Geistliche Gedichte
Bereits 1819 hatte die Droste begonnen, einen Zyklus von geistlichen Liedern auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres zu verfassen, der zunächst für ihre tieffromme Großmutter gedacht war. Vor dem Hintergrund der existentiellen Erschütterungen im Zusammenhang mit der sog. „Jugendkatastrophe”, der gescheiterten Liebesbeziehung zu dem Studenten Heinrich Straube, gerieten ihre Texte aber zum persönlichen Bekenntnis, in dem auch Glaubenszweifel thematisiert wurden. Die Lieder trugen, wie die Droste festhielt, die Spuren eines vielfach gepreßten und getheilten Gemüthes. Nicht frommer Andachtston und religiöse Erbauung bestimmen Inhalt und Aussage, sondern die Reflexion der Glaubensproblematik des modernen Menschen. Die so als Erbauungspoesie völlig ungeeigneten geistlichen Gedichte bezeugen das Ende der alten Frömmigkeit. Es spricht kein getröstetes Ich, das seinen Halt in Gott findet, sondern ein zutiefst irritiertes, verzweifelt darüber, dass das Wissen den Glauben zerstört hat; ein Ich, das auch in der Natur kein antwortendes Gegenbild, sondern überall Unheimliches, Abgründiges, Dunkles entdeckt. Nur mit äußerster Anstrengung finden ihre Texte zur Hoffnung auf Erlösung zurück. In der ersten Phase gelang es Droste, den Zyklus bis zum Gedicht auf das Osterfest voranzubringen, dann brach sie die Arbeit ab. Erst zwanzig Jahre später, ab 1839, konnte sie die Arbeit wieder aufnehmen und das Geistliche Jahr weitgehend vollenden. Veröffentlicht wurde der Zyklus auf Betreiben von Christoph Bernhard Schlüter erst 1851, drei Jahre nach ihrem Tod. Er zählt heute zu den herausragenden Beispielen geistlicher Lyrik überhaupt.
Geistliches Jahr in Liedern für alle Sonn- und Festtage
- Am Neujahrstage
- Am Feste der h. drey Könige
- Am ersten Sonntage nach h. drey Könige
- Am Feste vom süßen Namen Jesus
- Am dritten Sonntage nach h. drey Könige
- Am vierten Sonntage nach h. drey Könige
- Am Feste Mariä Lichtmeß
- Am fünften Sonntage nach h. drey Könige
- Fastnacht
- Am Aschermittwochen
- Am ersten Sonntage in der Fasten
- Am zweyten Sonntage in der Fasten
- Am dritten Sonntage in der Fasten
- Am vierten Sonntage in der Fasten (Josephsfest)
- Am fünften Sonntage in der Fasten
- Am Feste Mariä Verkündigung
- Am Palmsonntage
- Am Montage in der Charwoche
- Am Dienstage in der Charwoche
- Am Charmittwochen
- Am Grünendonnerstage
- Am Charfreytage
- Am Charsamstage
- Am Ostersonntage
- Am Ostermontage
- Am ersten Sonntage nach Ostern
- Am zweyten Sonntage nach Ostern
- Am dritten Sonntage nach Ostern
- Am vierten Sonntage nach Ostern
- Am fünften Sonntage nach Ostern
- Am Christi Himmelfahrtstage
- Am sechsten Sonntage nach Ostern
- Am Pfingstsonntage
- Am Pfingstmontage
- Am ersten Sonntage nach Pfingsten (Dreyfaltigkeit)
- Am Frohnleichnamstage
- Am zweyten Sonntage nach Pfingsten
- Am dritten Sonntage nach Pfingsten
- Am vierten Sonntage nach Pfingsten
- Am fünften Sonntage nach Pfingsten
- Am sechsten Sonntage nach Pfingsten
- Am siebenten Sonntage nach Pfingsten
- Am achten Sonntage nach Pfingsten
- Am neunten Sonntage nach Pfingsten
- Am zehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am elften Sonntage nach Pfingsten
- Am zwölften Sonntage nach Pfingsten
- Am dreyzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am vierzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am fünfzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am sechszehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am siebenzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am achtzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am neunzehnten Sonntage nach Pfingsten
- Am zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am ein und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am zwey und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am drey und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am Allerheiligentage
- Am Allerseelentage
- Am vier und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am fünf und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am sechs und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am sieben und zwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
- Am ersten Sonntage im Advent
- Am zweyten Sonntage im Advent
- Am dritten Sonntage im Advent
- Am vierten Sonntage im Advent
- Am Weihnachtstage
- Am zweyten Weihnachtstage (Stephanus)
- Am Sonntage nach Weihnachten
- Am letzten Tage des Jahres (Sylvester)


