Eröffnung

Archiv Kulturprogramm "Neue Alchemie"

Filmreihe zur Ausstellung „Neue Alchemie“

Die ausgewählten Filme erzählen von Menschen, die sich abgestoßen fühlen von einer sinnentleerten, durchrationalisierten Welt. Sie begeben sich auf die Suche nach Lebenssinn und Transzendenz oder streben nach einer Versöhnung von Zivilisation und Natur.

Ort: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, 2. OG

Eintritt: 5 € (die Ausstellung ist während der Filmvorführungen geschlossen)

 

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 19 Uhr

Khadak

D, NL, B 2006, Farbe, 99 Min., dt.

R: Peter Brosens u. Jessica Woodworth

Intensive und poetische Bilder über einen mongolischen Hirtenjungen, der sich angesichts der Zerstörung der traditionellen Lebensweisen seines Volkes und des fragilen Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur mit seinem Schicksal konfrontiert sieht, ein Schamane zu werden.

 

Mittwoch, 3. November 2010, 19 Uhr

„Die letzte Flut“ (The Last Wave)

Australien 1977, Farbe, 110 min., dt.

R: Peter Weir

Ein mystischer, bildgewaltiger Thriller um einen von apokalyptischen Visionen heimgesuchten Rechtsanwalt, bei dem die europäisch-zivilisatorische Entfremdung der weißen Australier der Glaubenswelt und den Ritualen der australischen Ureinwohner gegenüberstellt wird.

 

 

Mittwoch, 17. November 2010, 19 Uhr

"Das Herz der Bärin"

EST/D/RUS/CZ  2001, Farbe, 123 Min., dt.

R: Arvo Iho

Ein mit den Mitteln des magischen Realismus erzähltes romantisches Drama von der Suche eines jungen Mannes nach dem inneren Gleichgewicht, das er in der Lebenswelt Sibiriens und bei seinen vom Schamanismus geprägten Menschen findet.

 

 

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 19 Uhr

"Stalker"

SU 1979, Farbe,163 Minuten, dt.

Regie: Andrej Tarkowskij

Inmitten der Polaritäten von Natur und Zivilisation, Erkenntnis und Intuition, Ratio und Spiritualität steht der Antiheld Stalker gegen das „Projekt Moderne“ mit seinen gescheiterten Glücksversprechungen. Die episch-philosophische Erzählung ist eine der außergewöhnlichsten filmischen Zivilisationskritiken.

 

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 19 Uhr

Montana Sacra - Der Heilige Berg (The Holy Mountain)

USA, Mexiko 1973, Farbe,114 Min. engl.

R: Alejandro Jodorowsky

Bei diesem surrealistisch-mystischen Experimentalfilm des chilenischen Kultregisseurs über die Suche nach Unsterblichkeit führt ein spiritueller Meister eine Gruppe Jünger über einen alchemistischen Initiationsparcours zum „heiligen Berg“, auf dessen Gipfel neun Weise thronen sollen.

yoga

ArtYoga

Performance-Projekt mit Teilnahme des Publikums

16./17. Oktober 2010, jeweils 15-17 Uhr

Die Künstler und Yogalehrer Benita-Immanuel Grosser untersuchen die Möglichkeiten, Philosophie und Praxis des Yoga im Kunstkontext zu lancieren und in Form von eigenständigen, maßgeschneiderten Interventionen auf die architektonische und sozial kodierte Situation von Ausstellungsräumen zu übertragen.

Mit ihrem Ausstellungsbeitrag für „Neue Alchemie“ machen sie die Besucher zu Akteuren und damit zum Teil eines Prozesses: Durch die Yogaübungen entsteht ein zusätzlicher, temporärer Wahrnehmungsraum, der mit dem Rezeptionsraum der Ausstellung verschmilzt, so dass sich sowohl mental als auch physisch neue Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnen. Jede Lektion besteht aus einem kurzen Vortrag und einer Abfolge von Atemübungen, Positionen und Entspannung. Yogavorkenntnisse sind nicht notwendig.

Benita-Immanuel Grosser leben und arbeiten zusammen seit 1989. Gemeinsam besuchten sie die Kunsthochschulen in München und Stuttgart (Joseph Kossuth). Ihre Tätigkeit als Sivananda-Yogalehrer kam 1994 hinzu. Zunächst entwickelten sie ortsspezifische Installationen und hinterfragten die Institution Kunst. Seit 1995 liegt der Fokus auf dem Projekt participating, at the same time. 2000 Eröffnung des Raumes Y8 in dem Kunstpositionen international renommierter Konzeptkünstler realisiert werden. (www.artyoga.de)

Teilnahmebeitrag: 5 € (inkl. Ausstellungseintritt)
 

studis

art after dark - Nacht der Schüler und Studierenden


Donnerstag, 25. November, 20-24 Uhr

In Zusammenarbeit mit der Kunstakademie und der Fachschaft Kunstgeschichte bietet dieser Abend Gesprächsstoff zur Ausstellung „Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys“ auf Augenhöhe.

Achtung: Freier Eintritt schon ab 18 Uhr für alle Schüler und Studierenden!


Programmübersicht:

20:30 - 23:30 Uhr (halbstündlich): Auf Augenhöhe – Studis führen Studis         
20 Uhr und 22 Uhr: Schnellzeichenaktion mit Studierenden der Klasse Klaus Merkel (Kunstakademie Münster)
Ab 20 Uhr: Sounds mit DJ DANIMON; außerdem verschenkt die Bibliothek des LWL-Landesmuseums doppelte oder nicht in ihre Sammlung passende Bücher

klangperformance

Klangperformance

fürsichstehend

Klang-Performance von Myriam Holme und Ralf Haarmann


Freitag, 3. Dezember, 19 Uhr

Ort: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, 2. OG

Eintritt: 5 €, 3,50 € ermäßigt (inkl. Ausstellungseintritt)


Eine Collage aus Geräuschen, Sprache und Rhythmen mit direkter Verbindung zu der Rauminstallation der Künstlerin Myriam Holme in der Ausstellung „Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys“ bildet die Grundlage für einen besonderen Hör-Abend im Landesmuseum.
Im Atelier Myriam Holmes wurden während der Herstellung ihres Werkes Tonaufnahmen gemacht, die anschließend von dem Komponisten Ralf Haarmann arrangiert und bearbeitet wurden. Kombiniert werden die Aufnahmen mit live auf Holmes Installation erzeugten und elektronisch verformten Klängen und mit Sprache: Zwei Schauspieler tragen Texte, die in direktem Bezug zu Myriam Holmes Arbeit stehen, vor.
Die bildende Künstlerin Myriam Holme lebt und arbeitet in Mannheim. In ihren Arbeiten, die eine starke sinnliche Wirkung haben, stehen die haptischen Qualitäten der verwendeten Materialien genauso im Vordergrund wie die abstrakten Inhalte Linie, Farbe, Bewegung, Fläche und Raum.
Der Komponist Ralf Haarmann arbeitet im Bereich der instrumentalen und der elektro-akustischen Musik. Seine Konzertstücke sind eine Kombination aus akustischen Instrumenten und eigens dafür geschriebenen Computerprogrammen. Seit 2000 hat er außerdem für zahlreiche Radio-Hörspielproduktionen und Theaterinszenierungen die Musik komponiert.

Einen Eindruck von der Performance kann man sich hier verschaffen:


http://vimeo.com/17940947

Vortragsreihe

Kunst der Gegenwart nach Beuys?
Melanie Bono, Münster
Dienstag, 5. Oktober 2010, 19 Uhr

Über 20 Jahre nach dem Tod von Joseph Beuys macht sich eine junge Künstlergeneration auf den Weg und beschwört mit ihrer Kunst wieder die Kraft des Ursprünglichen, der Natur, der Energie und Transformation.
Die Kuratorin der Ausstellung „Neue Alchemie“ gibt Einblicke in die Entstehung der Ausstellungsidee und -konzeption und erläutert wichtige Aspekte des Themas. Dabei hinterfragt sie die These einer „Bewegung“ anhand von Gemeinsamkeiten und auch Unterschieden in den einzelnen gezeigten Positionen. Ob hinter der geteilten Ästhetik auch eine gemeinsame Geisteshaltung steht und diese mit den Zeiten Beuys’ vergleichbar ist, soll ebenso thematisiert werden, wie die Bedeutung von Beuys für eine Künstlergeneration, die dessen Präsenz ausschließlich aus seinen Werken lesen muss.

Melanie Bono ist Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Landesmuseum und verantwortlich für die Ausstellung „Neue Alchemie“Trag
 


Joseph Beuys. Parallelprozesse
Dr. Isabelle Malz, Düsseldorf
Dienstag, 26. Oktober 2010, 19 Uhr


Mit der Ausstellung „Joseph Beuys. Parallelprozesse“ präsentiert die Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine große Retrospektive zum Œuvre von Joseph Beuys.
Die Kuratorin Isabelle Malz wird über die konzeptionellen Grundlagen und die Vermittlungsziele der Ausstellung sprechen, die die verschiedenen Facetten und komplexen Vernetzungsstrukturen innerhalb des Lebenswerks von Joseph Beuys in ihrer Wechselwirkung darstellt. Sein erweiterter Kunstbegriff, die Auseinandersetzung mit dem (Museums)Raum, sein Glaube an die sozialutopische Kraft der Kunst, die performativen Potentiale, sowie sein ritueller, transformierender Umgang mit Objekten und Werkstoffen sind zentrale Aspekte der Düsseldorfer Ausstellung und werden zugleich zum Hintergrund der in Münster präsentierten Arbeiten.


Isabelle Malz ist Kuratorin an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und verantwortlich für die Ausstellung „Joseph Beuys. Parallelprozesse“.

www.kunstsammlung.de

 

Kreative Missverständnisse. Ein ethnologischer Blick auf den Künstler als Schamanen
Prof. Dr. Guido Sprenger, Münster
Freitag, 26. November 2010, 19 Uhr

Joseph Beuys hat die Idee formuliert, dass Künstler wie Schamanen zwischen der Gesellschaft und spirituellen Naturkräften vermitteln. Doch sind dergleichen moderne Rollenspiele nicht Anmaßungen, die die Sensibilität echter Schamanen verletzen? Oder gibt es den „authentischen“ Schamanen, der als Maßstab dienen könnte, gar nicht? Dieser Vortrag schweift von deutschen Sibirienexpeditionen über Herder und Katharina die Große, vom Kerngebiet des Schamanentums bis in das New York der 70er Jahre, um der Reise des Schamanismusbegriffes auf die Spur zu kommen. Dabei wird deutlich, dass eine Figur wie Beuys zwar kein Schamane im Sinne der Gesellschaften ist, in denen es diese Institution gibt, wohl aber einer, der für uns Eingeborene der Moderne sinnvolle Rituale durchführt.

Guido Sprenger ist Juniorprofessor für Ethnologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit 2000 forscht er bei den Rmeet in Laos, wo er häufig mit Schamanen in Kontakt kam.
 

Eintritt: 5 €, ermäßigt 3,50 € (inkl. Ausstellungseintritt)