Das Foto zeigt die Flagge des LWL mit dem Motto Wir unternehmen Gutes

Presse

Am 27. + 28.9. ist Herbestfest

27. und 28. September

Herbstfest

Mit einem Bauern- und Kunsthandwerkermarkt, vielen Mitmachaktionen und einer Schau der Rettungshundestaffel feiert das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am letzten Wochenende im September (27. und 28.9.) sein Herbstfest.

Der Kunsthandwerkermarkt auf dem oberen Museumsplatz bietet Ideen für herbstliche Wohndekorationen, zeigt Blaudruck- und Seifenkunst sowie Schmuck aus Glas oder altem Silberbesteck. Filz- und Wollprodukte, Gestecke und geflochtene Körbe leiten die Herbstzeit ein. Met und Liköre, Käsespezialitäten, Marmeladen und frisches Obst finden sich auf dem Bauernmarkt.

Zahlreiche Vorführungen oder Aktionen wie Körbe flechten, Schmuck und Windmühlen basteln sowie Nagelschmieden binden Besucher jeden Alters aktiv mit ein. An beiden Tagen wird auch der „Kartoffelmeister“ gesucht. Erwachsene und Kinder messen sich dabei in Wettbewerben rund um die Kartoffel.

Ein besonderes Erlebnis bietet am Samstagnachmittag „Professor Abraxo“, der Schlangenzaubereien und „Wunderheilungen“ präsentiert. Am Sonntag zeigt die Hundestaffel des Malteser Hilfsdienstes Hagen zu jeder vollen Stunde ihr Können bei tierischen Vorführungen. Das traditionelle Kürbisschnitzen für die Kinder und die Buchbindeaktion „Vom Blatt zum Buch“ bieten zusätzliche Unterhaltung.

Die Gastronomie des LWL-Museums sorgt an beiden Tagen für das leibliche Wohl. Sie bietet herbstliche Spezialitäten wie Kürbiscremesuppe, Zwiebelkuchen, Federweißen und vieles mehr.

Bei schönem Wetter pendelt am Sonntag ab 11 Uhr ein kostenloser Bus vom Einkaufszentrum Eilpe (Lidl-Parkplatz) bis zum Parkplatz am Freilichtmuseum. Dort kann das Auto dann gratis parken.


MYTHOS MOKKA. Ausstellungseröffnung, 4.Mai

Mythos Mokka. Kleine Löffel aus einer Privatsammlung

4. Mai bis 31. Oktober 2014 im Goldschmiedehaus des LWL-Freilichtmuseums Hagen
„Mokka“ weckt seit Jahrhunderten vielfältige Assoziationen. Seit die ersten Kaffeebohnen aus dem jeminitischen Hafen Mokka im 17. Jahrhundert Europa erreicht hatten, begleiteten sie Vorstellungen von Exotik, Genuss und Lebensart. Ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden dem Schluck Luxus immer häufiger winzige Werkzeuge zur Seite gelegt. Rund 150 Mokkalöffel, vom kostbaren, aufwendig gestalteten Meisterstück von berühmten Entwerfern bis zum gelungenen Besteckteil aus der anonymen Massenfabrikation werden vom 4. Mai bis zum 31. Oktober im LWL-Freilichtmuseum Hagen gezeigt.
Konkret hat „Mokka“ in den letzten zweihundert Jahren sehr unterschiedliche Bedeutungen gehabt. Der Begriff stand ebenso für Kaffeebohnen- und Handelssorten und Kaffee aus bestimmten Anbaugebieten wie für verschiedene Zubereitungsarten, immer aber und vor allem für guten Kaffee.
Als kaum noch Kaffee aus Mokka nach Europa gelangte, setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts geradezu eine Mokkabegeisterung ein. Die Porzellanmanufakturen produzierten seitdem für den feinen Kaffeegenuss kleine Mokkatassen in vielfältigen Formen und Dekoren – die Besteckhersteller zogen nach und schufen den jüngsten Bruder des Kaffee- und Teelöffels für die neue Tassenform. Und sie taten dies in großer Vielfalt: Die zeitweise zweitgrößte Fabrik für Neusilber in Deutschland, die Firma Clarfeld und Springmeyer in Hemer, führte 1905 fast fünfzig verschiedene Mokkalöffel im Programm.
Aus Hemer stammt auch ein Löffel, den der Architekt Henry van de Velde als Teil des Bestecks „3000“ für Clarfeld und Springmeyer entworfen hat. Wie van de Velde schufen viele Architekten und Künstler Essgerät und damit auch Mokkalöffel. Neben Henry van de Velde sind mit Richard Riemerschmid und Peter Behrens zwei weitere Künstler in der Ausstellung vertreten, die für Hagen bedeutende Bauwerke des „Hagener Impulses“ entwarfen. Im Goldschmiedehaus ist ihr Können nun im „Kleinstformat“ zu entdecken.
Die Löffel von Behrens, Riemerschmid und van de Velde sind nur drei der vielen Schätze in der Ausstellung. An Mokkalöffeln lässt sich die Entwicklung der Gestaltungsformen vom letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart plastisch nachvollziehen. Die exquisite Auswahl umfasst handwerklich gefertigte Einzelstücke, Löffel aus Kleinserien und industriell gefertigte Produkte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Jugendstil und dem Art déco.
Neben der Vielfalt an Formen machen unterschiedliche Funktionen die Mokkalöffel der Sammlung interessant. Denn sie ergänzten nicht nur Messer, Löffel und Gabel im Besteckset, sondern wurden auch als Sammelstücke einzeln oder in 12er-Reihen aufgelegt, oft mit besonders aufwändigen und malerischen Dekors. Als Souvenirlöffel entwickelten sie sich darüber hinaus zu einem wichtigen Produkt des Handels mit Reiseerinnerungsstücken. Für breite Bevölkerungsschichten wurden Mokkalöffel erschwinglich, weil sie nicht nur in Silber oder versilbert auf den Markt kamen, sondern auch in damals neuen, preiswerten Materialien produziert wurden – in Neusilber und Alpacca.
In der Ausstellung lässt sich die handwerkliche Herstellung eines Löffels mit der Fertigung in industriellen Betrieben vergleichen. Ein Blick gilt zudem einem weiteren zentralen Requisit des Mokkagenusses, der Mokkamühle, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts u. a. von der Iserlohner Firma Kissing & Möllmann hergestellt wurde. Mokkamühlen, die oft orientalische Muster aufweisen, zeichnen sich durch Mahlwerke aus, die sehr feines Kaffeepulver produzieren – für einen besonderen Kaffee.
Die Ausstellung wird am 4. Mai 2014 um 13 Uhr eröffnet und ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

Begleitprogramm:

28.9.,
14 Uhr kostenlose Sonntagsführung:
Löffel und Gestalter. Eine Schule des Sehens. Eine Führung vom Sammler Bernd Kirchbrücher 

Klein ist der Mokkalöffel und winzig ist die Fläche, auf der der Entwerfer oder der Silberschmied seine Idee, den Zeitgeist oder Stil auf den Punkt bringen muss. Rund 130 kleine Löffel vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in unsere Tage sind zurzeit im Goldschmiedehaus im LWL-Freilichtmuseum Hagen unter dem Motto „Mythos Mokka“ zu sehen. Am Sonntag, 28. September, laden das Museum und der Sammler Bernd Kirchbrücher, zu einer Führung durch die Ausstellung ein.
Vom handgemachten, kostbaren Einzelstück über das schwersilberne Manufakturprodukt bis zum preiswerten „Neusilber“-Löffel aus der Massenproduktion reicht die Palette. Stilentwicklungen vom Historismus über den rebellischen Jugendstil und das strenge Art deco bis hin zum zweckbestimmten Bauhausstil oder die Stromlinienform der 50er Jahre lassen sich anhand der kleinen Besteckteile aufzeigen. Eine Schule des Sehens führt am Sonntag auch an die Arbeiten berühmter Künstler und Architekten wie Peter Behrens oder Henry van de Velde heran, die nicht nur in Hagen ihre großen Spuren im Stadtbild hinterlassen, sondern eben auch kleine Mokkalöffel entworfen haben.

29.6.  +  26.10., jeweils 14–17 Uhr
Besteck unter der Lupe. Der Sammler Bernd Kirchbrücher hilft bei der Bestimmung Ihres Bestecks.


Jede Menge
Jede Menge "Äktschen"

17. August

Kinderfest
Geburtstagskinder haben freien Eintritt 

Ein Kinderfest mit Angeboten für Wagemutige, für Bastler, für Träumer, für Wissbegierige, für Märchenfans, für Tüftler und alle neugierigen jungen Museumsfans veranstaltet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 17. August, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr in seinem Hagener Freilichtmuseum.

„Beim Kinderfest bevölkert ein buntes Treiben das Mäckingerbachtal: Überall befinden sich Stände, Aktionen und Attraktionen. Mitmachen und Erleben ist das Motto“, verspricht die Museumspädagogin Simona Pachulski.

Musische Angebote
Märchenhafte Theaterstücke bringen auch die kleinsten Besucher zum Lachen oder Staunen. „Violettas Puppenbühne“ spielt das Märchen von „Hänsel und Gretel“ und die Geschichte „Kasper und der Zauberstein“, die auch schon die Kleineren begeistern wird. Zu sehen sind die Märchen um 12 Uhr, 13 Uhr, 14.30 Uhr und 15.30 Uhr im Aufwurfhammer im mittleren Bereich des LWL-Freilichtmuseums.

Laut und lustig wird es im oberen Museumsbereich. Die Tanzschule MStage lädt zur Kinderdisco ein. Zu fetziger Musik dürfen alle das Tanzbein schwingen und erstaunliche Choreographien erleben. Gleich nebenan trommeln Adama Sunshine und seine Begleiter heiße Rhythmen. Alle können auch selber Musik machen.

Handwerkliche Angebote
Wie kommen die Buchstaben eigentlich aufs Papier, woraus wird dieses Papier gemacht und wie wird aus all den Seiten ein Buch? Beim Besuch der Papiermühle und der Druckerei finden das alle Besucher heraus. Ihr eigenes kleines „Buch“ können die jungen Besucher beim Workshop „Vom Blatt zum Buch“ herstellen und es anschließend noch mit Stempeln oder Modeln verzieren. Diese Aktion findet vor dem Ausstellungsgebäude im oberen Museumsbereich statt. Dort wird in diesem Jahr die Sonderausstellung „Knochenleim & Goldrausch“ gezeigt. Dabei geht es um Buchbindereien vom 18. Jahrhundert bis in das E-Bookzeitalter.

Auch weiter unten an der Druckerei stehen Bücher im Mittelpunkt. Hier treffen sich Museumskatze „Mäcki“ und Büchereimonster „Max“. Die Kinderbücherei der Stadtbücherei präsentiert hier unterhaltsame Bücher für kleine und große Kinder.

Ganz neu ist in diesem Jahr der Workshop „Auf Draht!“. Dabei erfährt man nicht nur, wie Draht entsteht sondern auch, was man alles aus Draht basteln kann. Mit buntem Draht und schillernden Perlen gestalten die jungen Besucher Ringe, Kettenanhänger und Fensterschmuck.

Kinderleicht ist es, Bienenwachskerzen zu drehen und nach eigenen Ideen individuell zu variieren. In der Imkerei können die kleinen Besucher das selbst erleben. Das nächste Stück können die Kinder bei der Korbmacherin produzieren. Dort bekommen sie während der praktischen Arbeit an geflochtenen Untersetzern in kurzer Zeit Einblick in die alte Handwerkstechnik des Korbflechtens.

Daneben gibt es weitere Aktionen wie Ponyreiten, Blaudrucken, Schlüsselanhänger und „Kunst im Blumentopf“, Kinderschminken, Geschenkpapiere kreieren, Nagelschmiedeworkshop und diverse museumspädagogische Programme. Bei Waffeln, Schoko-Kuchen, süß gefüllten Brötchen und Bratwurst können sich die Kinder auf dem oberen Museumsplatz stärken.

Die meisten Aktionen sind kostenlos, nur bei einigen Workshops fallen geringe Materialkosten an. Bei regnerischem Wetter finden die Aktionen in den Museumsgebäuden statt. Wie in jedem Jahr haben Geburtstagskinder beim Kinderfest freien Eintritt (bitte den Ausweis mitbringen).
Für die Bequemlichkeit sorgt die Bimmelbahn, sie fährt den ganzen Tag vom unteren Museumsbereich bis zum oberen Teich.


Pferdekutsche im Freilichtmuseum

Kutschen und Pferdegetrappel im LWL-Freilichtmuseum Hagen

16 Gespanne stellen Pferderassen und Kutschentypen vor

Hagen (lwl). Am Sonntag, 3. August lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wieder zum Kutschentag in sein Hagener Freilichtmuseum ein. 16 Gespanne zeigen dann im ganzen LWL-Freilichtmuseum, wie vielseitig Pferde und Kutschen sind.

Ab 11 Uhr sind die Kutschen auf verschiedenen Plätzen und beim Fahren im Museum zu sehen. Dabei gibt es etliche Gelegenheiten mit den Kutschern zu sprechen und die Gespanne zu begutachten. Ab 13 Uhr treffen sich die Kutschen zur offiziellen Präsentation auf der Wiese vor dem Schmiedemuseum. Hier können die Besucher alle Kutschen und Pferde gleichzeitig und aus nächster Nähe zu betrachten. Vom kleinen Shetlandpony bis zum riesigen Friesenpferd, von der Trainingskutsche bis zum Landauer wird alles vertreten sein, sogar mehrere kleine Hundegespanne sind gemeldet.

Auf dem großen Platz vor dem Schmiedemuseum und dem Museumsrestaurant stellt der Kutschenexperte Karl Rüsing die Kutschen mit ihren einzelnen Gespannen, die unterschiedlichen Pferderassen und Kutschentypen vor. Eine kleine Showeinlage, die besonderes Können des Kutschers und seiner Pferde vorführt, ist auch geplant.
Später am Nachmittag nach Ende der Präsentation, gegen 15 Uhr, starten alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Kutschenkorso durch das Museum.

Beim Zuschauen und auch zwischendurch bei persönlichen Gesprächen haben die Besucher Gelegenheit, sich mit dieser Art Pferdesport bekannt zu machen. Zusätzlich zeigt an diesem Tag ein Sattler als Gasthandwerker in der historischen Sattlerwerkstatt den Besuchern sein klassisches Arbeitsgebiet, ebenso ist ein Hufschmied mit seinen Pferden vor Ort und führt sein Handwerk vor. Dazu bieten einige Stände praktisches und modisches Zubehör für Ross und Reiter an. Auch eine auf Pferde spezialisierte Heilpraktikerin erklärt bestimmte Therapien und berichtet aus ihrem Arbeitsbereich. Zwei auf Pferde und Hunde spezialisierte Tierfotografen bieten ein Fotoshooting für die vierbeinigen, besten Freunde an. Darüber hinaus haben die Besucher die Möglichkeit noch mehr Kutschenfeeling zu bekommen, wenn sie sich mit dem Planwagen eines Fuhrhalters durchs Museum kutschieren lassen.

Bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein waren unterschiedliche Pferderassen als Zugpferde noch relativ häufig zu sehen, zuletzt meist nur noch zu Reklamezwecken, wie beispielsweise Kaltblüter bei Bierauslieferungen für Brauereien. Heute werden die meisten Pferderassen selten als Nutztiere gehalten. Einige Hobby-Züchter und Hobby-Halter haben sich aber inzwischen zu Interessengemeinschaften zusammengeschlossen, um die verschiedenen, teilweise seltenen Rassen zu erhalten. Sie schätzen die Geschicklichkeit und das Können der Pferde nicht beim Reiten oder vor Kutschen, sondern auch in den Bereichen Wald- und Feldarbeit.


Auf großer Fahrt – Modellbautag

Auf großer Fahrt – Modellbautag im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Hagen (lwl). Am Sonntag, 6. Juli, treffen sich Schiff-, Flugzeug- sowie Automodellbauer und ihre Fans im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Die kleinen und großen Modelle sind zwischen der bewaldeten Landschaft, den historischen Fachwerkgebäuden und den geschwungenen Wiesen des LWL-Freilichtmuseums ebenso zu sehen wie auf den Teichen im Museumsgelände.
Funktionstüchtige Modelle zu bauen, ist eine anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung, die viel technisches Verständnis und handwerkliches Geschick verlangt, die Modellbauer stecken viel Aufwand in ihre Modelle. An manchen Modellen wird drei bis vier Jahre gebaut, oft mit der Lupe, um die winzigen Details so „echt“ wie möglich nachzubilden. Wirken viele Schiffsmodelle oft durch diese liebevolle Detailarbeit, so ist der Schwerpunkt beim Flug- oder Automodellbau die besondere technische Herausforderung. Neben der Detailtreue ist für die Flugmodelle eine herstellbare, genügend stabile und funktionstüchtige Leichtbaukonstruktion gefragt. Die mitgebrachten Segelflugzeuge, Hubschrauber und Wasserflugzeuge, Dampf- und Rennboote sowie Auto- und LKW-Modelle bieten Anlass zum Schauen, Staunen und Fachsimpeln.
Hat man einmal den Kontakt gefunden, kann man die Modellbaufreunden regelmäßig an den Seen oder Flugplätzen der Region zu den verschiedensten Anlässen treffen. Das ist schon Grund genug für einen Schnupperbesuch im Freilichtmuseum Hagen.



Bücher

Sonderausstellung zeigt 250 Jahre Buchbinderhandwerk

Knochenleim & Goldrausch. Buchbindereien vom 18. Jahrhundert bis in das E-Book-Zeitalter so lautet der Titel der Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Hagener Freilichtmuseum in diesem Sommer zeigt. Der Technik- und Sozialgeschichte des Buchbinderhandwerks, diesem heute selten gewordenen Handwerk, widmet das LWL-Freilichtmuseum vom 15. Juni bis zum Saisonende am 31. Oktober seine Sonderausstellung. 

Die Ausstellung
Erstmals für Westfalen-Lippe würdigt das LWL-Freilichtmuseum ein Handwerk mit einer Sonderausstellung, das heute eine Nische füllt, historisch aber entscheidend dazu beigetrug, dass Bücher die Popularität erreichten, die sie heute besitzen. Denn erst die Buchbinder machten aus losen Druckbogen handliche und haltbare Bücher. Seit der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich das Buchbinderhandwerk lange Zeit technisch kaum weiter, was sich nach der Auflösung der Zünfte ab Beginn des 19. Jahrhunderts änderte. „Sowohl handwerks- als auch sozialgeschichtlich ist besonders die Zeit um 1900 sehr interessant, als auch die kleineren Buchbindereien mechanisiert wurden. Parallel dazu entwickelte sich das industrialisierte Buchbinden. Die daraus folgenden negativen Auswirkungen auf kleine Handwerksbetriebe ließen nicht lange auf sich warten“, erklärt Ausstellungsmacherin Dr. Anke Hufschmidt.
Ähnlich sind die Umwälzungen in der heutigen Zeit. Gegenwärtig geht es jedoch nicht um die Industrialisierung, sondern um die Digitalisierung. Wie auch immer die mediale Entwicklung verlaufen wird – ein frisch gedrucktes und gebundenes Buch bleibt immer ein sinnliches Erlebnis. So wird der unverkennbare Duft von älteren Büchern mittlerweile sogar künstlich hergestellt, damit die Nutzer von E-Books den gewohnten Geruch nicht entbehren müssen. Eine Kostprobe davon können die Besucher übrigens in der Ausstellung erschnüffeln. Wodurch der charakteristische Geruch entsteht, erfahren die Besucher natürlich auch.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Bereiche: Im Erdgeschoss des Ausstellungsgebäudes geht es um die technischen Aspekte, das Buch und seine Bestandteile werden vorgestellt. Das handwerkliche Buchbinden ist in einzelnen Arbeitsschritten an „Arbeitstischen“ nachvollziehbar gemacht. An drei Stationen können die Besucher ausprobieren, Papier anfassen, damit rascheln, daran riechen und es falten. Ebenso können sie testen, ob sie den Unterschied zwischen einem Telefonbuch und einem fest gebunden Buch hören.
Das Obergeschoss ist der Sozialgeschichte gewidmet, hier stehen die Buchbinder und ihre Produkte im Vordergrund. Zunächst geht es um die „zünftige“ Zeit. Aus ihr haben sich u. a. wertvolle Gesellenbücher aus Lemgo und Minden erhalten, in denen sich die Buchbinder auf ihren weiten Wanderungen eintrugen. Werkstattdarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen wie die Werkstätten eingerichtet waren. Auch hier können die Besucher aktiv werden und herausfinden, welche der Darstellungen die älteste ist. 

Zwei Buchbinderfamilien
Außerdem präsentiert die Ausstellung einzelne Buchbinder, ihre Werkstätten, Betriebe und Familien. Anhand zweier Buchbinderfamilien aus Westfalen und Lippe werden die Veränderungen im Handwerk durch 150 Jahre Familiengeschichte nachvollziehbar. Die Familie Ohle aus Lemgo und Detmold sowie die Familie Rahe-Rohling aus Münster sind zwei „Buchbinderdynastien“, die eine über 100 Jahre alte Buchbindertradition haben. Ihre umfangreiche Überlieferung mit seltenen Fotografien, Werkzeugen und Objekten belegt die Entwicklung des Buchbinderhandwerks vom 19. Jahrhundert bis heute. Darunter eine kleine Buchbinderschürze für Kinder, die der Buchbindermeister Heinrich Rahe seinem Enkel zur Geburt schenkte, weil er sich so sehr wünschte, dass sein Enkel die Buchbinderei fortführen würde. 16 Jahre später überraschte der Junge seinen Großvater an Heiligabend mit einer Bewerbung als Buchbinderlehrling. Seine kleine Schürze legte er mit der Bitte hinzu, sie gegen eine größere einzutauschen.
Aus den 1950er Jahren werden zwei Buchbindermeisterinnen aus Hagen vorgestellt: Marianne Proll und Hanni Vomhof. Beide stellten besondere gestalterische Ansprüche an das Buchbinden: Hanni Vomhof schloss sich der Hagener Künstlervereinigung „Hagenring“ an, Marianne Proll war Mitglied im Verband „Meister der Einbandkunst“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung im Freilichtmuseum zeigt die Ergebnisse des „Internationalen Bucheinbandwettbewerbs für Auszubildende im Buchbinderhandwerk“ aus dem Jahr 2013, ausgerichtet vom Bund Deutscher Buchbinder und den entsprechenden Organisationen in Österreich und der Schweiz. Es ist ein Querschnitt von über 60 Arbeiten moderner Buchbinderarbeiten zu sehen, alle gefaltet aus gleichen Papierbogen.
Diese Sonderausstellung ergänzt inhaltlich den Papier- und Druckbereich mit seinen Werkstätten und Dauerausstellungen des LWL-Freilichtmuseums Hagen. In der museumseigenen historischen Druckerei wird täglich praktisch vorgeführt, wie der klassische Buchdruck funktioniert. Die Sonderausstellung zeigt, wie die Druckbogen zu Büchern gebunden wurden. 

Die Historie
Die Geschichte des Buchbinderhandwerks in den vergangenen 250 Jahren ist von mehreren Einschnitten geprägt. Die Aufhebung der Zünfte am Anfang des 19. Jahrhunderts (in Lippe erst 1869) veränderte die Organisationsweise des Handwerks grundlegend. Die Bücherproduktion explodierte geradezu in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die verstärkte Nachfrage und die Erfindung diverser Maschinen für Großbuchbindereien. So trennte sich das Buchbinden allmählich in unterschiedliche Betriebsformen. Während die Großbuchbindereien auf starke Arbeitsteilung und Maschineneinsatz setzen, entwickelte sich die handwerkliche Buchbinderei zu einem Handwerk, das sich auf individuelle Arbeiten sowie das Binden von Kleinstauflagen konzentrierte. Dazu entstand ein eher kunstgewerblich orientierter Zweig des Handwerks mit ambitionierten gestalterischen Ansprüchen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Gewerbefreiheit eingeführt. Sprunghaft stieg daraufhin die Zahl der handwerklichen Buchbindereien an. Dadurch waren die Buchbinder gezwungen, sich zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen, um auf dem Markt bestehen zu können. Dazu zählten vornehmlich der Verkauf von Schreibwaren und die Bilderrahmung.
Durch die große Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg brach die Nachfrage nach individuell gebundenen Büchern ein, die Zahl der Buchbindereien sank dramatisch. Das Handwerk schrumpfte immer mehr zu einem Nischengewerbe: 1938 gab es 480 Betriebe in Westfalen- Lippe, 1961 nur noch 165. Nach dem zweiten Weltkrieg erholte sich der Buchbinder-Arbeitsmarkt vorübergehend durch die neu gegründeten oder erweiterten
Universitäten. Diese vergaben anfangs viele Buchbinderarbeiten. Aber schon in den 1960er- bis 1980er-Jahren sank die Zahl der Buchbindereien weiter. In den letzten Jahren entwickeIte sich allerdings ein neuer Trend zu individuellen und kunstgewerblichen Kreationen.
Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation. In vier Beiträgen beleuchtet sie die Geschichte des Buchbinderhandwerks in der Zunftzeit, im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert beleuchtet sowie den Stand des Handwerks zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Kernstück des Ausstellungsbuches ist die in Fotos schrittweise dargestellte Anleitung zum Binden eines Buchdeckels wie er um 1900 gearbeitet wurde. Zudem zeigen rund fünfzig ausgewählte Objekte, die ausführlich vorgestellt werden, die Entwicklung des Buchbinderhandwerks der vergangenen 250 Jahre. Die Ausstellungspublikation ist reich bebildert und kostet 20 Euro.

Ein Programm für die ganze Familie begleitet die Ausstellung: Ein Familienquiz lädt zum Recherchieren ein, wie aus Druckbogen ein Buch wird. Wer alle Rätsel gelöst hat, darf in die Schatzkiste im Krämerladen greifen. An zehn Sonntagen locken Mitmachaktionen am Ausstellungshaus unter dem Motto „Vom Blatt zum Buch“. Es gibt einige Veranstaltungstermine in Kooperation mit der Stadtbücherei Hagen. Erkundungsbögen, Führungen, Ferienprogramme und ein Aktionstag runden das Begleitprogramm ab.


Querbeet  - die Gartentage

Die Gartentage im Freilichtmuseum

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet Hobbygärtnern und Naturfreunden bei bodenständigen Gartentagen alles rund um das Thema Garten: Am Wochenende (14. und 15. Juni) gibt es im Hagener LWL-Freilichtmuseum viel Neues, gute Ideen sowie wissenswerte Tipps. Es wird ausgestellt, vorgestellt und angeboten. Die Veranstaltung QUERBEET präsentiert etwa 40 Aussteller mit Ideen und schönen Dingen für drinnen und draußen.

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen lädt natur- und garteninteressierte Besucher zu einem Spaziergang ein, vorbei an blühenden Pflanzen, Gartenaccessoires, Handwerkskunst, kulinarischen Spezialitäten und unterhält zwischendurch mit einem begleitendem Programm.

Garten- und Landschaftsbau
Wer seinen Garten in einen Ort zum Entspannen und Wohlfühlen verwandeln möchte, findet bei den Fachleuten vom Garten- und Landschaftsbau Ideen und Anregungen dazu. Mit viel Know-How verraten sie so manchen kreativen und praktischen Tipp für den eigenen Garten. Mit der Auswahl an heimischen Pflanzenarten und Pflanzenspezialitäten zeigen die Gärtnereien und Experten mit dem „grünen Daumen“ wie Wünsche nach einem Kräutergarten, einem schattigen Plätzchen unter einem Apfelbaum oder die Blütenpracht eines Staudengartens wahr werden.

Keramik und Kunsthandwerk
Ob Zinkwanne oder Holzbütte, ob Windlicht oder Rosenstab – Dinge, mit denen sich Garten und Balkon gestalten lassen sind vielfältig. Akzente für Drinnen und Draußen – die Querbeet-Aussteller mit ihrem Angebot an Keramiken, Skulpturen sowie dekorativen und textilen Gartenaccessoires beraten die Besucher gerne. So wird der Garten, die Terrasse oder der Balkon im Handumdrehen ein echter Blickfang.

Kulinarisches und Unterhaltung
Die Besucher können sich auch die eine oder andere Pause auf ihrem Spaziergang über das LWL-Museums- und Gartentagegelände gönnen. Die Museumsterrassen das Museumsrestaurant, bietet regionale Gerichte, Erdbeerkuchen und sommerliche Cocktails an. Als kleine Unterhaltung besuchen am Samstagnachmittag riesige, eierlegende Hühner die Veranstaltung und am Sonntag begleiten Evergreens einer Bigband die Besucher auf ihrem Querbeet-Rundgang.


Oldtimer auf dem oberen Platz

OLDTIMER-TREFFEN

im LWL-Freilichtmuseum Hagen
unter dem Motto: „Oldtimer solange der Platz reicht“

Am Pfingstsonntag, 8. Juni, findet ab 10 Uhr ein zwangloses Treffen unter dem Motto: „Oldtimer solange der Platz reicht“ für alle Oldtimerbesitzer und deren Liebhaber im Hagener Freilichtmuseum statt. Die Veteranen versammeln sich vor den Museumsterrassen und auf dem oberen Platz. Bis ca.16 Uhr wird es einen Auf- und Abmarsch der diversen Fahrzeuge geben. In den vergangenen Jahren waren immer über 180 Fahrzeuge zu Gast im LWL-Freilichtmuseum Hagen.

Die Anreise zum LWL-Freilichtmuseum Hagen wird eine Oldtimer-STERNFAHRT sein, denn die Teilnehmer fahren am 8. Juni 2014 alle ihre eigene Strecke bis zur Zielkontrolle beim LWL- Freilichtmuseum Hagen in der Selbecker Straße. Dort wird die ausgefüllte Bordkarte/Nennung abgegeben und dann spätestens ein Nenngeld entrichtet. Die entsprechenden Infos erhalten die interessierten Chauffeure beim:
Hagener Automobil-Club 1905 e.V. im ADAC
Bernd Schrade, Tel.: 02331 71642, E-Mail: berndsisabella@aol.com

Ein zweites Highlight für die Oldtimerinteressierten bei dieser Veranstaltung ist der Oldtimer-TEILEMARKT, der von 9.00 bis 18.00 Uhr auf dem Museumsgelände stattfindet. Der Teilemarkt bietet allen Sammlern- und Oldtimer-Besitzern ein breites Angebot von Kfz- und Motorradersatzteile, Zubehör, Modelle, technisches Spielzeug, Kleidung, Spezialwerkzeug, Literatur und vieles mehr. Wer mit seinen automobilen Sammlerstücken und Angeboten dabei sein möchte, meldet sich bitte an unter Fax: +49 (0) 2335 80 11 34 oder per Email: info@hac1905.de
Die Pfingstausflügler finden den ganzen Tag über reichlich Gelegenheit, mit den Fahrern zu fachsimpeln und die Boliden zu inspizieren.

Am Sonntag sind neben den echten Schnauferln auch gemalte und gezeichnete Oldtimer zu bewundern. Der auf Oldtimermalerei spezialisierte Künstler Bastian Söllner portraitiert einen sogenannten „Scheunenfund“ eines Automobilsammlers. Dieses Gemälde wird gegen Ende des Tages versteigert.

Am Abend findet für die Teilnehmer im Restaurant „Museumsterrassen“ eine Grillparty statt. Alle, die mitgrillen wollen, melden sich bitte an unter:
Tel.: 02338 488324 oder 02335 801135
Interessierte informieren sich unter: www.hac1905.de


Lanz Bulldog

TRECKER-TREFFEN am 1. Mai

Über 200 historische Ackerschlepper, umgangssprachlich Bulldogs, Trecker oder Traktoren genannt, treffen sich am kommenden Donnertag, 1. Mai, im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Im gesamten LWL-Freilichtmuseum tuckern die alten Traktoren der verschiedenen Hersteller. „Die Freunde alter Schlepper kommen hier voll auf ihre Kosten. Es werden bekannte Namen wie H. Lanz, Hanomag, Porsche, MAN, Deutz und Unimog vertreten sein, aber auch unbekanntere Marken wie Allgaier oder Bautz stellen sich vor“, verspricht Klaus-Dieter Knöppel vom LWL-Freilichtmuseum. Es gibt Gelegenheiten zum Fachsimpeln und Schauen. Am frühen Nachmittag werden viele Traktoren von einem Fachmann im einzelnen vorgestellt. So erfahren die Besucher eine Menge Details über die verschiedenen Traktortypen, Bauarten und so manches Anekdötchen.

Sehr bekannt unter den Trecker-Oldtimern ist die Marke H. Lanz. Die Firma Heinrich Lanz Aktiengesellschaft mit ihrem Stammsitz in Mannheim beschäftigte sich seit den 1880er Jahren mit Landmaschinentechnik. Sie entwickelte eine motorgetriebene Maschine, die die Lokomobile ablöste, die damals die Dreschwerke in der Landwirtschaft betrieben.1921 kam H. Lanz als erstes Unternehmen der Welt mit einem Rohölschlepper auf den Markt, dem legendären „Lanz-Bulldog“. Den kuriosen Namen bekam er durch die Ähnlichkeit mit dem Gesicht eine Bulldogge. Die ersten Lanz-Bulldogs hatten acht oder zwölf PS, später stockte man die Motoren bis 55 PS auf. Insgesamt wurden bis in die 1950er Jahre 25.000 Stück gebaut.

„Diese genial einfach gebauten Maschinen, basierend auf einem Ein-Zylinder-Prinzip mit einem Glühkopfmotor, waren ideal für die Landwirtschaft. Sie waren so konstruiert, dass sie selbst in einer einfachen Dorfschmiede oder vom Bauern selbst mit Hammer und Meißel repariert werden konnten. Ein weiterer Vorteil des Bulldogs lag darin, dass er zuverlässiger als die empfindlichen benzingetriebenen
Ackerschlepper war mit ihrem explosionsgefährdetem Treibstoff. Denn Dieselantrieb
gab es noch nicht, und der Bulldog fuhr mit billigem Rohöl“, erklärt Klaus-Rudolf Rose, Geschäftsführer der H. Lanz-Freunde Ruhrgebiet e.V. .


Das Bild zeigt das Logo des Förderkreises
Der neue Internetauftritt entstand mit freundlicher Unterstützung des Förderkreises Westfälisches Freilichtmuseum Hagen e. V.