Holzverarbeitung

Das Foto zeigt die Herstellung eines Holzlöffels.
Holz gehört zu den historisch bedeutenden Werkstoffen und war bis ins 19. Jahrhundert in fast jedem Lebensbereich gebräuchlich. Häufigste Verwendung fand es beim Einsatz als Brennholz. Aber auch Gebäude, Fahrzeuge, Werkzeuge und Alltagsgegenstände bestanden zum großen Teil aus Holz. Zahlreiche Handwerke, oft mit langer Tradition, lebten von diesem Werkstoff. Manche existieren noch heute, viele sind jedoch längst verschwunden – durch die industrielle Massenproduktion und den Einsatz neuer Materialien.

Im LWL-Freilichtmuseum Hagen sind beispielhaft einige Holzhandwerke zu sehen, von der groben Holzvorbehandlung, dem Zuschnitt von Brettern und Bohlen in einer Sägemühle bis zur feineren Weiterverarbeitung.

Die Museumssägemühle, die ursprünglich mit Wasserkraft betrieben wurde, umfasst eine automatische Gattersäge mit Transportschlitten für Baumstämme. Zum Ensemble gehört außerdem eine historisch nachgebildete Holzscheune zur Lagerung des Rohmaterials.

Für die weiterverarbeitenden Handwerke stehen eine Schreinerei, eine Löffelschnitzerei, eine Holzschuhmacherei sowie eine Stellmacherei. Die Schreinerei gehört sicher zu den bekanntesten und bis heute gängigen Holzhandwerken, das mit der Nachbildung einer typischen Werkstatteinrichtung gewürdigt wird.

Die Löffelschnitzerei ist dagegen kaum noch bekannt. Das Inventar der Werkstatt stammt aus dem Wittgensteiner Land, das sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum dieses Handwerks entwickelt hatte. Holzlöffel, -teller, -näpfe und -schalen bildeten bis weit in das 19. Jahrhundert die Grundausstattung des Hausrates.

Holzschuhe und deren Fertigung spielten vor allem im Münsterland eine große Rolle. Sie waren dort lange alltäglich. Aber auch andrenorts fanden sie als Sicherheitsschuhe bei Feld-, Fabrik- und Bauarbeiten Verwendung.

Der Beruf des Stellmachers war bis in die 1930er Jahre weit verbreitet. Zu seinen Produkten zählten Karren, Pflüge, Leitern und Werkzeugteile sowie Räder und Aufbauten großer Fahrzeuge. Häufig befanden sich Stellmachereien daher, wie im LWL-Freilichtmuseum, in der Nähe von Wagenschmieden. Zu sehen ist eine charakteristische Werkstatt aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert.