Forschung/Projekte

Wissenschaftliche Forschung in einem Museum zu betreiben – das bedeutet zunächst, möglichst umfassende Angaben zu den Objekten, die das Museum bewahrt, zusammenzutragen und zu dokumentieren. Die Erkenntnisse müssen dann in größere Zusammenhänge eingeordnet werden.

Die übergeordneten Fragestellungen für die Forschung im LWL-Freilichtmuseum Hagen entwickeln sich vor allem aus der Einrichtung von Sonderausstellungen und dauerhaft im Museum präsentierten Ausstellungen in einzelnen Werkstätten und Häusern. Ein Schwerpunkt bildet dabei stets die Frage nach dem technischen und sozialen Wandel im Handwerk des 19. und 20. Jahrhunderts in Westfalen-Lippe. Dazu untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Geschichte einzelner Betriebe und Handwerke, dokumentieren aber auch die Entwicklung von Handwerkstechniken und Herstellungsprozessen. Von großer Bedeutung ist dabei die Recherche in Archiven und anderen Museen. Mitunter ergeben sich durch einen Perspektivwechsel neue Erkenntnisse zu den bereits seit langem ausgestellten Objekten und Handwerken.
Filmische Dokumentation im Sensenhammer

Werkstatt-Gespräch II:

Eine Kooperation des Kompetenzzentrums Handwerk und Technik im LWL-Freilichtmuseum Hagen und des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte

 
Handwerk im Film. Fragestellungen, Protagonisten, Methoden

Donnerstag, 30. Oktober 2014,

 

9.30–16 Uhr im LWL-Freilichtmuseum Hagen - Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik, Mäckingerbach, 58091 Hagen

 

Die „Werkstatt-Gespräche“ wurden 2013 vom LWL-Freilichtmuseum Hagen initiiert, um Austausch zu den Themen Sammlung, Bewahrung, Erforschung und Präsentation von Handwerk im Museum nachzukommen. Die „Werkstatt-Gespräche“ bieten eine Plattform für den direkten und persönlichen Dialog von Museumskolleginnen und -kollegen über ihre Erfahrungen mit Handwerksforschung. Jährlich wird ein Thema aufgegriffen, das in einem eintägigen Workshop gemeinsam diskutiert und bearbeitet wird.

Nachdem 2013 der biografische Zugang zur Handwerksgeschichte im Museum im Mittelpunkt stand, ist „Handwerk im Film“ das Thema in diesem Jahr.

Ein Pilotprojekt des Kompetenzzentrums Handwerk und Technik im Hagener LWL-Freilichtmuseum zur audiovisuellen Dokumentation von Handwerkstechniken ist der Anlass, den audiovisuellen Zugang zum Handwerk in den Fokus zu rücken. Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn wurde für eine wissenschaftliche Beratung des Projekts gewonnen. Filmdokumentationen zum Handwerk sind ein Arbeitsschwerpunkt des LVR-Instituts.

Die Bandbreite der filmischen Dokumentation von Handwerk reicht – verkürzt dargestellt – von einer enzyklopädischen Filmarbeit (z. B. des Instituts für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen) über Mentalitäts- und Milieustudien sowie Einzelportraits bis hin zu erzählerischen Dokumentationen (häufig auch Fernsehproduktionen). Trotz der vielfältigen Darstellungen von Handwerk im Film ist die konkrete Museumsarbeit mit den Facetten Dokumentation, Forschung und Vermittlung bisher wenig berücksichtigt. In diesem Workshop sollen Fragen zum Potential des Mediums Film im Mittelpunkt stehen und am Beispiel des Themas Handwerk diskutiert werden:

- Inwieweit kann das Medium Film bzw. können die verschiedenen Filmgenres für die Museumsarbeit genutzt werden?

- Welche Fragen und Aufgaben stellen Museen an das Medium Film?

- Welche Methoden ergeben sich daraus für Forschung, Dokumentation und Vermittlung sowie besonders für eigene Filmproduktionen?

- Wie werden die Protagonisten, also die Handwerker selbst, bei eigenen Filmproduktionen eingebunden?

Der Workshop gliedert sich in zwei Segmente – „Werkstatt 1“ und „Werkstatt 2“ –, in denen Impulsreferate von etwa 25 Minuten Dauer sowie Filmbeispiele genügend Zeit für den aktiven, persönlichen Austausch untereinander bieten. Nach einer Einführung zur Entwicklung von Handwerksdarstellung im kulturwissenschaftlichen Film werden in der „Werkstatt 1“ aktuelle Beispiele zur Verwendung von Film in der Museumspraxis vorgestellt. In „Werkstatt 2“ stehen zwei Genre-Beispiele aus der Praxis der Filmemacher im Mittelpunkt.


Programm:

9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung in das Workshopthema
Dr. Anke Hufschmidt, LWL-Freilichtmuseum Hagen

9.45 Uhr
Auftakt
Vom Retten und Bewahren zum Dokumentieren und Schulen. Das Handwerk im kulturwissenschaftlichen Film
Dr. Dagmar Hänel, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

Werkstatt 1 – aus der Museumspraxis
10.15 Uhr
Ein Sägewerk zum Sehen und Hören
Ariane Weidlich, Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern, Bereich Historisches Bauen/Bauwesen
Reinhard Marscha, Firma EYE4U, Video- und Filmproduktion, Mühldorf am Inn
Heiner Heine, Fotografie und Filmproduktion, Burgkirchen

11.00 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Audiovisuelle Dokumentation von Handwerkstechniken im LWL-Freilichtmuseum Hagen – Annäherung an ein komplexes Vorhaben. Das Pilotprojekt zur Arbeit des Sensenschmieds im LWL-Freilichtmuseum Hagen
Dr. Lisa Maubach, Kompetenzzentrum Handwerk und Technik, LWL-Freilichtmuseum Hagen
Jennifer Kunstreich, Carsten C. Sommer, echtzeitMEDIA, Güntersleben

12.15 Uhr Mittagspause; Möglichkeit zur Ausstellungsbesichtigung

Werkstatt 2 – aus der Filmpraxis

13.30 Uhr
Maus und Meister. Zum Handwerk im "Maus-Film" und zum Konzept eines visuellen Archivs der Handwerkstechniken
Jan Marschner, FLASH Filmproduktion Armin Maiwald GmbH, Köln

14.15 Uhr
Wissensvermittlung durch visuelle Gebrauchsanleitung am Beispiel der Industrie (Utility-Filme)
Robert Rothenberger, Firma memex, Dettingen am Teck

15.00 Uhr
Schlussdiskussion (mit Kaffee und Tee)

gegen 16 Uhr
Ende der Veranstaltung


Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um Ihre Anmeldung bis zum 23. Oktober 2014. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits am Mittwoch anreisen, gibt es die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Abendessen ab 19 Uhr. Nähere Informationen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.

Information und Anmeldung:
Dr. Lisa Maubach
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel. 02331 7807-177
lisa.maubach@lwl.org


Hotelempfehlungen:
fußläufig zum LWL-Freilichtmuseum Hagen:

Hotel Schmidt
Selbecker Straße 220
58091 Hagen
Tel. 02331 97830
www.hotel-schmidt-hagen.de
info@hotel-schmidt-hagen.de

Panoramahotel auf dem Kamp
Tel.: +49 (0) 2331 77247
E-Mail: info@hotel-auf-dem-kamp.de


mit Bus und Auto zum LWL-Freilichtmuseum Hagen:
Hotel Lex
Elberfelder Straße 71
Eingang Humboldtstraße
58095 Hagen
Telefon 0 23 31 / 3 20 30
info@hotellex.de
www.hotellex.de

CampusHotel
Feithstr. 131
58097 Hagen
Tel.: 0179 92 06 303
info@campushotel.de
www.campushotel.de

 


Ankündigung für 2015

11. + 12.6.2015 im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Workshop: „Fokus Handwerk: Aktuelle Perspektiven einer interdisziplinären Handwerksforschung. Themen, Fragestellungen, Quellen und Methoden.“ 

Organisiert vom LWL-Freilichtmuseum Hagen in Kooperation mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund 

CALL FOR PAPERS
Die Veranstaltung knüpft an den kooperativen Workshop „Geschichte des Handwerks – Handwerk im Geschichtsbild. Probleme der Archivierung, Forschung und Vermittlung“ am 16.9.2013 beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin an. Sie versteht sich als ein Forum für den Austausch von Wissenschaftlern und Vertretern des Handwerks zum Thema „Handwerksgeschichte“. 

In unserem Workshop soll eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Handwerksforschung erfolgen und anhand eines konkreten Themenrahmens aktuelle Beispiele aus der Forschungspraxis ausgetauscht und diskutiert werden. Konzeptionelle und strukturelle Überlegungen, diesen Austausch zukünftig dauerhaft zu vernetzen, sind ein weiteres Ziel des Workshops. 

„Das Handwerk“ als wissenschaftliches Forschungsobjekt kann in seiner Gesamtheit unter anderem in politischer, sozial-, wirtschafts- und kulturhistorischer Perspektive betrachtet werden. Im Hinblick auf konkrete Fragestellungen findet häufig eine Fokussierung auf einzelne Handwerksberufe und Handwerksgruppen statt. 

Für eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Handwerksforschung in Deutschland wird im Workshop gefragt:

Welche Themen und Fragestellungen werden derzeit in der Forschungslandschaft, in den Handwerksorganisationen und in der Öffentlichkeit diskutiert?

-        Wie stellt sich die aktuelle Quellenlage und Quellenüberlieferung dar? Welche Bestrebungen gibt es zurzeit, die Quellen für Forschungszwecke bereitzustellen?

-        Wo bestehen Forschungsdesiderata?

-        Mit welchen Methoden werden Fragestellungen zur Geschichte des Handwerks erforscht? 

Den inhaltlichen Rahmen des Workshops bilden folgende, miteinander verzahnte Themenfelder:

- Innovation und Anpassungsfähigkeit
- Berufliche Bildung und Wissenstransfer
- Region und Internationalisierung
- Ressourcen und Nachhaltigkeit
- Betriebsformen und Marktbeziehungen
- Kultur- und Kreativwirtschaft [1]

Diese Themenfelder spiegeln aktuelle Leitfragen der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion wider. Sie werden gegenwärtig sowohl in der Handwerksforschung als auch in den Organisationen des Handwerks in historischer und gegenwärtiger Perspektive diskutiert. Der zeitliche Rahmen des Workshops erstreckt sich von der Vormoderne bis in die Gegenwart mit Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Eine geografische Eingrenzung auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist nicht beabsichtigt; auch übergreifende und vergleichende Ansätze sind willkommen.

Wir suchen aktuelle, innovative Forschungsprojekte verschiedener Wissenschaftsdisziplinen. Die vorgestellten Forschungsprojekte müssen nicht zwangsläufig abgeschlossen sein, es kann auch ein Zwischenstand gegeben werden.

Der Workshop ist auf wissenschaftlichen Austausch und Diskussion angelegt und lädt ausdrücklich auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler als Vortragende ein. Alle Referenten werden gebeten, bei der inhaltlichen Vorstellung der Projekte einen besonderen Fokus auf die wissenschaftliche Vorgehensweise zu legen.

Vorgesehen sind verschiedene Formate und ausreichend Zeit für Diskussion und Austausch:
- Vorträge von 30 Minuten mit anschließender Diskussion
- Arbeitsberichte von 15 Minuten mit anschließender Diskussion
- Posterpräsentationen
- Arbeitsgruppen, um einzelne Themenfelder vertiefend fortzuentwickeln

Die Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache abgefasst sein. Eine Veröffentlichung einzelner Beiträge ist geplant.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, melden Sie sich bitte mit Ihrem Exposé mit Vermerk, ob Vortrag oder Arbeitsbericht, und Angabe von Forschungsziel und Methoden (maximal 500 Wörter) und kurzem Lebenslauf bis zum 20.10.2014 bei uns. Die Auswahl erfolgt durch die Kooperationspartner bis 1.12.2014. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Lisa Maubach
Kompetenzzentrum Handwerk und Technik
LWL-Freilichtmuseum Hagen
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel. 02331/7807-177
lisa.maubach@lwl.org

Dr. Titus Kockel
Abteilung Gewerbeförderung
Referat Kultur, Messen, Gestaltung, Denkmalpflege
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Mohrenstraße 20/21
10117 Berlin
Tel. 030/20619-335
kockel@zdh.de

Dr. Karl-Peter Ellerbrock
Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv
Märkische Straße 12
44141 Dortmund
k.ellerbrock@dortmund.ihk.de

[1] Dazu zählen u. a. Baukultur, Restaurierung, Denkmalpflege, Design, Kunsthandwerk etc.