Der Film zum Stadtjubiläum 1952
VHS, 35 Minuten
Produktionsnummer V 095
Im Juni 1952 feierte Wiedenbrück ein Fest ganz besonderer Art: Zwei Wochen lang gedachte die alte Stadt an der Ems ihrer Gründung 1000 Jahre zuvor. Am 7. Juni des Jahres 952, so dokumentiert es eine erhalten gebliebene Urkunde, hatte der deutsche König Otto I. das Markt-, Münz- und Zollrecht an diesem damals wohl schon recht ansehnlichen Flecken an den Osnabrücker Bischof Drogo (948-967) übertragen. Auch wenn die eigentliche Stadtwerdung Wiedenbrücks vermutlich einem späteren Jahrhundert angehört - das große Stadtsiegel ist erst für das Jahr 1219 nachgewiesen -, wurde die 1000jährige Wiederkehr dieses historischen Ereignisses von Rat und Bürgerschaft gerne zum Anlass für ein Stadtfest genommen, das damals mit großem Enthusiasmus gefeiert wurde. Unbestrittener Höhepunkt war ein Festumzug, der sich am Sonntag, dem 15. Juni 1952, vor Zehntausenden von Besuchern und Zuschauern durch die festlich geschmückte Stadt bewegte. Aus Anlass dieser Festwochen gab die Stadt Wiedenbrück damals einen Film in Auftrag, der das vielfältige Geschehen der Festveranstaltungen im Bild bewahren sollte und dabei zugleich ein gültiges Porträt der Stadt und ihrer Menschen zeichnete. Der seinerzeit entstandene Stummfilm wird jetzt, 50 Jahre später, in einer einfühlsam vertonten Videoversion neu herausgegeben, wobei eine zeitgenössische Radioreportage, die ebenfalls erhalten geblieben ist, das Handlungsgeschehen authentisch untermalt. In ihr heißt es u.a.: „Tausend Jahre Wiedenbrück. Tausend Jahre Freud und Leid in einer Stadt. Tausend Jahre Arbeit und fleißiges Schaffen. Tausend Jahre Gottes Hand über Stadt und Land Wiedenbrück, und ich glaube, dass (...) jetzt hundert und aberhundert Gebete zum Himmel steigen: Lieber Gott, nimm auch weiterhin unser Wiedenbrück in deine väterliche Obhut. Halte auch weiter im neuen Jahrtausend deine Hand über unser Wiedenbrück.“ Das war vor 50 Jahren. Wenn sich die heutige Stadt Rheda-Wiedenbrück ein halbes Jahrhundert später zur Feier des 1050. Jubiläumsfestes rüstet, ist es sicherlich interessant zu sehen, was die Menschen damals, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, bewegte. Denn neben der Rückerinnerung an die Vergangenheit stehen gleichbedeutend die Bilanz der Gegenwart und die verschiedenen Perspektiven der Zukunft: Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Kein Zweifel: Ein Vergleich lohnt sich.
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