
Wenn der bekannte Schauspieler Jürgen Holtz Georg Büchners „Lenz“ mit seiner Stimme zu neuem Leben erweckt, ist ein hochkarätiger Literaturabend garantiert. Der sechste Leseabend der Reihe „Dorfgeschichten“ am Freitag, 26. Oktober, im LWL-Freilichtmuseum Detmold entführt Sie in die sprachgewaltige Erzählung eines der bekanntesten deutschen Autoren. Die Abendlesung um 19.30 Uhr organisiert das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Kooperation mit dem Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold e.V. und unterstützt von der Sparkasse Paderborn-Detmold.
Das Buch
Georg Büchner schildert in seiner Erzählung „Lenz“ in starken Bildern das Schicksal des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz. Zu Beginn der Erzählung befindet sich dieser auf einer Wanderung in das kleine Dorf Waldbach, dort gewährt ihm der Pfarrer Oberlin Unterschlupf. Die dynamischen Naturbilder auf seinem Weg „durch’s Gebirg“ spiegeln Lenz’ wechselnde Bewusstseinszustände. Seine Flucht vor gesellschaftlichen Zwängen, dem Patriarchat und politischen Verfolgern ist zugleich eine Flucht vor seiner Verzweiflung. Nur in dem berühmten „Kunstgespräch“, einem zentralen Moment der Erzählung, kann Lenz seine ästhetischen Ansichten klar formulieren. Büchner entwirft ein umfassendes Psychogramm von Lenz, dessen Dichte, Expressivität und Genauigkeit in der deutschen Literatur ohne Vorbild ist.
Der Autor
Georg Büchner (1813-1837) war als Schriftsteller, Übersetzer und Mediziner tätig, verfasste die Dramen „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ sowie „Woyzeck“ und etablierte sich damit zum wichtigsten Dichter des deutschen Vormärzes. Seine revolutionären Ideen zwangen ihn, ab 1835 ein Leben auf der Flucht zu führen. Im französischen Exil schrieb er seine Erzählung „Lenz“, die 1839 posthum erschien.
Die Stimme
In seiner Schauspielerlaufbahn gastierte Jürgen Holtz auf den großen Theaterbühnen in Berlin, Hamburg, Bochum, München, Frankfurt und Mannheim. Er arbeitete mit allen bedeutenden Regisseuren zusammen, darunter Adolf Dresen, Benno Besson, Ruth Berghaus, B. K. Tragelehn, Werner Schroeter, Jürgen Gosch, Peter Stein, Robert Wilson, Einar Schleef und George Tabori. Einem breiten Publikum wurde er als gesamtdeutscher Nörgler „Motzki“ in der gleichnamigen Fernsehserie bekannt. Er spielte in zahlreichen Kinofilmen, u.a. in „Rosa Luxemburg“ und in „Good bye, Lenin!“. Jürgen Holtz erhielt wichtige Preise und Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis, den Gertrud-Eysoldt-Ring und den Hessischen Staatspreis für Kultur. 1993 wurde er von „Theater Heute“ zum Schauspieler des Jahres gewählt. „Wir beschäftigen uns mit einer Sehnsucht, nämlich dem Text sein Inneres abzugewinnen“, sagt Jürgen Holtz.
Jürgen Holtz
15 Euro (Kategorie A)
10 Euro (Kategorie B)
5 Euro (Schüler)
Karten unter Tel. 0 52 31/30 80 210, E-Mail info@literaturbuero-owl.de, online www.literaturbuero-owl.de oder an der Museumskasse
Ein Bus-Shuttle der „Stadtverkehr Detmold“ vom Parkplatz zum Paderborner Dorf (ab 18.45 Uhr) und zurück nach Abschluss der Veranstaltung wird eingerichtet.