Öffentliche Einrichtungen

Das Foto zeigt die Remise.
Das Transport-, Verkehrs- und Nachrichtenwesen sowie die kommunale und staatliche Verwaltung sind wichtige Aspekte des wirtschaftlichen Lebens, die im LWL-Freilichtmuseum Hagen als „öffentliche Einrichtungen“ zusammengefasst sind.

Im 17. Jahrhundert entstanden erste Reit- und Fahrpostkurse in Westfalen-Lippe: An den wichtigen Verkehrswegen wurden in regelmäßigen Abständen Stationen für Pferdewechsel sowie Unterkünfte für Boten und Reisende angelegt. Mit dem „Gasthof zur Post“ und der dazugehörigen Remise mit Stellplätzen für Pferde und Kutschen ist im Museum ein Beispiel einer solchen Einrichtung zu sehen. Auch im 19. Jahrhundert blieben Pferdewagen trotz der Erfindung der Eisenbahn vielerorts wichtigstes Verkehrs- und Transportmittel.

Die Gewichtsbestimmung von Waren ist seit jeher bedeutender Bestandteil des Handels. Auf der Brückenwaage im Museum finden ganze Fuhrwerke samt Ladung Platz. Solche Schwerlastwaagen waren seit dem 18. Jahrhundert in Gebrauch. Die hölzerne Wiegefläche mit dem unterirdischen Hebelsystem hat eine Traglast von 15 Tonnen. Im Wiegehäuschen befindet sich die Messstation.

Gleich neben der Brückenwaage steht das Bürgermeisteramt des Museums, das aus der napoleonischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts stammt. Dort residierte der Maire (franz. für Bürgermeister), der z.B. für die Straßenverwaltung seines Bezirks zuständig war. Für einen reibungslosen Waren- und Reiseverkehr in der wirtschaftlich bedeutenden Grafschaft Mark wurden seit Ende des 18. Jahrhunderts gepflasterte Chausseen angelegt. Außer den Straßen verwaltete der Bürgermeister den Gemeinbesitz und das standesamtliche Register  (Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen). Dieser historischen Funktion gemäß kann das kleine romantische Fachwerkhaus heute für standesamtliche Trauungen angemietet werden.