Deutsches Schmiedemuseum

Ausflug in die geheimnisvolle Welt der Schmiede:

das neue „Deutsche Schmiedemuseum“

Das „Deutsche Schmiedemuseum“ stellt sich nach längerer Schließung seit dieser Saison mit einem zeitgemäßen Konzept der Öffentlichkeit vor. Die neue Gestaltung ist ebenso besucher- wie objektorientiert und umfasst einige Stationen zum Ausprobieren und Mitmachen. Ein interessantes Angebot, wenn beim Besuch des Freilichtmuseums zwischendurch das Wetter schlechter wird!

Bereits im Treppenaufgang werden Besucherinnen und Besucher eingefangen in das Thema „Schmieden“ – mit Begriffen rund um das „heiße“ Thema. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Geheimnisse des Schmiedens. Seit Jahrhunderten geht von der Fähigkeit, durch den Einsatz von Kraft und Geschicklichkeit mit Hilfe von Feuer, Wasser und Luft das aus der Erde gewonnene Metall zu verformen, eine ungeheure Faszination aus. Sie spiegelt sich nicht zuletzt in mythischen Gestalten wider, bis heute sind Schmiede Helden von Romanen, Comics und Filmen. Die Geheimnisse des Schmiedens werden ver- oder entzaubert, je nachdem welchen Rundgang die Besucherinnen und Besucher wählen.

Im ersten Obergeschoss werden im „Raum der Mythen“ mythische Schmiede vorgestellt – Blickpunkt ist ein monumentales, eigens für die Ausstellung geschaffenes Gemälde des Essener Künstlers Frank Burkamp, das dem Raum eine atmosphärisch-emotionale Stimmung verleihen wird. Der „Raum des Eisens“ widmet sich der Roheisengewinnung in zwei Zeitschnitten und zeigt die für die Weiterverarbeitung notwendigen Rohstoffe. Laboratmosphäre herrscht im „Raum des Wissens und der Wissenschaft“. Was geschieht beim Schmieden wirklich? Hier wird das Geheimnis aus physikalischer und chemischer Sicht entschlüsselt. Zwei Mitmachstationen geben Gelegenheit, Materialeigenschaften von Eisen und Stahl konkret kennen zu lernen. Daran schließen sich zwei „Räume der Schmiede“ an, in denen die Vielfalt und Spezialisierung der Schmiede anhand verschiedener Schmiedeerzeugnisse vom alltäglichen Gegenstand bis zu kunstvollen Arbeiten gezeigt werden. Ein „Steckbrief“ informiert über Charakteristika der einzelnen Schmiedeberufe, etwa über typische Produkte und die historische Entwicklung bis in die Gegenwart.

Sensen

Im Flur zum Dachgeschoss findet sich als verbindendes Element der „Raum der Menschen“ mit historischen Fotografien von Schmieden und ihren Helferinnen und Helfern sowie Namen von Schmiedebetrieben aus der Region und darüber hinaus.
Die Ausstellung im Dachgeschoss beginnt mit dem „Raum der Sensen“: Am Beispiel der Sensenproduktion wird gezeigt, wie ein spezialisiertes Produkt aus Südwestfalen in die ganze Welt verhandelt wurde. Zentrales Element bildet eines der beliebtesten Motive des alten Schmiedemuseums – der „Sensenwald“. Im „Raum der Industrialisierung“ stehen kleine Werkstätten den Groß- und Fabrikbetrieben gegenüber. Das Modell der Gesenkschmiede verweist auf die Großbetriebe, den Wandel der Antriebskräfte verdeutlichen Modelle eines Wasserrad getriebenen Hammerwerks und eine Dampfmaschine.

Im „Raum der Schätze“

Damit sind die Besucherinnen und Besucher in der Gegenwart angekommen. Doch bieten die nächsten beiden Räume zwei besondere Einheiten, die zurück in das Geheimnisvolle führen. Im „Raum der Schätze“ werden die hervorragenden Schmiedeobjekte aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert aus der Sammlung „Deutsches Schmiedemuseum“ gezeigt, Zunftzeichen und Fahnen stehen für das Selbstbewusstsein der Schmiedekorporationen. Den Abschluss bildet der „Raum des Damasts“, in dem erneut „verzaubert“ wird, denn von den kunstvoll geschmiedeten Objekten aus Damaszenerstahl, die aus der ganzen Welt stammen, geht eine große Faszination aus. Ob die didaktische Erläuterung, wie Damaszenerstahl hergestellt wird, tatsächlich dessen Geheimnis „entzaubert“, müssen die Besucherinnen und Besucher selbst entscheiden – spannend wird es auf jeden Fall.

Feilen in der Ausstellung

Die Ausstellung richtet sich an Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Die Aufgabe, neugierig zu machen und auf Möglichkeiten zum Ausprobieren hinzuweisen, übernimmt die museumspädagogische Identifikationsfigur „Mäcki“. Auf schnell veraltende und wartungsintensive Computeranimationen wurde in der Neukonzeption bewusst verzichtet – denn das Schmieden ist direkt vor dem Schmiedemuseum „live“ zu erleben.

Führungen für Erwachsene runden das Angebot des neuen Schmiedemuseums ab. Sie können abends ab Juni 2012 mit gastronomischen Angeboten in der neuen Museumsgaststätte „Museumsterrassen“ kombiniert werden.

Und abends zu den Schmieden ...
Bieten Sie Ihren Gästen ab 18 Uhr zusammen mit Ihrer Einladung in die „Museumsterrassen“ einen besonderen Höhepunkt.

Den Schmieden auf der Spur
Seit Jahrhunderten geht von der Fähigkeit, durch den Einsatz von Kraft und Geschicklichkeit mit Hilfe von Feuer, Wasser und Luft das aus der Erde gewonnene Metall zu verformen, eine ungeheure Faszination aus. Bei einer Führung durch das Deutsche Schmiedemuseum, das direkt an die „Museumsterrassen“ anschließt, begeben Sie sich auf eine Reise in die Welt der Schmiede.
Dauer: 45 Minuten, Kosten: 34 Euro

Bitte beachten Sie: Die Personenzahl ist aufgrund der Räumlichkeiten im Schmiedemuseum auf 15 Personen begrenzt. Buchungen über die Gastronomie „Museumsterrassen“.