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Vergangene Ausstellungen

„Mythos Mokka.“ Kleine Löffel aus einer Privatsammlung
„Mythos Mokka.“ Kleine Löffel aus einer Privatsammlung

Sonderausstellung vom 4. Mai bis 31. Oktober im LWL-Freilichtmuseum Hagen

„Mythos Mokka.“ Kleine Löffel aus einer Privatsammlung

Viele Menschen verbinden mit dem Begriff „Mokka“ eine ganz besondere Art von Kaffee: klein, schwarz, ungefiltert, intensiv im Geschmack und orientalisch angehaucht. Als Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa der Mokka immer mehr Anhänger fand, wurden dem winzigen Schluck Luxus immer häufiger kleine Löffel zur Seite gelegt. Diesen stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des LWL-Freilichtmuseums in Hagen.

Bis zum 31. Oktober zeigt das Museum rund 150 Mokkalöffel aus einer Privatsammlung. Die exquisite Auswahl umfasst von Künstlern entworfene handwerklich gefertigte Einzelstücke, Löffel aus Kleinserien und industriell gefertigte Produkte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Jugendstil und dem Art déco.
Interessenten sollten sich drei Sonntagstermine besonders vormerken, 18.5. und 29.6., 26.10.2014 „besteck unter der Lupe“: Der Sammler und Besteckexperte Bernd Kirchbrücher begutachtet die mitgebrachten Besteckschätzchen der Besucher.

Knochenleim

Knochenleim & Goldrausch. Buchbindereien vom 18. Jahrhundert bis in das E-Book-Zeitalter

Sonderausstellung zeigt 250 Jahre Buchbinderhandwerk

Sonderausstellung zeigt 250 Jahre Buchbinderhandwerk

Sonderausstellung zeigt 250 Jahre Buchbinderhandwerk

Knochenleim & Goldrausch. Buchbindereien vom 18. Jahrhundert bis in das E-Book-Zeitalter

Der Technik- und Sozialgeschichte des Buchbinderhandwerks, diesem heute selten gewordenen Handwerk, widmet das LWL-Freilichtmuseum vom 15. Juni bis zum Saisonende am 31. Oktober seine Sonderausstellung.

Die Ausstellung
Erstmals für Westfalen-Lippe würdigt das LWL-Freilichtmuseum ein Handwerk mit einer Sonderausstellung, das heute eine Nische füllt, historisch aber entscheidend dazu beigetrug, dass Bücher die Popularität erreichten, die sie heute besitzen. Denn erst die Buchbinder machten aus losen Druckbogen handliche und haltbare Bücher. Seit der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich das Buchbinderhandwerk lange Zeit technisch kaum weiter, was sich nach der Auflösung der Zünfte ab Beginn des 19. Jahrhunderts änderte. „Sowohl handwerks- als auch sozialgeschichtlich ist besonders die Zeit um 1900 sehr interessant, als auch die kleineren Buchbindereien mechanisiert wurden. Parallel dazu entwickelte sich das industrialisierte Buchbinden. Die daraus folgenden negativen Auswirkungen auf kleine Handwerksbetriebe ließen nicht lange auf sich warten“, erklärt Ausstellungsmacherin Dr. Anke Hufschmidt.
Ähnlich sind die Umwälzungen in der heutigen Zeit. Gegenwärtig geht es jedoch nicht um die Industrialisierung, sondern um die Digitalisierung. Wie auch immer die mediale Entwicklung verlaufen wird – ein frisch gedrucktes und gebundenes Buch bleibt immer ein sinnliches Erlebnis. So wird der unverkennbare Duft von älteren Büchern mittlerweile sogar künstlich hergestellt, damit die Nutzer von E-Books den gewohnten Geruch nicht entbehren müssen. Eine Kostprobe davon können die Besucher übrigens in der Ausstellung erschnüffeln. Wodurch der charakteristische Geruch entsteht, erfahren die Besucher natürlich auch.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Bereiche: Im Erdgeschoss des Ausstellungsgebäudes geht es um die technischen Aspekte, das Buch und seine Bestandteile werden vorgestellt. Das handwerkliche Buchbinden ist in einzelnen Arbeitsschritten an „Arbeitstischen“ nachvollziehbar gemacht. An drei Stationen können die Besucher ausprobieren, Papier anfassen, damit rascheln, daran riechen und es falten. Ebenso können sie testen, ob sie den Unterschied zwischen einem Telefonbuch und einem fest gebunden Buch hören.
Das Obergeschoss ist der Sozialgeschichte gewidmet, hier stehen die Buchbinder und ihre Produkte im Vordergrund. Zunächst geht es um die „zünftige“ Zeit. Aus ihr haben sich u. a. wertvolle Gesellenbücher aus Lemgo und Minden erhalten, in denen sich die Buchbinder auf ihren weiten Wanderungen eintrugen. Werkstattdarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen wie die Werkstätten eingerichtet waren. Auch hier können die Besucher aktiv werden und herausfinden, welche der Darstellungen die älteste ist.

Zwei Buchbinderfamilien
Außerdem präsentiert die Ausstellung einzelne Buchbinder, ihre Werkstätten, Betriebe und Familien. Anhand zweier Buchbinderfamilien aus Westfalen und Lippe werden die Veränderungen im Handwerk durch 150 Jahre Familiengeschichte nachvollziehbar. Die Familie Ohle aus Lemgo und Detmold sowie die Familie Rahe-Rohling aus Münster sind zwei „Buchbinderdynastien“, die eine über 100 Jahre alte Buchbindertradition haben. Ihre umfangreiche Überlieferung mit seltenen Fotografien, Werkzeugen und Objekten belegt die Entwicklung des Buchbinderhandwerks vom 19. Jahrhundert bis heute. Darunter eine kleine Buchbinderschürze für Kinder, die der Buchbindermeister Heinrich Rahe seinem Enkel zur Geburt schenkte, weil er sich so sehr wünschte, dass sein Enkel die Buchbinderei fortführen würde. 16 Jahre später überraschte der Junge seinen Großvater an Heiligabend mit einer Bewerbung als Buchbinderlehrling. Seine kleine Schürze legte er mit der Bitte hinzu, sie gegen eine größere einzutauschen.
Aus den 1950er Jahren werden zwei Buchbindermeisterinnen aus Hagen vorgestellt: Marianne Proll und Hanni Vomhof. Beide stellten besondere gestalterische Ansprüche an das Buchbinden: Hanni Vomhof schloss sich der Hagener Künstlervereinigung „Hagenring“ an, Marianne Proll war Mitglied im Verband „Meister der Einbandkunst“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung im Freilichtmuseum zeigt die Ergebnisse des „Internationalen Bucheinbandwettbewerbs für Auszubildende im Buchbinderhandwerk“ aus dem Jahr 2013, ausgerichtet vom Bund Deutscher Buchbinder und den entsprechenden Organisationen in Österreich und der Schweiz. Es ist ein Querschnitt von über 60 Arbeiten moderner Buchbinderarbeiten zu sehen, alle gefaltet aus gleichen Papierbogen.
Diese Sonderausstellung ergänzt inhaltlich den Papier- und Druckbereich mit seinen Werkstätten und Dauerausstellungen des LWL-Freilichtmuseums Hagen. In der museumseigenen historischen Druckerei wird täglich praktisch vorgeführt, wie der klassische Buchdruck funktioniert. Die Sonderausstellung zeigt, wie die Druckbogen zu Büchern gebunden wurden.

Die Historie
Die Geschichte des Buchbinderhandwerks in den vergangenen 250 Jahren ist von mehreren Einschnitten geprägt. Die Aufhebung der Zünfte am Anfang des 19. Jahrhunderts (in Lippe erst 1869) veränderte die Organisationsweise des Handwerks grundlegend. Die Bücherproduktion explodierte geradezu in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die verstärkte Nachfrage und die Erfindung diverser Maschinen für Großbuchbindereien. So trennte sich das Buchbinden allmählich in unterschiedliche Betriebsformen. Während die Großbuchbindereien auf starke Arbeitsteilung und Maschineneinsatz setzen, entwickelte sich die handwerkliche Buchbinderei zu einem Handwerk, das sich auf individuelle Arbeiten sowie das Binden von Kleinstauflagen konzentrierte. Dazu entstand ein eher kunstgewerblich orientierter Zweig des Handwerks mit ambitionierten gestalterischen Ansprüchen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Gewerbefreiheit eingeführt. Sprunghaft stieg daraufhin die Zahl der handwerklichen Buchbindereien an. Dadurch waren die Buchbinder gezwungen, sich zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen, um auf dem Markt bestehen zu können. Dazu zählten vornehmlich der Verkauf von Schreibwaren und die Bilderrahmung.
Durch die große Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg brach die Nachfrage nach individuell gebundenen Büchern ein, die Zahl der Buchbindereien sank dramatisch. Das Handwerk schrumpfte immer mehr zu einem Nischengewerbe: 1938 gab es 480 Betriebe in Westfalen- Lippe, 1961 nur noch 165. Nach dem zweiten Weltkrieg erholte sich der Buchbinder-Arbeitsmarkt vorübergehend durch die neu gegründeten oder erweiterten
Universitäten. Diese vergaben anfangs viele Buchbinderarbeiten. Aber schon in den 1960er- bis 1980er-Jahren sank die Zahl der Buchbindereien weiter. In den letzten Jahren entwickeIte sich allerdings ein neuer Trend zu individuellen und kunstgewerblichen Kreationen.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation. In vier Beiträgen beleuchtet sie die Geschichte des Buchbinderhandwerks in der Zunftzeit, im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert beleuchtet sowie den Stand des Handwerks zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Kernstück des Ausstellungsbuches ist die in Fotos schrittweise dargestellte Anleitung zum Binden eines Buchdeckels wie er um 1900 gearbeitet wurde. Zudem zeigen rund fünfzig ausgewählte Objekte, die ausführlich vorgestellt werden, die Entwicklung des Buchbinderhandwerks der vergangenen 250 Jahre.

Der Technik- und Sozialgeschichte des Buchbinderhandwerks, diesem heute selten gewordenen Handwerk, widmet das LWL-Freilichtmuseum vom 15. Juni bis zum Saisonende am 31. Oktober seine Sonderausstellung.

Die Ausstellung
Erstmals für Westfalen-Lippe würdigt das LWL-Freilichtmuseum ein Handwerk mit einer Sonderausstellung, das heute eine Nische füllt, historisch aber entscheidend dazu beigetrug, dass Bücher die Popularität erreichten, die sie heute besitzen. Denn erst die Buchbinder machten aus losen Druckbogen handliche und haltbare Bücher. Seit der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich das Buchbinderhandwerk lange Zeit technisch kaum weiter, was sich nach der Auflösung der Zünfte ab Beginn des 19. Jahrhunderts änderte. „Sowohl handwerks- als auch sozialgeschichtlich ist besonders die Zeit um 1900 sehr interessant, als auch die kleineren Buchbindereien mechanisiert wurden. Parallel dazu entwickelte sich das industrialisierte Buchbinden. Die daraus folgenden negativen Auswirkungen auf kleine Handwerksbetriebe ließen nicht lange auf sich warten“, erklärt Ausstellungsmacherin Dr. Anke Hufschmidt.
Ähnlich sind die Umwälzungen in der heutigen Zeit. Gegenwärtig geht es jedoch nicht um die Industrialisierung, sondern um die Digitalisierung. Wie auch immer die mediale Entwicklung verlaufen wird – ein frisch gedrucktes und gebundenes Buch bleibt immer ein sinnliches Erlebnis. So wird der unverkennbare Duft von älteren Büchern mittlerweile sogar künstlich hergestellt, damit die Nutzer von E-Books den gewohnten Geruch nicht entbehren müssen. Eine Kostprobe davon können die Besucher übrigens in der Ausstellung erschnüffeln. Wodurch der charakteristische Geruch entsteht, erfahren die Besucher natürlich auch.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Bereiche: Im Erdgeschoss des Ausstellungsgebäudes geht es um die technischen Aspekte, das Buch und seine Bestandteile werden vorgestellt. Das handwerkliche Buchbinden ist in einzelnen Arbeitsschritten an „Arbeitstischen“ nachvollziehbar gemacht. An drei Stationen können die Besucher ausprobieren, Papier anfassen, damit rascheln, daran riechen und es falten. Ebenso können sie testen, ob sie den Unterschied zwischen einem Telefonbuch und einem fest gebunden Buch hören.
Das Obergeschoss ist der Sozialgeschichte gewidmet, hier stehen die Buchbinder und ihre Produkte im Vordergrund. Zunächst geht es um die „zünftige“ Zeit. Aus ihr haben sich u. a. wertvolle Gesellenbücher aus Lemgo und Minden erhalten, in denen sich die Buchbinder auf ihren weiten Wanderungen eintrugen. Werkstattdarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen wie die Werkstätten eingerichtet waren. Auch hier können die Besucher aktiv werden und herausfinden, welche der Darstellungen die älteste ist.

Zwei Buchbinderfamilien
Außerdem präsentiert die Ausstellung einzelne Buchbinder, ihre Werkstätten, Betriebe und Familien. Anhand zweier Buchbinderfamilien aus Westfalen und Lippe werden die Veränderungen im Handwerk durch 150 Jahre Familiengeschichte nachvollziehbar. Die Familie Ohle aus Lemgo und Detmold sowie die Familie Rahe-Rohling aus Münster sind zwei „Buchbinderdynastien“, die eine über 100 Jahre alte Buchbindertradition haben. Ihre umfangreiche Überlieferung mit seltenen Fotografien, Werkzeugen und Objekten belegt die Entwicklung des Buchbinderhandwerks vom 19. Jahrhundert bis heute. Darunter eine kleine Buchbinderschürze für Kinder, die der Buchbindermeister Heinrich Rahe seinem Enkel zur Geburt schenkte, weil er sich so sehr wünschte, dass sein Enkel die Buchbinderei fortführen würde. 16 Jahre später überraschte der Junge seinen Großvater an Heiligabend mit einer Bewerbung als Buchbinderlehrling. Seine kleine Schürze legte er mit der Bitte hinzu, sie gegen eine größere einzutauschen.
Aus den 1950er Jahren werden zwei Buchbindermeisterinnen aus Hagen vorgestellt: Marianne Proll und Hanni Vomhof. Beide stellten besondere gestalterische Ansprüche an das Buchbinden: Hanni Vomhof schloss sich der Hagener Künstlervereinigung „Hagenring“ an, Marianne Proll war Mitglied im Verband „Meister der Einbandkunst“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung im Freilichtmuseum zeigt die Ergebnisse des „Internationalen Bucheinbandwettbewerbs für Auszubildende im Buchbinderhandwerk“ aus dem Jahr 2013, ausgerichtet vom Bund Deutscher Buchbinder und den entsprechenden Organisationen in Österreich und der Schweiz. Es ist ein Querschnitt von über 60 Arbeiten moderner Buchbinderarbeiten zu sehen, alle gefaltet aus gleichen Papierbogen.
Diese Sonderausstellung ergänzt inhaltlich den Papier- und Druckbereich mit seinen Werkstätten und Dauerausstellungen des LWL-Freilichtmuseums Hagen. In der museumseigenen historischen Druckerei wird täglich praktisch vorgeführt, wie der klassische Buchdruck funktioniert. Die Sonderausstellung zeigt, wie die Druckbogen zu Büchern gebunden wurden.

Die Historie
Die Geschichte des Buchbinderhandwerks in den vergangenen 250 Jahren ist von mehreren Einschnitten geprägt. Die Aufhebung der Zünfte am Anfang des 19. Jahrhunderts (in Lippe erst 1869) veränderte die Organisationsweise des Handwerks grundlegend. Die Bücherproduktion explodierte geradezu in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die verstärkte Nachfrage und die Erfindung diverser Maschinen für Großbuchbindereien. So trennte sich das Buchbinden allmählich in unterschiedliche Betriebsformen. Während die Großbuchbindereien auf starke Arbeitsteilung und Maschineneinsatz setzen, entwickelte sich die handwerkliche Buchbinderei zu einem Handwerk, das sich auf individuelle Arbeiten sowie das Binden von Kleinstauflagen konzentrierte. Dazu entstand ein eher kunstgewerblich orientierter Zweig des Handwerks mit ambitionierten gestalterischen Ansprüchen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Gewerbefreiheit eingeführt. Sprunghaft stieg daraufhin die Zahl der handwerklichen Buchbindereien an. Dadurch waren die Buchbinder gezwungen, sich zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen, um auf dem Markt bestehen zu können. Dazu zählten vornehmlich der Verkauf von Schreibwaren und die Bilderrahmung.
Durch die große Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg brach die Nachfrage nach individuell gebundenen Büchern ein, die Zahl der Buchbindereien sank dramatisch. Das Handwerk schrumpfte immer mehr zu einem Nischengewerbe: 1938 gab es 480 Betriebe in Westfalen- Lippe, 1961 nur noch 165. Nach dem zweiten Weltkrieg erholte sich der Buchbinder-Arbeitsmarkt vorübergehend durch die neu gegründeten oder erweiterten
Universitäten. Diese vergaben anfangs viele Buchbinderarbeiten. Aber schon in den 1960er- bis 1980er-Jahren sank die Zahl der Buchbindereien weiter. In den letzten Jahren entwickeIte sich allerdings ein neuer Trend zu individuellen und kunstgewerblichen Kreationen.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation. In vier Beiträgen beleuchtet sie die Geschichte des Buchbinderhandwerks in der Zunftzeit, im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert beleuchtet sowie den Stand des Handwerks zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Kernstück des Ausstellungsbuches ist die in Fotos schrittweise dargestellte Anleitung zum Binden eines Buchdeckels wie er um 1900 gearbeitet wurde. Zudem zeigen rund fünfzig ausgewählte Objekte, die ausführlich vorgestellt werden, die Entwicklung des Buchbinderhandwerks der vergangenen 250 Jahre.

Der restaurierte Blasebalg

Mit Verstand und Hand.
Arbeitsplatz: Objektrestaurierung 

Die kleine Ausstellung „Mit Hand und Verstand“ (1. – 24.04.2014) im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) befasst sich mit dem Beruf des Restaurators. Sie zeigt wie dieser Beruf erlernt wird und welche Fähigkeiten für Restaurierungsarbeiten nötig sind. Eine Kooperation mit dem Institut für Restaurierungswissenschaft, Fachhochschule Köln.

Plakat zur Ausstellung mit Hand und Herz

„Mit Hand und Herz“

9. Juni bis 31. Oktober 2013

Meisterbrief, Seifenkiste und Lohnbuch – was haben diese Dinge gemeinsam? In ihnen verstecken sich Lebensgeschichten aus dem Handwerk.

Vieles prägt die Lebenswege von Handwerkerinnen und Handwerkern, zum Beispiel in einem Familienbetrieb aufzuwachsen, neue Techniken wie den Rundfunk für sich zu entdecken, oder das Aufkommen industrieller Massenware, die die eigenen Produkte verdrängen.

In der Ausstellung berichten westfälische Handwerkerinnen und Handwerker aus ihrem Leben. Sie haben in ihren Fotoalben geblättert und ihre Unterlagen durchforstet. Ihre Erinnerungen an einzelne Lebensabschnitte oder wichtige Ereignisse werden in den Gegenständen sichtbar, die sie für die Ausstellung entliehen haben: der Meisterbrief zeugt ebenso vom handwerklichen Know-how, das Kasperletheater gewährt Einblick in die Jugend; das Lohnbuch zeigt wirtschaftliche Bedingungen auf.

Auch wenn keine Biografie der anderen gleicht, gibt es dennoch eine Gemeinsamkeit: Alle leben und arbeiten mit Hand und Herz.

Mit Hand und Herz – ein Film zur Sonderausstellung
Dieser Film stellt die Sonderausstellung „Mit Hand und Herz. Lebensgeschichten aus dem Handwerk“ vor. Westfälische Handwerkerinnen und Handwerker berichten aus ihrem Leben. Von ihnen entliehene Gegenstände, Fotos und erzählte Erinnerungen in Bild und Ton machen ihre Erinnerungen sichtbar.

Das Plakat zur Sonderausstellung Schneller, besser, billiger!

„Schneller, besser, billiger! Handwerksberufe und Rationalisierung“
20. Mai bis 31.Oktober 2012

Wie viel Erleichterung bringt ein Elektromotor im Handwerk? Ab wann lohnt sich die Anschaffung und welche Handarbeit kann und soll überhaupt durch eine Maschine ersetzt werden? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen.

Vordergründig wird Rationalisierung im Handwerk mit dem Einsatz von neuen Maschinen und moderner Technologie in Verbindung gesetzt. Jedoch zeigt sich auf den zweiten Blick, dass zweckmäßige Organisation von Arbeitsräumen, ergonomische Gestaltung von Werkzeugen und die systematische Buchführung oft ebenso große Arbeitserleichterungen gebracht haben. Gerade im Handwerk war es nicht das vordringliche Ziel, Arbeitskräfte durch den Einsatz von Technik einzusparen, sondern die vorhandene Kraft effektiv zu nutzen.

Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen. Sie fasst die Inhalte der Ausstellung zusammen und zeigt viele der ausgestellten Objekte und Fotos. Außerdem ist ein wissenschaftlicher Aufsatzband erhältlich, der die Vorträge des XXX. Gesprächskreises Technikgeschichte sowie einige weitere Beiträge enthält. Die Publikationen sind über das LWL-Freilichtmuseum Hagen sowie im Buchhandel zu beziehen.

Das Plakat zur Ausstellung Festgehalten

Festgehalten - Handwerksbilder von 1800 bis heute
17. Juli bis 31. Oktober 2011

Erstmals zeigt das LWL-Freilichtmuseum Hagen eine große Vielfalt von Handwerksdarstellungen, um Einsichten in die Geschichte handwerklicher Berufe zu ermöglichen.
Auf den ersten Blick zeigen die Bilder Arbeits- und Lebenswelten von Handwerkerinnen und Handwerkern und den Einsatz von Maschinen und Technik in handwerklichen Betrieben. Doch es ist ein zweiter Blick notwendig, um wirklich zu entschlüsseln, was mit ihnen „festgehalten“ werden sollte und welche Einblicke sie in die Geschichte von Handwerk und Technik geben können.

Museumsreif

Ausstellung zu 50 Jahre Freilichtmuseum:
Museumsreif!
08. Mai - 31.Oktober 2010

Als Handwerk und Technik ins Freilichtmuseum kamen
Das LWL-Freilichtmuseum Hagen feiert sein 50-jähriges Bestehen. Die Ausstellung erzählt anhand wertvoller und besonderer Exponate die Gründungsgeschichte des Museums in einer Zeit, in der nur wenige daran dachten, dass auch
Westfalens Handwerk und Technik als Teil der Kulturgeschichte im Museum gezeigt werden sollte.
Die Ausstellung präsentiert viele Kulturschätze, die das Freilichtmuseum in den letzten 50 Jahren in seine Sammlung aufgenommen hat und die normalerweise den Besuchern nicht zugänglich sind.

Das Plakat zur Ausstellung Karriere mit Lehre

Karriere mit Lehre. Frauen im Handwerk in Westfalen-Lippe
14. Juni bis 31. Oktober 2009

Als „Pfuscherinnen“ bezeichneten viele Handwerker am Anfang des 20. Jahrhunderts Frauen, die im Handwerk arbeiteten. Sie leiteten ihr Urteil aus den bis dahin üblichen verkürzten Ausbildungsgängen für Frauen in Handwerksberufen ab. Erst als Handwerkerinnen seit 1911 allmählich qualifizierte Ausbildungen durchlaufen konnten und 1922 die rechtliche Gleichstellung mit männlichen Handwerkern endgültig erreicht hatten, fanden sie Anerkennung als Gesellinnen und Meisterinnen, boten ihnen handwerkliche Berufe verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. In Zeiten von Arbeitskräftemangel wurde besonders dafür geworben, dass Frauen einen handwerklichen Beruf aufnahmen. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden beispielsweise auch gezielt Frauen gesucht, die in „Männerhandwerken“ eine Ausbildung beginnen wollten.

Das Verhältnis zwischen Frauen und Handwerksberufen ist sehr vielschichtig. Noch heute gibt es im Handwerk überwiegend männlich und überwiegend weiblich besetzte Berufe. Es scheint, als beeinflussten in diesem Arbeitsbereich immer noch traditionelle Zuschreibungen, nach denen etwa Männer immer stark, Frauen dagegen immer kreativ, aber der Technik abgeneigt sind, die Berufswahl junger Menschen. Aber ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich diese, scheinbar so natürlichen Zuschreibungen wandeln können. So wurde der heute unter jungen Frauen beliebteste Ausbildungsberuf „Friseur“ bis in die 1950er-Jahre überwiegend von Männern ausgeübt. So bietet die Ausstellung auch einen Anlass, über die Zuweisung von bestimmten Fähigkeiten und Eigenschaften an Frauen und Männer kritisch nachzudenken.

Wie sich im Handwerk Ausbildungs- und Berufswege von Frauen entwickelten, stellt die Ausstellung am Beispiel Westfalen-Lippe vor. Sie beleuchtet damit für die Region erstmals die Rolle von Frauen in Handwerksberufen: Seit wann es Frauen überhaupt möglich, eine Lehre zu machen? Welche Handwerksberufe wählten sie? In welchen Handswerksberufen arbeiteten besonders viele Frauen? Wie fanden sie sich in sogenannten Männerhandwerken zurecht? Und wie unterstützten Ehefrauen, Töchter und andere weibliche Verwandte Handwerker bei ihrer Arbeit? Dies sind nur einige Fragen, der die Ausstellung an ausgewählten Beispielen nachgeht.
Grundlage für die Ausstellung war eine wissenschaftliche Tagung zum Thema „Frauen im Handwerk“ im November 2008, auf der aus ganz unterschiedlichen Perspektiven Beiträge zum Thema vorgestellt wurden. Der Tagungsband wird im Juni 2009 vorliegen. Die Ausstellung selbst zeigt ab dem 14. Juni 2009 aussagekräftige Objekte aus Museen und Archiven, so etwa Werkzeuge und Maschinen aus dem Zahntechnikerlabor, das die erste Zahntechnikermeisterin Deutschlands in den 1930er-Jahren in Lemgo eingerichtet hat. Von besonderem Interesse sind aber die vielen Gegenstände, Fotografien und schriftlichen Unterlagen, die mit ganz persönlichen Erinnerungen an einen Handwerksberuf verbunden sind. Im Rahmen des Ausstellungsprojektes hat die wissenschaftliche Volontärin Julia Setter Handwerkerinnen befragt und so viel über deren Lebenswirklichkeit erfahren. Die Frauen absolvierten zwischen 1936 und 1997 ihre Gesellen- oder Meisterprüfung in unterschiedlichen Handwerken, haben also bereits viele Jahre im Handwerk gearbeitet oder sind heute noch tätig. Die Besucherinnen und Besucher können erfahren, welche Bedeutung der Beruf für die Handwerkerinnen hat, welche Schwierigkeiten bewältigt werden mussten oder müssen und welche Erfolgserlebnisse mit der Tätigkeit im Handwerk verbunden sind. Aus den Interviews wurde aber auch deutlich, dass die handwerkliche Ausbildung auch einen Übergang bilden kann, sei es zwischen Berufstätigkeit und Familie oder als Grundlage für ein Studium. Arbeitsproben, Gesellen- und Meisterstücke, Erinnerungen an Prüfungen und Betriebsgründungen, Fotografien von Werkstätten und Arbeitsstücken vermitteln einen anschaulichen Eindruck von Frauen in Handwerksberufen. Die Präsentation lädt dazu ein, sich mit Fragen der Berufswahl auseinander zu setzen, denn auch über die Gründe, die zu ihrer Berufswahl geführt haben, haben die Handwerkerinnen berichtet.

Im Rahmen der Ausstellung präsentiert der Meisterkurs im Fotografenhandwerk, Handwerkskammer Dortmund, unter dem Titel "gleich gut und weiblich“ Fotografien von Handwerkerinnen.

Plakat Kinderarbeit

Kinderarbeit einst und jetzt
Abseits der Fabriken - Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert

13.04. bis 31.10. 2008

In der Saison 2008 zeigte das LWL-Freilichtmuseum Hagen die Wanderausstellung "Kinderarbeit einst und jetzt", die das Museum Industriekultur Osnabrück in Zusammenarbeit mit terre des hommes Deutschland erarbeitet hat. Die Ausstellung war in zwei Teile gegliedert. Neben einem historischen Überblick über Kinderarbeit in Deutschland ist ein aktueller Teil zu sehen, der sich mit der gegenwärtigen Situation von Kinderarbeitern in den so genannten Entwicklungsländern auseinandersetzt.

Auch in der preußischen Provinz Westfalen war Kinderarbeit vor allem im vorletzten Jahrhundert weit verbreitet und in vielen Branchen an der Tagesordnung. Diese Ausstellung "Abseits der Fabriken - Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert" widmete sich dabei den bisher in der Forschung eher vernachlässigten Bereichen des Handwerks und der Heimarbeit.

Das Foto zeigt eine Frau des 18. Jhds.

Verlockungen. Die Kultur der Frisur
13.05.2006 bis 31.10.2007
Friseure zählen zu den Handwerksberufen, deren Dienstleistungen im Alltag fast aller Menschen präsent sind. Die Vorläufer der Friseure zählen zu den ältesten Handwerken überhaupt. Seit jeher war das Haar mehr als nur eine Kopfbedeckung: Frisuren und Haargestaltung hatten immer auch eine symbolische Bedeutung. Sie signalisierten den sozialen Status und dienten der Selbstdarstellung ihrer Träger.
Die wichtigsten Werkzeuge der Friseure sind seit der Antike unverändert: Schere und Kamm. Dennoch hat sich der Friseurberuf grundlegend gewandelt. Die Entwicklung reicht von den Barbieren und Badern des Mittelalters bis hin zu den Modestylisten von heute. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Kulturgeschichte der Frisur.

Edel und gut
09.09. bis 31.10.2007
Kabinettausstellung zur Frage: Was ist „gute“ Schmuckgestaltung? Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, auch ist die Vorstellung davon, was „schön“ ist, in jeder Zeitepoche anders. In der westfälischen wie in der internationalen Schmuckgeschichte spiegelt sich der Zeitgeschmack und dessen Wandel in vielfältiger Weise. Daher stellt sich die Frage: Gibt es handwerkliche und gestalterische Gesichtspunkte, durch die die Qualität eines Schmuckstücks beurteilt werden kann? In Kooperation mit den Goldschmiedefachschulen in Essen, Hanau und Pforzheim zeigte die Ausstellung anhand ausgesuchter Exponate, was ein „gutes“ Schmuckstück ausmacht.

Das Foto zeigt eine Abbildung aus der Ausstellung Goldschmiedetechniken.

Diamonds are a girls best friend
17.07. bis 31.10.2005
Ausstellung rund um die (Kultur-)Geschichte, die Mythen, die Merkmale und die Verarbeitung von Edelsteinen wie Diamanten, Smaragden und Rubinen von Achat und Quarz.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Moderne Ausbildung in einem alten Handwerk
26.09. bis 31.10.2004
Kabinettausstellung zur Goldschmiedeausbildung in Geschichte und Gegenwart.

Wie Träume gemacht werden. Die Goldschmiedetechniken
13.06. bis 31.07.2004
Kabinettausstellung zu den Techniken und der Jahrtausende alten Geschichte des Goldschmiedehandwerks, das auch in Westfalen Fuß fasste.