Hans Kaiser. Porträts und Monochrome Räume

18. Oktober 2003 – 11. Januar 2004

Im Jahr 2001 erhielt das Westfälische Landesmuseum neben drei Gemälden fünfzig Zeichnungen des in Soest tätigen informellen Malers (1914-1982) aus dessen Nachlaß. Darunter befinden sich 33 Porträtzeichnungen aus den Jahren 1960-1980 allesamt an der Grenze zwischen figürlicher Darstellung und freier subjektiver Niederschrift linearer Aktionen. Die „Porträts“ nähern sich neben privaten Personen auch Künstlern wie Wilhelm Morgner, Emilio Vedova, aber auch dem Fotografen Albert Renger-Patzsch oder dem Konstruktivisten Josef Albers an. In diesen spontanen, fast fahrigen Notaten sagt die Spur des Stifts oder der Feder ebenso viel über die momenthafte Befindlichkeit des Künstlers aus wie über die dargestellte Person. Es sind sozusagen Notate einer Landschaft der Seele.

Zu den letzten Werken von Hans Kaiser gehören die „Monochromen Räume“ aus den Jahren 1978-82. Die „in den Raum geschriebenen“ skripturalen Elemente sind hier zurückgehalten; es bleibt der malerische farbige Raum, mit dem Kaiser auf seine „Brandbilder“ von 1958/59 zurückgreift, deren farbige Räumlichkeit er hier ins Immaterielle hebt.

Hans Kaiser