
Nach dem Tod ihres Vaters zog die Autorin zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Jenny in das nur etwa füpnf Kilometer von ihrem Geburtshaus Hülshoff entfernte Rüschhaus, wo sie von 1826 bis 1846 lebte und dort u.a. Die Judenbuche, eines ihrer bekanntesten Werke, verfaßte. Ursprünglich hatte der Barockmeister Johann Conrad Schlaun das Anwesen für sich und seine Familie in den Jahren 1745 bis 1748 erbaut. Das Rüschhaus stellt sich als Verschmelzung eines Münsterländer Bauernhauses mit einem dreiflügeligen Herrensitz jener Zeit dar. Dieser Anblick ist bis heute zum großen Teil erhalten geblieben. Nur die Nähe der Autobahn A1 stört mitunter die Idylle.
Der Droste bewohnte im Zwischengeschoß des Rüschhauses drei kleine Zimmer, die sie mit ihrer ehemaligen Amme teilte. Ihr Wohnzimmer, in das sie sich zum Schreiben zurückzog, nannte sie ihr Schneckenhäuschen. Der zu ihren Zeiten verwilderte Nutzgarten wurde später nach Originalplänen Schlauns als Barockgarten wiederhergestellt. Er bietet damit ein Aussehen, das mit dem Garten, wie ihn Droste kannte und in ihren Briefen beschrieb, keine Ähnlichkeit aufweist. Zu ihrer Zeit war der Garten vorwiegend ein Nutzgarten mit Gemüsebeeten und Obstbäumen.
| Adresse: |
Droste Museum Haus Rüschhaus Am Rüschhaus 81 48161 Münster Tel: (02533) 1317 Fax (02533) 933488 Im Internet: www.muenster.de/stadt/museum |
| Öffnungszeiten: |
Eine Innenbesichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich 1. März - 30. April: 11 und 12 Uhr, 14 und 15 Uhr 1. Mai - 31. Oktober: 10, 11 und 12 Uhr, 14 - 17 Uhr stündlich 1. November - 30. November: 11 und 12 Uhr, 14 und 15 Uhr montags geschlossen |
| Eintritt: |
Erwachsene: 5.00 € Erwachsene in Gruppen ab 20 Personen: 4,50 € p.Pers. Schüler, Studenten, etc.: 2.50 € |
Das Rüschhaus ist eine sehr reizvolle und gepflegte Anlage. Hinter dem Haupthaus, das von zwei kleinen Pavillons eingerahmt wird, eröffnet sich eine wunderschöne barocke Gartenanlage. Zu dem Anwesen führt u.a. eine alte Allee, die zu einem Besuch mit dem Fahrrad einlädt.
Der Besuch des Hauses ist nur über eine persönlich geleitete Führung möglich, welche z.B. Küche, Stallungen, Gartensaal mit barockem Hausaltar, das italienische Zimmer und die Privaträume der Droste beinhaltet. Das Personal ist kompetent und auch auf Führungen mit Kindern eingestellt. Die zum Teil originalgetreue Ausstattung des Hauses mit einigen authentischen Besitztümern der Droste und ihrer Familie (Schreibpult, Stein- und Vogeleisammlungen sowie alte Stiche) schaffen eine besondere Atmosphäre, so daß ein leichtes Hineinversetzen in das Leben der Droste ermöglicht wird. Wegen Diebstahlgefahr und um möglichst alle wichtigen Personen aus dem Umfeld der Droste zu zeigen, wurde bei den ausgestellten Porträts auf Originale verzichtet.