Münzschatzfund Aus dem 11. Jahrhundert stammt der Schatz, der im Märkischen Kreis gefunden wurde und den das LWL-Landesmuseum in einer Ausstellung zeigt.

Ein Münzschatzfund der Salierzeit aus dem Märkischen Kreis

Studioausstellung vom 10.2 – 2.5.2010

Für drei Männer aus dem Märkischen Kreis ist der Traum, einen echten Schatz zu finden, wahr geworden: Nahe der Stadt Halver entdeckten sie im vergangenen Sommer 236 Münzen, die dort schon seit mehreren Jahrhunderten im Waldboden vergraben lagen. Entsprechend der gesetzlichen Vorschriften meldeten sie den Schatz umgehend beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Was für eine Sensation ihr Fund war, wurde den Findern erst bewusst, als sie die Münzen in der Numismatik-Abteilung des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster prä-sentierten. 236 Silbermünzen samt eines kleinen Tontöpfchens aus dem 11. Jahrhundert zu finden, ist ein großer Glücksfall. Schatzfunde aus dieser Zeit  sind extrem selten und einen Fund vergleichbaren Ranges gab es zuletzt vor über 100 Jahren.
Der letzte vergleichbare Fund in Westfalen wurde 1904 in Liesborn entdeckt, ist aber in alle Winde zerstreut. Davor wiederum wurde 1816 ein ähnlicher Schatzfund in Dreierwalde-Riesenbeck entdeckt, der ebenfalls zerstreut wurde und dessen Inhalt nur vage bekannt ist.
Aufgrund seiner großen wissenschaftlichen Bedeutung wird dem Schatz auch im Museumsneubau ab 2013 eine gebührende Stellung eingeräumt. Schon jetzt präsentiert das Museum den Schatzfund in einer Studioausstellung, die vom 10. Februar bis zum 2. Mai zu sehen ist.
Möglich wurde der Ankauf der Münzen mit Unterstützung von Sponsoren und finanzieller Hilfe der LWL-Archäologie. Denn auch für die Archäologen in Westfalen ist der Fund bedeutsam, da er neue Erkenntnisse brachte: Weil historische Münzen fast nie in offenem Gelände gefunden werden, stand an der Fundstelle früher vermutlich einmal eine Gehöftgruppe. In der Nähe des Fundortes wurden zudem Gruben und Terrassen gefunden. Ohne den Münzfund hätten man nicht erfahren, dass an dieser Stelle im frühen Mittelalter Menschen wohnten.
Alle 236 gefundenen Münzstücke waren Pfennige. Ein kleiner Teil war wie damals üblich quer durchgeschnitten, um so halbe Pfennige zu erzeugen. Zwar tragen die Münzen keine Jahreszahlen, aber zum Teil Namen von Regierenden. Dadurch sind sie zeitlich einzuordnen. Die jüngsten Pfennige tragen Bild und Name des Kölner Erzbischofs Hermann III., der dem Erzbistum von 1089 bis 1099 vorstand. Doch auch nach einer genauen Untersuchung der Münzen und des Fundortes bleiben einige Fragen offen: Warum wurden die Münzen hier vergraben und warum holte man sie nicht wieder aus dem Versteck hervor? Über solche Dinge kann man nur spekulieren. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass es damals noch keine Banken gab, wo die Menschen ihr Geld sicher aufbewahren konnten. Deshalb vergruben sie es oft unter dem eigenen Haus. In den meisten Fällen wurden die Besitzer dann durch irgendein Ereignis daran gehindert die Münzen wieder hervorzuholen. Wirklich reich waren die damaligen Besitzer allerdings nicht. Die 236 Münzen entsprachen in etwa dem Wert von 14 Schweinen.