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Haus Bökerhof

Haus Bökerhof

Der Bökerhof in Bökendorf bei Brakel in Ostwestfalen war der Stammsitz der Familie von Haxthausen und gleichzeitig der Wohnsitz von Annettes Großeltern mütterlicherseits. 1813, während ihres zweiten Besuchs auf dem Bökerhof, kam sie erstmals mit dem "Bökendorfer Kreis" in Kontakt, der sich um ihre beiden Onkel Werner und August von Haxthausen seit spätestens 1809 gebildet hatte und sich seitdem mit der Sammlung von Märchen, Sagen und literarischem Volksgut beschäftigte. So lernte sie im Juli 1813 auch Wilhelm Grimm kennen, der gerade zu einem seiner Besuche auf dem Bökerhof weilte. 1820, während ihres längsten Aufenthaltes in Bökendorf, machte Annette Bekanntschaft mit den Besuchern August von Arnswaldt und Heinrich Straube, die beide als große Talente der Dichtkunst auf den Bökerhof eingeladen worden waren. Aus dieser Begegnung entwickelte sich die sogenannte "Jugendkatastrophe" der Droste, eine von den den zwei Studenten gemeinsam ausgeheckte Demütigung ihrer Person, die in Annettes Zuneigung zu beiden ihren Ursprung hatte. In diese Geschehnisse waren auch ihr Onkel August und seine Schwester Anna verstrickt, was die Dichterin veranlaßte, bis 1837 sowohl Ostwestfalen als auch ihre dortige Verwandtschaft zu meiden. Ab 1838 weilte sie wieder häufiger zu Besuchen auf dem Bökerhof, wobei sie nun jedoch im nahegelegenen Haus Abbenburg wohnte und den Bökerhof nur noch tagsüber besuchte.

Die 1989 gegründete Bökerhof-Gesellschaft hat sich vor allem dem Erhalt des Hauses und der dazugehörigen Außenanlagen verschrieben. Seit 1995 unterhält sie jedoch auch ein kleines Literaturmuseum, das sich vor allem den philologischen Tätigkeiten des "Bökendorfer Kreises" widmet. Die große historische Halle mit Kamin, an dem sich schon die Brüder Grimm wärmten, und die Galerie von Ahnenbildern der Familie Haxthausen sind das Zentrum des Museums. Neben der Dokumentation der Geschichte des Bökendorfer Romantikerkreises und der Familie von Haxthausen, bemüht sich das Museum Bökerhof an der vor 150 Jahren gegründeten Tradition, ein Haus der kulturellen Begegnung zu sein, durch zahlreiche Veranstaltungen wieder anzuknüpfen.
Aber auch den zahlreichen Aufenthalten Annette von Droste-Hülshoffs kommt in der Ausstellung Bedeutung zu. So sind zum Beispiel einige Kopien von Handschriften der Dichterin ausgestellt, und man erfährt einiges über ihre Besuche und die Begegnungen, die sie hier gehabt hat. An den Wänden der zentralen historischen Halle des Hauses ist eine Ahnengalerie der Familie von Haxthausen zu bewundern, und im selben Raum befindet sich ein Kamin, der wie die übrige Einrichtung so rekonstruiert wurde, wie er wohl zu Zeiten der Droste ausgesehen hat. Im "Biedermeierzimmer" ist das historische Klavier ausgestellt, auf dem sie zusammen mit der Sängerin Madame Fennewitz 1820 ihr einziges öffentliches Konzert gegeben hat.

Fazit: Das Erscheinungsbild des zweigeschossigen Herrenhauses und seiner nach alten Plänen wiederhergerichteten Gartenanlagen sind alleine schon einen Ausflug nach Bökendorf wert. Das Museum ist eher eine kleine Ausstellung, jedoch ist die viele liebevolle Eigeninitiative, die für seinen Unterhalt aufgewandt wird, lobenswert. Auch wird dem Besucher alles Wissenswerte über den "Bökendorfer Kreis" und Annettes Kontakte zu diesem auf ansprechende Art und Weise vermittelt. Einen zusätzlichen Reiz für Droste-Freunde erhält das Haus Bökerhof durch die sporadisch stattfindenden Sonderausstellungen und Vorträge zu verwandten Themen.

Adresse: Museum Bökerhof
Haus Bökerhof
33034 Brakel - Bökendorf

Tel.: 05251/ 60 30 93
Fax: 05251/ 60 42 02
E-Mail: Tigges@hrz.upb.de
Im Internet: www.boekerhof.de
Öffnungszeiten: Das Museum ist zur Zeit geschlossen
Gartenanlagen frei zugänglich
Eintritt: Einzelpersonen: 1,00 €
Gruppen: 1,00 € p.Pers.
Führung: 10,00 € pauschal
Außenanlagen: frei