Forschung/Projekte

Wissenschaftliche Forschung in einem Museum zu betreiben – das bedeutet zunächst, möglichst umfassende Angaben zu den Objekten, die das Museum bewahrt, zusammenzutragen und zu dokumentieren. Die Erkenntnisse müssen dann in größere Zusammenhänge eingeordnet werden.

Die übergeordneten Fragestellungen für die Forschung im LWL-Freilichtmuseum Hagen entwickeln sich vor allem aus der Einrichtung von Sonderausstellungen und dauerhaft im Museum präsentierten Ausstellungen in einzelnen Werkstätten und Häusern. Ein Schwerpunkt bildet dabei stets die Frage nach dem technischen und sozialen Wandel im Handwerk des 19. und 20. Jahrhunderts in Westfalen-Lippe. Dazu untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Geschichte einzelner Betriebe und Handwerke, dokumentieren aber auch die Entwicklung von Handwerkstechniken und Herstellungsprozessen. Von großer Bedeutung ist dabei die Recherche in Archiven und anderen Museen. Mitunter ergeben sich durch einen Perspektivwechsel neue Erkenntnisse zu den bereits seit langem ausgestellten Objekten und Handwerken.

Fokus Handwerk

Workshop "Fokus Handwerk": Aktuelle Perspektiven einer interdisziplinären Handwerksforschung. Themen, Fragestellungen, Quellen und Methoden am 10. und 11.6.2015 im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Hier finden Sie den Flyer zum download:

http://www.lwl.org/365-download/PDF/ProgrammFokusHandwerk.pdf

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen richtet in Kooperation mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund den Workshop „Fokus Handwerk: Aktuelle Perspektiven einer interdisziplinären Handwerksforschung. Themen, Fragestellungen, Quellen und Methoden“ aus. Der Workshop knüpft an eine Veranstaltung im September 2013 beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin an, auf dem der Bedarf nach Austausch für eine neue interdisziplinäre Handwerksforschung deutlich wurde. In Hagen kommen nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter des Handwerks zusammen, um konkret zu Inhalten, Quellen und Methoden einer differenzierten und interdisziplinären Handwerksgeschichtsforschung zu diskutieren sowie aktuelle Perspektiven und Forschungstendenzen zu beleuchten. In sechs Themenfeldern werden aktuelle Beispiele aus der Forschungspraxis, Präsentations- und Vermittlungsarbeit vorgestellt und diskutiert.

10.6.2015

ab 9:30 Uhr                  Ankunft und Anmeldung

 

10:00–10:30 Uhr           Begrüßung und Einführung

Dr. Uwe Beckmann, Direktor des LWL-Freilichtmuseums Hagen

 

Themenfeld 1: Quellen und Methoden, theoriegeleitete Zugriffe auf Handwerksgeschichte

Moderation: Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund

 

10:30–11:00 Uhr           Impuls: Handwerk als Gegenstand der Wissenschaften. Quellen und Trends (19.–21. Jahrhundert)

Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Dortmund

 

11:00–11:20 Uhr           Reichsstädtisches Zunfthandwerk. Sozioökonomische Strukturen und kulturelle Praxis der Ulmer Weberzunft (16501800)

Dr. Senta Herkle, Universität Stuttgart

 

11:20–11:40 Uhr           Identitäts- und Strukturwandel des deutschen Handwerks von der bismarckschen Reichsgründung bis zur Gegenwart im Spiegel der Statistik

Dr. Bernhard Lageman, Essen

 

11:40–12:30 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

12:30–13:15 Uhr           Mittagessen

 

13:15–13:45 Uhr           Impulsrundgang durch das LWL-Freilichtmuseum Hagen: Handwerksgeschichte vermitteln?! Ausgewählte Beispiele aus dem LWL-Freilichtmuseum Hagen

Dr. Anke Hufschmidt, LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

Themenfeld 2: Quellen und Quellensicherung

Moderation: Dr. Lisa Maubach, LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

14:00–14:30 Uhr               Impuls: Das Handwerk in den Archiven – Zur Entwicklung eines Quelleninventars und vom Umgang mit Quellen

Dr. Ulrich S. Soénius, Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln

 

14:30–14:50 Uhr           Das Projekt „Kulturgeschichte des Handwerks“ am Germanischen Nationalmuseum

Dr. Anke Keller, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

 

14:50–15:10 Uhr           Frauen- und Männerdomänen im Handwerk: Im Zeitablauf unveränderte Muster?

Dr. Katarzyna Haverkamp, Katharina Dundler B. A., Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen

 

15:10–15:40 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

15:40–16:10 Uhr           Kaffeepause

 

Themenfeld 3: Markt und Netzwerk

Moderation: Prof. Dr. Reinhold Reith, Universität Salzburg

 

16:10–16:40 Uhr           Impuls: Konventionen, Netzwerke und Märkte. Perspektiven wirtschaftssoziologischer Analysen historischer Handwerke

Dr. Christof Jeggle, Bamberg

 

16:40–17:00 Uhr                Handwerk, Handel und Obrigkeit in der Stadt Kleve im 18. Jahrhundert eine konfliktorientierte Betrachtung

Sebastian Peters, Universität Duisburg-Essen

 

17:00–17:20 Uhr           Entstehung und Entwicklung des spätmittelalterlichen Zunftwesens in südwestdeutschen Reichsstädten

Luise Schaefer M. A., Ludwig-Maximilians-Universität München

 

17:20–18:10 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

18:30–18:45 Uhr           Grußwort

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin

 

im Anschluss Abendessen

 

11.6.2015

Themenfeld 4: Handwerk als Wirtschaftskraft: Wissen, Nachhaltigkeit, Kreativität

Moderation: Dr. Anke Hufschmidt, LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

9:15–9:35 Uhr               Practice Based Research – Manual & Material Culture

Univ. Prof. (NDU) Mag. art. Hans Stefan Moritsch, Design, Handwerk und materielle Kultur, New Design University, St. Pölten

 

9:35–9:55 Uhr                   „Objekte der Könner“. Einblicke in die Erforschung handwerklichen Erfahrungswissens in einem transdisziplinären Forschungsverbund

Dr. Dorothee Hemme, Universität Göttingen

 

9:55–10:15 Uhr             Vergessenes Holzhandwerkswissen mit der Hilfe von Holzwissenschaften und experimenteller Archäologie neu entdeckt

Dipl. Ing. Dr. Michael Grabner, Universität für Bodenkultur Wien

Mag. Hans Reschreiter, Naturhistorisches Museum Wien, Prähistorische Abteilung

 

10:15–11:00 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

11:00–11:30 Uhr           Kaffeepause

 

Themenfeld 5: Kultur- und Kreativwirtschaft

Moderation: Dr. Klaus Müller, Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen

 

11:30–11:50 Uhr            Handwerk und Design – zur Geschichte einer Beziehung

Dr. Christopher Oestereich, Wuppertal

11:50–12:10 Uhr           Die Kultur- und Kreativwirtschaft aus Sicht der Gewerbeförderung

Dr. Titus Kockel, Zentralverband des Deutschen Handwerks

 

12:10–12:30 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

12:30–13:15 Uhr           Mittagessen

 

13:15–13:45 Uhr           Filmvorführung: Handwerkswissen vermitteln?! Audiovisuelle Dokumentationen zu den Arbeitsprozessen in den Vorführbetrieben des LWL-Freilichtmuseums Hagen

                                     Dr. Lisa Maubach, LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

Themenfeld 6: Vermittlung: „Handwerk für alle“ – Berichte aus der Praxis

Moderation: Dr. Anke Hufschmidt, LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

14:00–14:20 Uhr               Genese und Weitergabe von Handwerkswissen. – Arbeitsbericht zu einem Projekt des Ausstellungsverbundes „Arbeit und Leben“

Dr. Axel Lindloff, Freilichtmuseum Hessenpark

 

14:20–14:40 Uhr              „Sich regen bringt Segen …“ – Schüler entdecken das Handwerk im Archiv

Diplomarchivarin (FH) Anne Rothschenk, Landesarchiv Berlin

 

14:40–15:00 Uhr           Arbeitsdiskussion

 

15:00–15:30 Uhr           Kaffeepause

 

15:30–16:30 Uhr           Strategie- und Schlussdiskussion

Moderation: Prof. (em.) Dr. Rainer S. Elkar, Universität der Bundeswehr München

 

16:30 Uhr                     Ende des Workshops   

 

Anmeldungen bitte bis zum 5.6.2015 an:

 

Dr. Lisa Maubach
LWL-Freilichtmuseum Hagen
Kompetenzzentrum Handwerk und Technik
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel. 02331 7807-177
Fax 02331 7807-198
lisa.maubach@lwl.org

Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 20,- Euro (erm. 15,- Euro) erhoben. Bitte nur Barzahlung, keine EC-Karten.


Workshop "Fokus Handwerk" am 10. und 11.6.2015 im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Anmeldung für den 10. und 11.6.2015 im LWL-Freilichtmuseum Hagen


Filmische Dokumentation im Sensenhammer

Rückblick 2014

Werkstatt-Gespräch II:

Eine Kooperation des Kompetenzzentrums Handwerk und Technik im LWL-Freilichtmuseum Hagen und des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte 
Handwerk im Film. Fragestellungen, Protagonisten, Methoden

Donnerstag, 30. Oktober 2014,  

9.30–16 Uhr im LWL-Freilichtmuseum Hagen - Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik, Mäckingerbach, 58091 Hagen 

Die „Werkstatt-Gespräche“ wurden 2013 vom LWL-Freilichtmuseum Hagen initiiert, um Austausch zu den Themen Sammlung, Bewahrung, Erforschung und Präsentation von Handwerk im Museum nachzukommen. Die „Werkstatt-Gespräche“ bieten eine Plattform für den direkten und persönlichen Dialog von Museumskolleginnen und -kollegen über ihre Erfahrungen mit Handwerksforschung. Jährlich wird ein Thema aufgegriffen, das in einem eintägigen Workshop gemeinsam diskutiert und bearbeitet wird.

Nachdem 2013 der biografische Zugang zur Handwerksgeschichte im Museum im Mittelpunkt stand, ist „Handwerk im Film“ das Thema in diesem Jahr.

Ein Pilotprojekt des Kompetenzzentrums Handwerk und Technik im Hagener LWL-Freilichtmuseum zur audiovisuellen Dokumentation von Handwerkstechniken ist der Anlass, den audiovisuellen Zugang zum Handwerk in den Fokus zu rücken. Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn wurde für eine wissenschaftliche Beratung des Projekts gewonnen. Filmdokumentationen zum Handwerk sind ein Arbeitsschwerpunkt des LVR-Instituts.

Die Bandbreite der filmischen Dokumentation von Handwerk reicht – verkürzt dargestellt – von einer enzyklopädischen Filmarbeit (z. B. des Instituts für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen) über Mentalitäts- und Milieustudien sowie Einzelportraits bis hin zu erzählerischen Dokumentationen (häufig auch Fernsehproduktionen). Trotz der vielfältigen Darstellungen von Handwerk im Film ist die konkrete Museumsarbeit mit den Facetten Dokumentation, Forschung und Vermittlung bisher wenig berücksichtigt. In diesem Workshop sollen Fragen zum Potential des Mediums Film im Mittelpunkt stehen und am Beispiel des Themas Handwerk diskutiert werden:

- Inwieweit kann das Medium Film bzw. können die verschiedenen Filmgenres für die Museumsarbeit genutzt werden?

- Welche Fragen und Aufgaben stellen Museen an das Medium Film?

- Welche Methoden ergeben sich daraus für Forschung, Dokumentation und Vermittlung sowie besonders für eigene Filmproduktionen?

- Wie werden die Protagonisten, also die Handwerker selbst, bei eigenen Filmproduktionen eingebunden?

Der Workshop gliedert sich in zwei Segmente – „Werkstatt 1“ und „Werkstatt 2“ –, in denen Impulsreferate von etwa 25 Minuten Dauer sowie Filmbeispiele genügend Zeit für den aktiven, persönlichen Austausch untereinander bieten. Nach einer Einführung zur Entwicklung von Handwerksdarstellung im kulturwissenschaftlichen Film werden in der „Werkstatt 1“ aktuelle Beispiele zur Verwendung von Film in der Museumspraxis vorgestellt. In „Werkstatt 2“ stehen zwei Genre-Beispiele aus der Praxis der Filmemacher im Mittelpunkt.


Programm:

9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung in das Workshopthema
Dr. Anke Hufschmidt, LWL-Freilichtmuseum Hagen

9.45 Uhr
Auftakt
Vom Retten und Bewahren zum Dokumentieren und Schulen. Das Handwerk im kulturwissenschaftlichen Film
Dr. Dagmar Hänel, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

Werkstatt 1 – aus der Museumspraxis
10.15 Uhr
Ein Sägewerk zum Sehen und Hören
Ariane Weidlich, Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern, Bereich Historisches Bauen/Bauwesen
Reinhard Marscha, Firma EYE4U, Video- und Filmproduktion, Mühldorf am Inn
Heiner Heine, Fotografie und Filmproduktion, Burgkirchen

11.00 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Audiovisuelle Dokumentation von Handwerkstechniken im LWL-Freilichtmuseum Hagen – Annäherung an ein komplexes Vorhaben. Das Pilotprojekt zur Arbeit des Sensenschmieds im LWL-Freilichtmuseum Hagen
Dr. Lisa Maubach, Kompetenzzentrum Handwerk und Technik, LWL-Freilichtmuseum Hagen
Jennifer Kunstreich, Carsten C. Sommer, echtzeitMEDIA, Güntersleben

12.15 Uhr Mittagspause; Möglichkeit zur Ausstellungsbesichtigung

Werkstatt 2 – aus der Filmpraxis

13.30 Uhr
Maus und Meister. Zum Handwerk im "Maus-Film" und zum Konzept eines visuellen Archivs der Handwerkstechniken
Jan Marschner, FLASH Filmproduktion Armin Maiwald GmbH, Köln

14.15 Uhr
Wissensvermittlung durch visuelle Gebrauchsanleitung am Beispiel der Industrie (Utility-Filme)
Robert Rothenberger, Firma memex, Dettingen am Teck

15.00 Uhr
Schlussdiskussion (mit Kaffee und Tee)

gegen 16 Uhr
Ende der Veranstaltung


Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um Ihre Anmeldung bis zum 23. Oktober 2014. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits am Mittwoch anreisen, gibt es die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Abendessen ab 19 Uhr. Nähere Informationen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.

Information und Anmeldung:
Dr. Lisa Maubach
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel. 02331 7807-177
lisa.maubach@lwl.org
Hotelempfehlungen:
fußläufig zum LWL-Freilichtmuseum Hagen:

Hotel Schmidt
Selbecker Straße 220
58091 Hagen
Tel. 02331 97830
www.hotel-schmidt-hagen.de
info@hotel-schmidt-hagen.de

Panoramahotel auf dem Kamp
Tel.: +49 (0) 2331 77247
E-Mail: info@hotel-auf-dem-kamp.de


mit Bus und Auto zum LWL-Freilichtmuseum Hagen:
Hotel Lex
Elberfelder Straße 71
Eingang Humboldtstraße
58095 Hagen
Telefon 0 23 31 / 3 20 30
info@hotellex.de
www.hotellex.de

CampusHotel
Feithstr. 131
58097 Hagen
Tel.: 0179 92 06 303
info@campushotel.de
www.campushotel.de