Kinderarbeit einst und jetzt
Abseits der Fabriken – Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert
(13.04. bis 31.10. 2008)
In der Saison 2008 zeigte das LWL-Freilichtmuseum Hagen in der Weißgerberei und im Haus Sümmern die Wanderausstellung „Kinderarbeit einst und jetzt“, die das Museum Industriekultur Osnabrück in Zusammenarbeit mit terre des hommes Deutschland erarbeitet hat. Die Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert. Neben einem historischen Überblick über Kinderarbeit in Deutschland ist ein aktueller Teil zu sehen, der sich mit der gegenwärtigen Situation von Kinderarbeitern in den so genannten Entwicklungsländern auseinandersetzt.
Auch in der preußischen Provinz Westfalen war Kinderarbeit vor allem im vorletzten Jahrhundert weit verbreitet und in vielen Branchen an der Tagesordnung. Die neu erarbeitete Ausstellung „Abseits der Fabriken – Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert“ widmete sich dabei den bisher in der Forschung eher vernachlässigten Bereichen des Handwerks und der Heimarbeit. Diese Ausstellung war an mehreren, über das gesamte Gelände verteilten Standorten zu sehen: Zum einen erhielten die Besucher vor ausgewählten Werkstätten Einblicke in die Arbeitswelt von Kindern im jeweiligen Handwerk. Zum anderen wurden an drei Themeninseln die Verhältnisse in bestimmten Gewerbezweigen in den drei alten preußischen Regierungsbezirken Westfalens dargestellt. Bei den Gewerben handelte es sich um die Zigarrenfertigung (Regierungsbezirk Minden), die Hausweberei (Regierungsbezirk Münster) sowie die Nadelherstellung (Regierungsbezirk Arnsberg). Zu der Ausstellung erschien eine Publikation.