Neubau.Gespräche Konzepte, Perspektiven und Erwartungen

Der Neubau des LWL-Landesmuseums

Perspektiven und Herausforderungen für das neue Museum
Dr. Hermann Arnhold
Donnerstag, 14. Oktober 2010, 19 Uhr

Der Neubau des LWL-Landesmuseums wird nicht nur einen Gewinn an Fläche für die Kunst mit sich bringen. Verbunden mit ihm ist auch eine grundlegende Neukonzeption der Sammlungspräsentation, die dem Mehrspartenhaus eine zukunftsorientierte innere Logik verleihen wird. Das Referat des Museumsdirektors liefert aus erster Hand Einblicke in die Planungen.

Hermann Arnhold ist seit 2004 Direktor des LWL-Landesmuseums.

"Es lebe die Provokation! "

Museale Erfolgsbausteine
Professor Jan Hoet (Gent)
Donnerstag, 18. November 2010, 19 Uhr


Seitdem er sich für die Kunst stark macht, ist es ihm ein Anliegen, die eingefahrenen Sehgewohnheiten der Menschen mit unkonventioneller, herausfordernder Kunst zu konfrontieren und ihre Mentalität zu verändern – Konflikte hat er dabei nie gescheut.

Jan Hoet berichtet über seine Erfahrungen mit dem Credo, intelligent zu provozieren.

 
Jan Hoet ist einer der international bekanntesten Ausstellungsmacher und Museumsdirektoren. 1992 war er der künstlerischer Leiter der documenta 9.

"Die schönste Museumsbaustelle der Welt"

Erfahrungen mit dem neuen Folkwang-Museum
Dr. Hartwig Fischer, Essen
Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19 Uhr


Im Januar 2010 wurde nach weniger als zwei Jahren Bauzeit das neue Essener Folkwang-Museum nach den Plänen David Chipperfields eröffnet. Der Direktor Hartwig Fischer wird über seine Erfahrungen mit dem Abriss und dem Neubau, den Konzepten und Realisierungswegen berichten sowie seine Visionen für eine moderne Museumskultur zur Diskussion stellen.

Hartwig Fischer ist seit 2006 Direktor des Folkwang-Museums und hat den Neubau vom Architektenwettbewerb an begleitet und geprägt.

Neue Wege, neues Sehen

Die Sammlungspräsentation im neuen LWL-Landesmuseum
Henning Meyer (Stuttgart)
Donnerstag, 27. Januar 2011, 19 Uhr


Neben der architektonischen Struktur des neuen Museums und seiner Präsenz im Stadtbild ist für die Aufgaben des Museums das Innenleben mit seinen Möglichkeiten der Neupräsentation der Sammlung von zentraler Bedeutung. Der Architekt für Museumskonzeption und Ausstellungsgestaltung Henning Meyer wird einen Werkstattbericht von seiner Arbeit in Münster an der Neuinszenierung der Sammlung präsentieren.

Henning Meyer ist Ausstellungsarchitekt und Geschäftsführer der Agentur Space 4, die ihren Schwerpunkt in der Präsentations- und Kommunikationsarchitektur hat.

Aura, Identität, Image, Marke

Profilbildung für das neue LWL-Landesmuseum
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert (Münster)
Donnerstag, 10. März 2011, 19 Uhr

Angesichts der Veränderungen im kulturellen Konsumverhalten auf einem zunehmend konkurentiellen Markt gehören zur Ausrichtung des neuen LWL-Landesmuseums ganz wesentlich auch marketingstrategische Erwägungen.

Prof. Dr. Heribert Meffert hat vielfach an wissenschaftlich fundierten Strategien gearbeitet, die zur überregionalen Ausstrahlung von Kulturinstitutionen als „Marke“ beigetragen haben. Im Landesmuseum wird er mögliche Optionen zur Positionierung des Neubaus in der Gemengelage von kommunaler Standortpolitik, Finanzzwängen, kulturellen Inhalten und Marketing diskutieren.

 

Heribert Meffert ist emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften, Gründer des ersten Instituts für Marketing in Deutschland und weltweit einer der führenden Marketing-Experten.

 

"Goldenes Zeitalter" neu zu besichtigen

Die Neuausrichtung des Amsterdamer Rijksmuseums
Prof. Dr. Gregor J. M. Weber (Amsterdam)
Donnerstag, 26. Mai 2011, 19 Uhr      


Das Amsterdamer Rijksmuseum gehört mit seiner einzigartigen Sammlung zur Kunst des „Goldenen Zeitalters“ der Niederlande zu den wichtigsten und bestbesuchten Museen Europas. Seit 2003 wird das Gebäude einer Generalsanierung unterzogen, um mit der Präsentation der Exponate und hinsichtlich seiner vielfältigen Bildungs- und Forschungsaufgaben den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Das Referat wird aus der Innensicht die politischen Entscheidungsprozesse, konzeptionellen Eckpunkte und die unterschiedlichen Erwartungshaltungen zu dieser Herkulesaufgabe beleuchten.

Gregor J. M. Weber arbeitete als anerkannter Experte der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jh. viele Jahre als Museums- und Ausstellungskurator in Deutschland und leitet seit April 2009 die Gemäldeabteilung des Amsterdamer Rijksmuseums.
 

Ort: Veranstaltungssaal 2. OG

Eintritt frei

Das Museum zwischen Sammlung und Ausstellung

Der Spagat der Museen im 21. Jahrhundert und die Chancen des Neubaus
Dr. Hermann Arnhold (Münster)
Donnerstag, 16. Juni 2011, 19 Uhr


Für die Arbeit und das Selbstverständnis der Museen haben die letzten Jahrzehnte mit den leeren öffentlichen Kassen und dem Wandel im Ausstellungsbetrieb wie auch im Besucherverhalten drastische Veränderungen mit sich gebracht. Das Ideal von der "bildungsbürgerlichen Galerie" hat sich überlebt, die Beschränkung auf die musealen Kernaufgaben "Sammeln", "Bewahren", "Forschen" sowie "Ausstellen und Vermitteln" ist nicht mehr konkurrenzfähig. Gefordert ist der Spagat zwischen dem klassischen, nach wie vor wichtigen Bildungsauftrag auf der einen Seite und einem kreativen Umgang mit den immer drängenderen Herausforderungen des zeitgenössischen Kulturbetriebs auf der anderen Seite: In Zeiten von Internet, Sparmaßnahmen und Neustrukturierungen bestimmen die Drittmittelakquise, die Sucht nach publikumswirksamen Blockbuster-Ausstellungen mit Event-Charakter, die Notwendigkeit individueller Profilschärfung und der Wettlauf um mediale Beachtung das Alltagsgeschäft eines Museums.

Der Vortrag des Direktors des LWL-Landesmuseums wird aufzeigen, wie modernes Museumsmanagement diese Vielzahl an Aspekten in einer intelligenten, dynamischen Balance hält und inwieweit durch die Neueröffnung des Museums 2013 neue Möglichkeiten und Perspektiven entstehen.

Dr. Hermann Arnhold ist seit 2004 Direktor des LWL-Landesmuseums.

Ort: Veranstaltungssaal 2. OG

Eintritt frei

Profilbildung rheinisch und schwäbisch

Von der Kunsthalle Düsseldorf zum Kunstmuseum Stuttgart
Dr. Ulrike Groos (Stuttgart)
Donnerstag, 14. Juli 2011, 19:30 Uhr  

In den letzten Jahren hat Ulrike Groos kurz nacheinander die Düsseldorfer Kunsthalle aus dem Dornröschenschlaf geweckt und neu positioniert sowie die Leitung des Kunstmuseum Stuttgart im 2005 eröffneten Neubau am Schlossplatz übernommen. Sie wird von ihren Konzepten, Prioritäten und Erfahrungen bei der Profilbildung dieser zwei sehr unterschiedlichen Häuser und über die jeweiligen Ausgangssituationen und städtischen Erwartungshaltungen berichten.

Ulrike Groos ist Kunsthistorikerin und seit 2010 Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart.

Ort: Veranstaltungssaal 2. OG

Eintritt frei

Kunst auf dem Zauberberg

Das ganz besondere Kirchner Museum Davos
Dr. Karin Schick (Davos)
Donnerstag, 8. September 2011, 19 Uhr  

In seltener Einheit von Kunst und Entstehungsort, im innovativen Zusammenklang von Präsentation und Forschungsarbeit, in seinem monografischen Profil wie auch in seinem Spagat zwischen atemberaubender Lage und saisonalem Tourismus ist das Kirchner Museum Davos nicht nur das höchstgelegene, sondern auch eines der ungewöhnlichsten Kunsthäuser Europas. Die Direktorin Karin Schick berichtet von den vielfältigen Facetten eines Museumsbetriebs in den Schweizer Alpen.

Karin Schick ist Kunsthistorikerin und seit Sommer 2006 Direktorin des Kirchner Museum Davos.

Ort: Veranstaltungssaal innerhalb der Ausstellung

Eintritt: frei

Zwischen Vielfalt und Konzentration

Die neue Standortbestimung des Berliner Stadtmuseums
Dr. Franziska Nentwig (Berlin)
Donnerstag, 13. Oktober 2011, 19 Uhr


Seit 1995 versammelt die Stiftung Stadtmuseum Berlin (Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins)  diverse Sammlungen und Museen unter ihrem Dach. Mit ihrer Berufung zur Generaldirektorin 2005 startete Dr. Franziska Nentwig einen großangelegten Masterplan zur Umstrukturierung und Neuausrichtung dieser komplexen Institution. In ihrem Vortrag berichtet sie von ihren kulturpolitischen Erfahrungen als Museumsfrau bei der Neuaufstellung des größten Stadtmuseums Europas.
Franziska Nentwig ist Musikwissenschaftlerin und seit Februar 2006 Generaldirektorin der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Kraftort für moderne und zeitgenössische Kunst

Der Neustart des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen a. Rhein
Dr. Reinhard Spieler (Ludwigshafen)
Donnerstag, 17. November 2011, 19 Uhr


Nach einer 17 Monate währenden Sanierung  wurde das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen a. Rhein im Frühjahr 2009 wiedereröffnet. Ziel der Maßnahmen war es, mit den baulichen und technischen Verbesserungen eine grundlegende Neuaufstellung des Kunsthauses in seiner Sammlungs- und Ausstellungpolitik zu gewährleisten und seine Position in der Metropolregion Rhein-Neckar  zu festigen. Der Direktor des Museums berichtet von seinen Zielsetzungen und Erfahrungen dieser Umbruchzeit.
Reinhard Spieler ist Kunsthistoriker und Ausstellungskurator und seit September 2007 Direktor des Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen.

Bürgersinn und Museum

Die Stiftung Kunst³ und das LWL-Landesmuseum als Brennpunkte bürgerschaftlichen Engagements
Dr. Wolfgang Henze (Wichtrach/Bern)
Donnerstag, 8. Dezember 2011, 19 Uhr

 

Das LWL-Landesmuseum ist ohne mäzenatisches Engagement nicht vorstellbar. Bürgerliche Initiativen haben seine Gründung überhaupt erst möglich gemacht, in den gut 100 Jahren seines Bestehens kontinuierlichen Schulterschluss geleistet und durch die Gründung der Stiftung kunst³ einen neuen Höhepunkt gesetzt. Wolfgang Henze, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Stiftungsrates, wird am Beispiel von kunst³ zu Relevanz, Chancen und Problematiken mäzenatischen Engagements für Museen der öffentlichen Hand Stellung nehmen.

 

Wolfgang Henze ist Kunsthistoriker und Galerist sowie gemeinsam mit Ingeborg Henze-Ketterer verantwortlich für den Nachlass und das Archiv Ernst Ludwig Kirchners.