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Der Spion des Königs?

Justus Gruners denkwürdige Reise durch Westfalen 1801

VHS 30 min.
Produktionsnummer / -jahr V 98 / 2002

Vor zweihundert Jahren machte sich ein junger Mann aus Osnabrück auf, ganz allein und zu Fuß durch Westfalen zu reisen: Justus Gruner. Er hatte gerade seine Universitätsstudien beendet und wollte nun einen Beruf ergreifen. Es war sein sehnlichster Wunsch, möglichst schnell im Dienst des preußischen Königs Karriere zu machen. Dabei sollte ihm seine viermonatige Reise durch Westfalen entscheidend helfen. Die Französische Revolution hatte gerade Europa erschüttert, und Napoleon schickte sich an, den Kontinent zu erobern. Noch regierten in Münster, Osnabrück und Paderborn Bischöfe, aber die Preußen standen an Rhein und Weser bereit, die Bischofsländer zu übernehmen. Noch herrschte vielerorts die alte, feudale Gesellschaftsordnung, aber die neuen Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren nicht mehr auszulöschen und veränderten das Denken der Menschen. Überall spürte man Gärung. Und die industrielle Revolution kündigte sich bereits an. Was Gruner sah und erlebte, schrieb er nieder – sehr zum Ärger vieler Zeitgenossen, zu einseitig nahm er für den preußischen Staat, für Protestantismus und industriellen Fortschritt Partei. Der Film zeigt Justus Gruner unterwegs in Westfalen. Zitate aus seinen Reiseerinnerungen verdeutlichen an Originalschauplätzen nicht nur seinen damals erstaunlichen Weitblick, mit dem er die Verhältnisse in Westfalen analysierte, sondern auch die frappierende Einseitigkeit, welche seine Urteile auszeichnete. Entdecken Sie auf den Spuren Justus Gruners ein Westfalen, das damals einen tiefgreifenden Wandel durchmachte, einen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbruch, der gleichermaßen zur modernen, bürgerlichen Gesellschaft wie zur Entwicklung zentraler Verwaltungsstrukturen führte und bis heute nachwirkt. Angesichts der gegenwärtigen Diskussion um die künftige Rolle der Regionen im Zeitalter von Europäisierung und Globalisierung ist dies Thema aktueller denn je.