Der Schrein des Heiligen Patroklus

Ein vergessenes Kunsthandwerk lebt weiter

Die in der Ausstellung „Goldene Pracht“ präsentierten Goldschmiedearbeiten sind Wissenschaftlern zufolge kostbare Zeugnisse mittelalterlicher Frömmigkeits- und Kulturgeschichte. An den kunstvoll gearbeiteten Schreinen, liturgischen Geräten, Statuetten und Schmuckstücken zeigt sich laut Kunsthistoriker Prof. Dr. Hartmut Krohm, assoziierter Kurator der Ausstellung, auch die hohe technische Kunstfertigkeit der westfälischen Goldschmiede: „Heute ist das Wissen um die Treibarbeit, ein spezielles Verfahren Metalle zu verformen, fast gänzlich verloren.“
 

Ein neuer Dokumentarfilm begleitet die beiden Silberschmiede Christof und Michael Winkelmannaus aus Möhnesee im Sauerland, wie sie die heute kaum noch beherrschte Technik neu beleben und nach mittelalterlichem Vorbild sieben filigrane Silberstatuetten für die Nachbildung des berühmten Patroklus-Schreins aus Soest fertigten, der aus dem 14. Jahrhundert stammte und im Zweiten Weltkrieg verbrannt ist.
 

Der Film „Der Schrein des Heiligen Patroklus. Ein vergessenes Kunsthandwerk lebt weiter“ erzählt darüber hinaus die Geschichte des Heiligen Patroklus und seines Schreines, der durch die Nachschöpfungen der Brüder Winkelmann erstmals seit 1945 in der Ausstellung „Goldene Pracht“ in neuer Vollständigkeit zu sehen ist, wie der Kurator sagt. „Der Film macht deutlich, wie aufwändig der Herstellungsprozess der Goldschmiedearbeiten im Mittelalter war. Die Besucher werden die Stücke danach mit ganz anderen Augen wahrnehmen.“ Der 25-minütige Film ist in der Filmlounge des LWL-Museums zu sehen und als Kauf-DVD in der Buchhandlung Walter König für 14,90 € erhältlich.