Euan Uglow, The Diagonal, 1971-77, Privatsammlung © Estate of Euan Uglow, Foto: Courtesy of Browse & Darby Ltd

Die Ausstellung zur Wiedereröffnung

Das nackte Leben
Bacon, Freud, Hockney und andere

Malerei in London 1950–80


8. November 2014 – 22. Februar 2015

Eine internationale Gruppenschau eröffnet das neue Ausstellungsprogramm des LWL-Museums für Kunst und Kultur.

Die erste große Ausstellung im wieder eröffneten Museum widmet sich der figurativen Malerei in London mit Arbeiten von Francis Bacon, Lucian Freud, Frank Auerbach, Leon Kossoff, David Hockney und Richard Hamilton. Rund 100 Arbeiten von fünfzehn Künstlern zeigen in großem Umfang den künstlerischen Dialog auf, der in London ab den 1950er Jahren begonnen hatte und über drei Jahrzehnte andauern sollte. Obwohl es sich hierbei um eine Gruppe von Künstlern mit internationalem Rang handelt, sind einige der Künstler dem deutschen Publikum noch wenig vertraut. Ihr Hauptanliegen war es, die Lebenssituation, die sie umgab, künstlerisch zu reflektieren. Diese schien – noch immer beeinflusst durch die Folgen des Krieges – zugleich prekär und aufregend.

In den großen Räumen des Neubaus wird die Ausstellung das Schaffen der Künstler aus den frühen Jahren an den Londoner Kunsthochschulen bis hin zu späteren Produktionen, die noch immer die heutige Kunst beeinflussen, zeigen. Porträts, Aktdarstellungen, Interieurs und Stadtansichten werden chronologisch präsentiert, beginnend mit der Situation in London in den 1950er Jahren, um so die außergewöhnliche Neuerfindung figurativer Kunst zu präsentieren.

Die mutige und kraftvolle Auseinandersetzung der britischen Künstler mit Malerei suchte in Europa und Nordamerika ihresgleichen. Sie beruht auf der bedingungslosen Verpflichtung zum Medium: die Herausforderung neue Ausdrucksformen zu finden und die Fokussierung auf das Motiv, das immer eng verbunden mit den persönlichen Interessen der Künstler ist. Ihre Arbeitsweisen reichten von methodischen Analysen der Realitätsbeobachtungen bis hin zu einer schöpferischen Beschäftigung mit Fotografie und kinematischen Bildern. Einige der Künstler, wie Richard Hamilton und Euan Uglow, setzten das Material der Farben sparsam und präzise ein, andere, wie Francis Bacon oder Leon Kossoff, arbeiteten hingegen mit kraftvollen, expressiven Gesten, um ein geradezu körperliches Wahrnehmen des Materials auf der flachen Leinwand zu erzeugen. Unabhängig von ihren unterschiedlichen Techniken und Motiven, war das gemeinsame Anliegen der Künstler, einen innovativen Beitrag zu der Tradition der figürlichen Malerei zu leisten, wobei sie sich explizit von Gemälden der Alten Meister in der Londoner Nationalgalerie beeinflussen ließen.

Die Ausstellung möchte die etablierte Ansicht, dass der amerikanische Abstrakte Expressionismus eine Vorreiterstellung in der Malerei einnahm, hinterfragen. Sie wird Arbeiten zeigen, die äußerst zeitgemäß waren und Phänomene einer neu entstandenen Popkultur sowie der sozialen Veränderungen der 1960er Jahre aufgriffen und kritisch reflektierten. Dies geschah mit so einer Selbstverständlichkeit und einem Mut, dass die Werke auch für die heutige Zeit überraschend relevant scheinen.

Kuratoren: Catherine Lampert (London), Tanja Pirsig-Marshall (Münster)


Der Ausstellungsflyer als PDF zum Download.

 

Bare Life
Bacon, Freud, Hockney and others. London artists working from life 1950–80


8 November 2014 – 22 February 2015

LWL-Museum für Kunst und Kultur opens with an international group show.

The Museum’s first major exhibition following the unveiling of the new museum building is devoted to figurative painting in London from the 1950s to the late 1970s, including works by Francis Bacon, Lucian Freud, Frank Auerbach, Leon Kossoff, David Hockney and Richard Hamilton. Around 100 works by fifteen artists will be displayed to highlight the artistic dialogue which took place in London over three decades beginning in the 1950s. Although this group of artists is of international stature, many names will be unfamiliar to a German audience, as will their determination to capture the life around them which seemed, in the aftermath of the war, both precarious and thrilling.

Displayed in the museum’s new suite of grand exhibition galleries, the exhibition will draw on work from these artists’ earliest years in London’s art schools to mature works which continue to influence the artists of today.  Portraits, nudes, interiors and cityscapes will be exhibited chronologically, beginning with a section ‘setting the scene’, the groupings made to reveal the extraordinary re-invention of figurative art which took place in London during this period.

The daring and powerful approaches to painting employed by these British artists, unmatched in any other country, were grounded in a commitment to the medium and to the challenge of painting appearances and to focusing on subject matter closely connected to their obsessive interests. Their procedures ranged from the methodical analysis of observed reality to a very inventive engagement with photography and the cinematic image. A few artists, such as Richard Hamilton and Euan Uglow, applied the paint sparingly and with precision, others, such as Francis Bacon and Leon Kossoff, engaged in almost convulsive, expressive gestures as they sought to convey a tangible experience on a flat surface. Despite their various techniques and subject matter, all were dedicated to making a fresh contribution to the tradition of figurative art and used as references paintings hanging in the National Gallery, London.

The exhibition will challenge the accepted view that American Abstract Expressionism was the principal vanguard movement in painting and will present works that are very much of their time, alive to the attractions of mass culture and the changes in social behaviour in the 60s, yet, made with such authority and nerve that they seem surprisingly relevant today.

Curators: Catherine Lampert (London), Tanja Pirsig-Marshall (Münster)

Download Flyer.


Ermöglicht wird die Ausstellung durch die Unterstützung der Stiftung kunst3, die sich der Förderung besonderer Ausstellungsprojekte des LWL-Museums für Kunst und Kultur widmet.

Weitere Förderer und Sponsoren der Ausstellung sind: