
Die 1960er-Jahre ziehen ins LWL-Freilichtmuseum Detmold ein! Im Juli hat das Warten ein Ende, denn dann wird die Tankstelle aus Siegen-Niederschelden im LWL-Freilichtmuseum Detmold mit 60er-Jahre-Musik und Oldtimerschau eröffnet.
Der moderne Bau mit Flugdach steht als markantes Zeugnis für die zunehmende Motorisierung des Straßenverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch die steigende Mobilisierung der Bevölkerung in Westfalen hat sich auch der Charakter der Dörfer verändert, sie wurden städtischer. Das Auto war Statussymbol und zugleich das Symbol einer neuen persönlichen Freiheit – so etwa der Freiheit nach Lust und Laune hinfahren zu können, wohin man will und sich neue Regionen zu erschließen.
Schnell wurde das Auto oder das Kraftrad aber auch zum alltäglichen Vehikel, etwa um zur Arbeit zu fahren. Gütertransporte wurden mit LKWs zunehmend auf die Straße verlagert. All das und die dazugehörenden Begleitumstände haben das Leben der Menschen in relativ kurzer Zeit stark verändert. Die Tankstelle aus Siegen-Niederschelden von 1951 wird im Zustand der Sechzigerjahre gezeigt und wirft ein Schlaglicht auf diese Änderungen der jüngeren Vergangenheit.
Der Siegerländer Weiler soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden und das dörfliche Leben um 1960 widerspiegeln. Dafür ist die Tankstelle ein wichtiger Schritt. Beim Anblick der Zapfsäulen der Firma „Homberg“ und des großen beleuchteten „T“ auf dem Betondach werden sogleich Erinnerungen an Zeiten wach, als die Autos noch nicht windschnittig und die Benzinpreise vergleichsweise niedrig waren.