... und Licht in den Stuben

In den historischen Stuben im „Paderborner Dorf“ können Sie entdecken, wie Weihnachten um 1900 auf dem Land gefeiert wurde. Wie wurden die Weihnachtsbäume dekoriert und was bekamen die Kinder geschenkt? Und wie feierten die jüdischen Nachbarn ihr Chanukka-Fest?

Haus Moven
Eine Stube – am Morgen des Nikolaustages
6. Dezember (um 1900)

Bis um 1900 war in katholischen Gegenden der Nikolaustag das Hauptgeschenkfest für Kinder. Die Schuhe wurden vor die Tür gestellt, geschenkt wurden Äpfel, Gebäck oder Nützliches.

Valepagenhof
Eine Stube – am Weihnachtsmorgen
25. Dezember (um 1890)

Wie es am Weihnachtsmorgen bei einer wohlhabenden katholischen Familie ausgesehen haben könnte, das zeigt die Weihnachtsstube im Valepagenhof. Die Geschenke wurden zu dieser Zeit am Weihnachtsmorgen übergeben – ein Brauch, den zuerst die Protestanten so ausgeführt haben.

Haus Stahl
Eine Stube – am Heiligen Abend
24. Dezember (um 1910)

Vor etwas mehr als 100 Jahren begannen evangelische Familien damit, Geschenke  am „Heiligen Abend“ zu verteilen. Katholische Haushalte haben diesen Brauch erst später übernommen. Statt Spekulatius hängte man seit 1900 zudem Christbaumkugeln an den Weihnachtsbaum.

Haus Uhlmann
Eine Stube – Chanukka-Feier
Ende November/Anfang Dezember

Chanukka (Lichterfest) wird jährlich Ende November/Anfang Dezember (am 25. Kislew) begangen und acht Tage lang gefeiert. Nach Einbruch der Dunkelheit werden in den Häusern und Synagogen die Chanukka-Lichter entzündet. Das Entzünden ist eine religiöse Regel, der nach Möglichkeit jeder Haushalt nachkommen sollte. Gefeiert wird die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem 164 Jahre vor unserer Zeitrechnung.