors des LWL-Landesmuseums wird aufzeigen, wie modernes Museumsmanagement diese Vielzahl an Aspekten in einer intelligenten, dynamischen Balance hält und inwieweit durch die Neueröffnung des Museums 2013 neue Möglichkeiten und Perspektiven entstehen.
Dr. Hermann Arnhold ist seit 2004 Direktor des LWL-Landesmuseums.
Ort: Veranstaltungssaal 2. OG
Eintritt frei