Sonderausstellungen

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen zeigt zusätzlich zu seinen Werkstätten und Dauerausstellungen in jedem Jahr verschiedene Sonderausstellungen.

Foto: Fabian Linden

„Neue Kirchen – Neues Silber“

Aufgaben für Silberschmiede nach 1945

Im Goldschmiedehaus des LWL-Freilichtmuseums Hagen schimmern ab dem 16. Juli kostbare Silbergefäße. Dort widmet sich eine Ausstellung „Neue Kirchen – neues Silber“ erstmals einem Beruf, der zwar eng mit dem Goldschmied verwandt ist, aber doch eine ganz eigene Aufgabe hat: Der Silberschmied stellt Gefäße aus Silber und anderen Metallen her. Diese sind in ihren Dimensionen in der Regel größer als Arbeiten von Goldschmieden. Um solche Objekte produzieren zu können, müssen Silberschmiedinnen insbesondere die Techniken des Tief- und des Aufziehens perfekt beherrschen. Am Beispiel der Entstehung der Kuppa [=Schale] eines Kelches erläutert die Ausstellung diese Fertigkeiten anschaulich.

Foto: Clemens Stier, Design für Gerät und Objekte, Hanau

In der kleinen Präsentation sind ausgewählte Arbeiten einiger Silberschmiede für den kirchlichen Gebrauch aus den 1960er- und 1970er-Jahren zu sehen. Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren für die Kirchen in Westfalen und Lippe eine Zeit des Auf- und Ausbaus. Vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen entstand ein Bedarf an neuen Kirchengebäuden. Diese in schlichten modernen Formen gehaltenen Gotteshäuser erhielten häufig eine hochwertige Ausstattung für den Gottesdienst. Daraus ergab sich ein interessantes Tätigkeitsfeld für Silberschmiede mit kunsthandwerklichen Ambitionen. Es ging bei diesen Arbeiten auch um einen Gegenentwurf zu sakralen Objekten, die seit Ende des 19. Jahrhunderts arbeitsteilig in Silbermanufakturen in Serie gefertigt wurden und weit verbreitet waren. Als Beispiel ist eine Abendmahlsausstattung der Firma Künne, die in Altena ansässig war und deutschlandweit verkaufte, in der Ausstellung zu sehen.

Foto: Fritz Stockmeier

Mit dem Kelch wurde als Schwerpunkt für die Präsentation aus der Vielfalt sakraler Objekte eine Form ausgewählt, die zusammen mit der Patene, eine flache runde Schale, das älteste liturgische Gerät für den Gottesdienst bildet. Je nach Konfession stellen sich unterschiedliche Anforderungen an die Gestaltung – in liturgischer ebenso wie in praktischer Hinsicht. So entstanden in der katholischen Kirche Messkelche vor allem anlässlich von Priesterweihen. In protestantischen Kirchen ergänzten Abendmahlskanne, Dose und Patene oftmals den Abendmahlskelch, was zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bot.

Die Ausstellung zeigt auch, wie heute Silberschmiede die anspruchsvolle Aufgabe lösen, sakrales Gerät zu entwerfen, indem sie Arbeiten präsentiert, die an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau entstanden sind.

"Läuft wieder!"

Zu Besuch in einer Kfz-Werkstatt der 1960er Jahre

Die diesjährige Sonder­ausstellung im Freilichtmu­seum hat das Kfz-Handwerk im Blick. Über 200 Objekte wie Werkzeuge, Kassenbücher und Rechnungen, die mit persönlichen Geschichten inszeniert sind, lassen die Besucher in der Zeit vom 21. Mai bis zum 31. Oktober durch die Ausstellung wie durch eine KFZ-Werkstatt der 1960er Jahre gehen.

„Läuft wieder!“ Erleichterung macht sich breit, wenn Autobesitzer diesen Satz vom Mechaniker in der Autowerkstatt hören. Kein Klappern, kein Quietschen, kein Stottern mehr, das Auto fährt wieder einwandfrei. Die Sorge um das Auto, wenn es klappert, quietscht oder stottert, ist groß. Die Fürsorge für das Auto ebenfalls.

Des „Deutschen liebstes Kind“ steht seit über 100 Jahren im Mittelpunkt eines Handwerks: des Kfz-Handwerks.

 

Die Besucher gehen durch die Ausstellung wie durch eine Kfz-Werkstatt: Kundendienst, Werkstatt, Lager und akustisch animierter Belegschaftsraum. Die einzelnen Räume sind mit über 200 Objekten wie Rechnungen, Kassenbüchern und Werkzeugen sowie persönlichen Geschichten inszeniert.

Weitere inhaltliche Bereiche im Obergeschoss des Ausstellungsgebäudes beschäftigen sich mit der Arbeitssicherheit und der Ausbildung. Spielfilmszenen zeigen Pannen- und Werkstattszenen, ein spezieller Aktionsbereich fordert die Besucher heraus, sich zu prüfen: “Amateur oder Profi? Was sind Sie?“.

 

Informationen zum umfangreichen Begleitprogramm finden Sie in unserem Flyer zur Sonderausstellung.

 

 

 

„Häute, Leim und Filz“

Fotoausstellung

16.7. - 31.10.2017

 

Außerdem ist ab dem 16. Juli die Fotoausstellung „Häute, Leim und Filz“ zu sehen.

Der Lehrer Otto Arnold (1881–1944) hat zwischen 1928 und 1937 die Arbeitswelt im Siegerland fotografisch dokumentiert. Besonders eindrucksvoll sind seine Aufnahmen aus Gerberei, Leimsiederei sowie Filzfabrikation.

bau – kunst, Modelle und Grundrisse

von Hannes Forster

23.4. - 25.6.2017

Einen künstlerischen Impuls setzt die Ausstellung „bau – kunst. Modelle und Grundrisse“: Der Künstler Hannes Forster entwickelt seine Arbeiten mit Bezügen zu historischen Gebäuden im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Zu sehen sind die Arbeiten in der Gelbgießerei und im Goldschmiedehaus.

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