Das Bild zeigt das DVD Cover und das Booklet Zwischen Hoffen und Bangen

Zwischen Hoffen und Bangen

Filmaufnahmen einer jüdischen  Familie
im "Dritten Reich"

Film, ca 20 Min., 2003
VHS  mit Begleitheft (V 107)


Dieser Film zeigt private Aufnahmen einer Familie aus den Jahren 1937 bis 1939. Die Bilder wurden von Siegfried Gumprich gemacht, einem Getreidehändler, der mit seiner Frau Louise und den Kindern Brigitte und Walter in Münster in Westfalen wohnte. Sie zeigen Szenen aus dem Leben einer jüdischen Familie in Deutschland zur Zeit der Naziherrschaft: Eltern und Kinder scheinbar unbeschwert beim Spiel im Garten, beim Tennissport, auf einer Urlaubsreise mit dem Auto an den Rhein, beim Sonntagsspaziergang in der Altstadt, beim Badeurlaub in den Niederlanden.

Doch der Schein trügt. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen hatten die Gumprichs bereits mehrere Jahre Nazidiktatur erdulden müssen. Wie die übrigen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Münsters waren sie nach und nach im alltäglichen Leben von den anderen Münsteranern fast völlig isoliert und durch Zwangsverkäufe und Berufsverbote finanziell immer mehr ausgeplündert worden. Während diese Entwicklung für Millionen europäischer Juden in der Ermordung endete, entkamen die Gumprichs in letzter Minute dem Holocaust. Drei Tage vor Beginn des Zweiten Weltkriegs gelang ihnen die Ausreise nach Großbritannien. Auf diese Weise wurden auch Siegfried Gumprichs Filmaufnahmen vor der Vernichtung bewahrt.

Im Besitz von Sohn Walter überdauerte das in seiner Überlieferung wohl einmalige Amateurfilmmaterial viele Jahrzehnte im fernen Kanada. Auf Initiative der Historikerinnen Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer gelangte es vor einigen Jahren zurück nach Deutschland. Seine Wiederentdeckung kommt einer kleinen filmischen Sensation gleich.

Mit Hilfe der beiden Historikerinnen hat das Westfälische Landesmedienzentrum die Filmaufnahmen über das Leben einer jüdischen Familie im Deutschland der Jahre 1937/39 neu bearbeiten und kommentieren lassen. Exemplarisch und in sehr anrührender Anschaulichkeit zeigt der entstandene Film, auf welche Weise sich die Diskriminierung und Verfolgung der Juden in Deutschland während des „Dritten Reichs“ vollzog, aber auch, wie die Betroffenen versuchten das ihnen aufgezwungene Schicksal in Würde zu meistern.