Schatzkunst

Schatzkunst des Mittelalters

"Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen"

Gold, Silber und Edelsteine üben seit Jahrtausenden auf Menschen aller Kulturen eine große Faszination aus. Die Schönheit und Pracht der kostbaren Materialien und ihr überirdischer Glanz machen sie zu Sinnbildern für das Ewige, Magische, Göttliche, zum Ausdruck von Macht und Reichtum. In Westfalen blieben ungewöhnlich viele herausragende Goldschmiedearbeiten des Spätmittelalters als Zeugnisse christlicher Frömmigkeit und weltlichen Repräsentationsbedürfnisses erhalten. Die Ausstellung würdigt die oft im Verborgenen schlummernden Schätze erstmals sowohl in ihrem künstlerischen Rang als auch in ihrem ursprünglichen historischen Zusammenhang. So beeindruckend die „Goldene Pracht“ dieser Werke ist, so wenig ist sie der Öffentlichkeit bislang bekannt.


Die Ausstellung
Kostbare Kreuze, prächtige Kelche und Reliquienschreine, aufwendige Buchdeckel und Mantelschließen: Die Schau präsentiert mehr als 300 Kunstwerke des 10. bis 16. Jahrhunderts, darunter eine Vielzahl an internationalen Leihgaben. Einzigartig sind die von westfälischen Goldschmieden gefertigten Silberstatuetten. Neben der kirchlichen Schatzkunst finden sich zahlreiche Gegenstände für den weltlichen Gebrauch wie edles Ratssilber, aber auch filigrane Ringe oder Broschen für die städtische Kundschaft.

Die Ausstellung umfasst die mittelalterlichen Herrschaftsgebiete zwischen Rhein, Ruhr und Weser. In der Frühzeit prägten die Zentren weltlicher und geistlicher Macht die Kunst und Kultur der Region – Bischofssitze wie Münster, Paderborn und Osnabrück, das Benediktinerkloster Corvey und das Frauenstift Essen. Ab dem 13. Jahrhundert entstand sakrale und profane Goldschmiedekunst auch in den erblühenden Hansestädten wie Soest und Dortmund. Die europaweiten Handelsbeziehungen brachten wesentliche künstlerische Neuerungen nach Westfalen.
Grundlage der mittelalterlichen Prachtentfaltung war die Vorstellung von einem Gabentausch zwischen den Gläubigen und Gott: Die Stifterinnen und Stifter prachtvoller Werke erhofften sich als Entlohnung die Vergebung ihrer Sünden und das ewige Seelenheil. Weitere, bisher kaum erschlossene Themen sind u.a. die Symbolik des Goldes, die politisch-zeremoniellen Funktionen der Goldschmiedekunst, die Entstehung von Kirchenschätzen und die gesellschaftliche Rolle der Goldschmiede. Werke anderer Kunstgattungen wie Tafelbilder, Skulpturen, Buchmalereien, liturgische Gewänder und Schriftzeugnisse erhellen die vielfältigen Bedeutungsebenen der Goldschmiedearbeiten.
Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und die Domkammer der Kathedralkirche St. Paulus präsentieren die „Goldene Pracht“ in elf Kapiteln auf 1.500 Quadratmetern. Durch die Zusammenarbeit der Museen mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster fließen Kompetenzen aus drei renommierten Institutionen und unterschiedlichen Fachrichtungen ein.
 

Ausstellungsorte:
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster
Domplatz 10, 48143 Münster
Tel.: +49 (0)251 5907-01
Fax: +49 (0)251 5907-210
landesmuseum(at)lwl.org
www.lwl-landesmuseum-muenster.de

Domkammer der Kathedralkirche St. Paulus, Münster
Horsteberg, 48143 Münster
Tel. +49 (0)251 495-274
www.domkammer-muenster.de