Die Geschichte von Anna und Hermann Scheipers – Zivilcourage und Gottvertrauen unter zwei Diktaturen
VHS, 30 Minuten
Produktionsnummer / -jahr V 104 / 2003
NEUAUFLAGE ALS DVD FÜR 2011 GEPLANT!
Zeugnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager werden seltener. Pfarrer Hermann Scheipers, 1913 im münsterländischen Ochtrup geboren, gehört zu jenen Zeitzeugen, die die menschenverachtende Brutalität des nationalsozialistischen Terrorsystems am eigenen Leibe zu spüren bekamen. Als „Staatsfeind“ wird er 1940 zunächst ins Polizeigefängnis Leipzig und dann ins KZ Dachau eingeliefert. Sein „Vergehen“: Er hatte in seiner damaligen Gemeinde im sächsischen Hubertusburg eine Messe für polnische Zwangsarbeiter vorbereitet. Dass Hermann Scheipers die viereinhalbjährige Haft überlebt, verdankt er vor allem seiner Zwillingsschwester Anna. Als sie erfährt, dass ihr Bruder vergast werden soll, dringt die junge Frau aus Westfalen im August 1942 bis ins SS-Reichssicherheitshauptamt in Berlin vor. Dort behauptet sie kühn, das ganze Münsterland sei wegen der Ermordung von Geistlichen im KZ Dachau in Aufruhr. Und das Unglaubliche geschieht: Nicht nur ihr Bruder, sondern alle dort inhaftierten Priester werden vor der Vergasung gerettet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geht Hermann Scheipers zurück nach Sachsen und gerät bald auch mit den neuen, „roten“ Machthabern in Konflikt. Nicht weniger als 15 Spitzel setzt die Stasi auf den aufrechten Pfarrer an. Seine Schwester hält ihm auch jetzt über den „eisernen Vorhang“ hinweg die Treue.
Mit unvergleichlichem Mut, Charme und großem Gottvertrauen haben die Zwillinge Anna und Hermann Scheipers ihr Leben lang gegen Intoleranz, Diskriminierung und staatliche Willkür gekämpft. Im November 2002 sind beide dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausge-zeichnet worden. Ihre doppelte Biographie beleuchtet exemplarisch wichtige Kapitel der politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Zeitgeschichte Deutschlands zwischen 1933 und 1989.
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Bewerbungsschluss: 24.05.2013
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