Stein-Keramik-Glas

Das Foto zeigt einen Achat.
Ein Beispiel für die Herstellung und Verarbeitung von Produkten aus Materialien wie Stein, Keramik und Glas ist die Achatschleiferei im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Sie stammt aus dem Zentrum der Edelsteinbearbeitung in Deutschland – aus dem Gebiet um Idar-Oberstein. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lagerten dort große Vorkommen an Achaten, die in zahlreichen Schleifereien zu Schmucksteinen und Ziergegenständen verarbeitet wurden. Heute wird das Rohmaterial für die immer noch florierende Schmuckindustrie aus Übersee importiert.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein bildeten die ursprünglich mit Wasserrädern angetriebenen Schleifsteine aus Sandstein das Herz jeder Achatschleiferei. Auf dem Bauch liegend schliffen die Arbeiter die aufgeschnittenen Achate. Ihre Füße stemmten sie dabei gegen eine am Boden fixierte Leiste, um mit ganzer Körperkraft die Steine gegen die Schleiffläche drücken zu können. Mehr als zwei Stunden konnte man auf diese Weise nicht durchgehend arbeiten. Die Haltung war höchst ungesund. Hinzu kam die Staubentwicklung, die trotz einer steten Bewässerung der Arbeitsfläche nicht vollständig zu verhindern war. Nicht selten gelangten Steinpartikel in die Lunge und führten dort zu Entzündungen.

Der Handel mit Achaten und ihre Bearbeitung lag in den Händen zahlreicher Spezialisten – von den Verkäufern der Rohware über die meist selbständig arbeitenden Schleifer, Bohrer, Graveure und Steinschneider bis zu den Juwelieren.