Eisen und Stahl

Das Foto zeigt die Herstellung eines Bohrers in der Bohrerschmiede.
Zu den ältesten Stätten der Eisengewinnung und -verarbeitung in Deutschland gehört das märkische Gebiet südlich der Ruhr. Große Schlackenhalden weisen auf eine über tausend Jahre alte Eisenförderung hin. Das LWL-Freilichtmuseum Hagen widmet sich diesem wichtigen Zweig der Handwerks- und Technikgeschichte Südwestfalens in besonderem Umfang, mit einer großen Ausstellung, dem Deutschen Schmiedemuseum, sowie zahlreichen Vorführbetrieben und historischen Werkstätten.  

Erste Nutzer der Eisenerze waren Bauern, die sich daraus Werkzeuge, Beschlagteile und Pflugscharen zum Eigenbedarf schmiedeten. Erst seit dem 11. Jahrhundert findet man auch selbständige Gewerbetreibende, so genannte Waldschmiede oder „Iserschmitten“, die Schmiedeprodukte zum Verkauf herstellten.

Im Mittelalter wurde besonders die im Märkischen Raum reichlich vorhandene Wasserkraft Grundlage des technischen Fortschritts. Das Wasserrad – zunächst Antrieb für Getreidemühlen – fand schließlich auch in Hammer-, Schleif- und Drahtwerken Anwendung.

Im Hagener Raum entwickelte sich die Kleineisenproduktion zu einem bedeutenden Gewerbezweig. Es gab Hammer- und Ambossschmieden, Huf-, Wagen-, Sensen-, Ketten-, Spaten-, Winden-, Kaffeemühlen-, Bohrer-, Feilen- und Nagelschmieden sowie viele Spezialbetriebe mehr. Im Museum sind einige dieser Kleineisenschmieden zu sehen. Sie wurden rekonstruiert und voll funktionsfähig eingerichtet. Gleiches gilt für die wassergetriebenen Hammerwerke im Mäckingerbachtal, den Sensenhammer sowie den Reck- und Breitehammer. In vielen der gezeigten Betriebe wird auch heute noch gearbeitet, werden Nägel oder Sensen auf traditionelle Weise gefertigt und die historischen Herstellungsverfahren vorgeführt und erklärt. Zu entdecken gibt es zudem spannende Geschichten rund um die Häuser, Werkzeuge und Menschen.