Fasern-Leder-Felle

Das Foto zeigt ein Paar Reitstiefel.
Die Verarbeitung von Fellen, Häuten und Fasern gehört zu den ältesten Handwerkstechniken der Menschheit.

Mit der Loh- und Weißgerberei sind im LWL-Freilichtmuseum Hagen zwei Werkstätten zu sehen, in denen aus Häuten und Fellen Leder und Pelze hergestellt wurden. An die Weißgerberei ist die Kürschnerei angegliedert. In dieser wurden die Pelze zu Kleidungsstücken weiterverarbeitet.

Leder bildet das Ausgangsprodukt für die Sattlerei, die Portefeuille-Werkstatt, die Treibriemenherstellung und die Schuhmacherei. Der Sattler verarbeitet aber auch andere Materialien zu Arbeitsgeschirren und Sätteln. Die Portefeuillerie ist ein Beispiel für ein Handwerk, das sich erst im 19. Jahrhundert in Folge des steigenden Bedarfs nach Feinlederprodukten als eigenständiger Gewerbezweig etabliert hat. Das gilt auch für die Produktion von Treibriemen. Im Zuge der industriellen Entwicklung wurden Treibriemen zur unabdingbaren Voraussetzung für die Mechanisierung der Produktion. Sie dienten der Kraftübertragung über Transmissionen.

Bei der Schuhmacherei handelt es sich dagegen um ein altes Handwerk, das sich bis ins 19. Jahrhundert hinein kaum verändert hat.

Eine Form der Veredelung von Stoffen ist in der Blaufärberei zu sehen. Hier werden traditionelle Techniken wie das Reservedruckverfahren mit Modeln, Papp und Indigo gezeigt.

In der Seilerei wurden hauptsächlich aus Hanf Seile, Gurte und andere Seilerwaren für das Bauhandwerk, das Transportwesen, die Industrie und die Landwirtschaft gefertigt. In der 72 Meter langen Seilerbahn werden auch heute noch in klassischer Manier Seile hergestellt.

Die handwerkliche Herstellung von Bürsten und Besen sowie die Stuhlflechterei gehörte seit dem 19. Jahrhundert zu den so genannten „Blindenhandwerken“, da sie auch von Blinden und Sehbehinderten ausgeübt werden konnten. In der Werkstatt werden die einzelnen Arbeitsschritte vorgeführt.