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Rosse im Ried

Wildpferde im Merfelder Bruch
Ein Film aus dem Jahr 1943

VHS, 15 min
Produktionsnummer: V 096

Dieser kleine Film ist eine Entdeckung, ein Fundstück von besonderem Wert. 1943 gedreht, zu einem Zeitpunkt, als die 6. Armee in Stalingrad vernichtet ist und alliierte Truppen in Italien landen, wird die scheinbar friedliche Welt des ländlichen Westfalens gezeigt, das noch unzerstörte Dülmen und das freie Leben der Wildpferde im Merfelder Bruch. Ein Tier- und Heimatfilm also aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. In seinem Mittelpunkt steht das 1847 durch den Herzog Alfred von Croy errichtete Natur-reservat mit seinen einzigartigen Existenzbedingungen für wildlebende Pferde. In eindrucksvollen Bildern werden die großen und kleinen Ereignisse im Jahreslauf festgehalten: Die ruhig ziehende, grasende Herde, eine Geburt in der Wildbahn, Hengstkämpfe, Fluchtgaloppaden vor Feuer und Wilddieben, die Gefahren nasskalter Winter und, als Höhepunkt, der Fang und die Versteigerung aller einjährigen Hengste als grosses Volksfest in den letzten Maitagen jeden Jahres. Scheinbar zeitlose und politikferne Bilder also. Im Kommentar, der diese Bilder begleitet und interpretiert, klingen hingegen gelegentlich sehr wohl die Grundmuster nationalsozialistischer Rasseideologie an. Das macht den Film auch zeithistorisch zu einem aufschlussreichen Dokument. Für Pferdeliebhaber und -kenner ist er ohnehin ein faszinierendes Zeugnis, denn die sechs Jahrzehnte alten Aufnahmen ermöglichen einen interessanten Vergleich mit den heute im Merfelder Bruch lebenden 350 Pferden, die auch 150 Jahre nach der Gründung der Wildbahn noch immer unter dem Schutz der Herzöge von Croy stehen. (Autor: Michael Stoffregen-Büller)